Vom Stadtumbau zur Transformationsstrategie
Im Rahmen der sozialökologischen Transformationsdebatte werden entsprechende Konzepte bisher eher punktuell in den urbanen Kontext eingebettet. Neben der Transformation von Städten selbst geht es dabei häufig auch um Städte oder Quartiere als Experimentierräume oder "Reallabore" zur Erprobung von Lösungen für größere Transformationen der sozio-technischen Systeme.
Eine grundsätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass dem umfassenden Veränderungsanspruch bestehender Transformationskonzepte limitierte Zuständigkeiten und eingeschränkte Planungs- und Steuerungskapazitäten vor allem von Städten und Gemeinden gegenüberstehen. Aber auch Bund und Länder verfügen – je für sich genommen – nur über begrenzte Handlungsspielräume. Deshalb bedarf es neuer kooperativer und ebenenübergreifender Governanceformen. Diese müssen in europäische und internationale Regimestrukturen eingebettet werden und auch die Ideen und Kapazitäten nichtstaatlicher Akteure berücksichtigen. Hinzu kommt, dass politische Prozesse im föderalen Mehrebenensystems der Bundesrepublik durch eine Risikoaversion der handelnden Akteure geprägt sind. Die "Übersetzung" abstrakter Transformationskonzepte in eine umsetzbare Stadtentwicklungspolitik – bestehend aus einzelnen "Transformationsbausteinen" – muss vor diesem Hintergrund aus einem Dreiklang bestehen:
- Ableiten konkreter urbaner Transformationsbausteine aus den bisher vorliegenden Transformationskonzepten
- Abgleich zwischen diesen Transformationsbausteinen und den bestehenden Ansätzen zum Stadtumbau bezüglich Kompatibilität, Strategiefähigkeit und Nachhaltigkeit
- Prüfen formaler Zuständigkeiten und Formulieren entsprechender Anpassungsbedarfe im Bereich Stadtentwicklung und Stadtumbau
Es geht mithin auch um eine Prüfung, wie die bestehende Kulisse und Programmstruktur der Städtebauförderung so modifiziert werden können, dass sie zur Initiierung und Realisierung notwendiger urbaner Transformationsprozesse beitragen können.