Kommunale Überflutungsvorsorge: „Planer im Dialog“

Bereich 
Umwelt
Bearbeiter 
Status 
abgeschlossen
Themenfelder 
Laufzeit 
2016 bis 2018

In den vergangenen Jahren haben Starkregenereignisse immer häufiger zu schweren Überflutungen in Kommunen geführt. Während einige Städte bereits sehr engagiert nach Lösungen suchen, sind die Überflutungsvorsorge und der Umgang mit extremen Starkregenereignissen bei der Mehrheit der Kommunen bislang eher wenig im Bewusstsein. Neben einer Reihe von Hemmnissen in den Kommunen, wie zum Beispiel ungeklärten Zuständigkeiten und Finanzierungsfragen oder fehlenden (etablierte) Vorgehensweisen existieren immer noch zu wenige Positivbeispiele. Zudem erfordert die Vorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe die Beteiligung, Einbindung, Kommunikation und Kooperation unterschiedlicher Akteure und erhöht die Komplexität von Planungs- und Verwaltungsvorgängen.

Vor diesem Hintergrund führte das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) gefördert mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von Februar 2016 bis März 2018 das Projekt „Kommunale Überflutungsvorsorge - Planer im Dialog“ durch. Im Mittelpunkt des Vorhabens stand das Ziel praxisbezogene Lösungen zu entwerfen und ausgewählten Kommunen konkrete Unterstützung bei der Einführung und Optimierung geeigneter Strukturen, Prozesse und Methoden einer koordinierten Überflutungsvorsorge zu geben. Dabei wurde sowohl die Planung im Neubau als auch im Bestand bearbeitet.

Angelehnt an die Planspiel-Methode bearbeiteten Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Stadt-, Straßen- und Grünflächenplanung bzw. Umwelt und Bauordnung sowie den Stadtentwässerungsabteilungen bzw. – falls ausgegliedert – den Stadtentwässerungsbetrieben von 15 ausgewählten Städten konkrete Aufgabenstellungen. Der vorbereitete und moderierte Erfahrungsaustausch und die Diskussion fanden in eintägigen Werkstätten statt. Neben einer Sensibilisierung für das Thema standen praxisorientierter Austausch zwischen den Fachressorts und modellhaftes Entwickeln von Herangehensweisen im Vordergrund der Werkstätten.


Kooperationspartner im Projekt waren folgende Städte sowie falls ausgegliedert die entsprechenden Stadtentwässerungsbetriebe oder -verbände:
Region West: Bonn, Hagen, Köln und Solingen
Region Süd: Kaiserslautern, Ludwigshafen, Nürnberg und Stuttgart
Region Nord: Hannover, Kiel, Lübeck und Oldenburg
Region Ost: Dresden, Jena und Magdeburg


Für das Projekt wurde ein begleitender Arbeitskreis eingerichtet, der aus den Projektbearbeiterinnen des Difu, jeweils einem Vertreter der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) und des Deutschen Städtetages, zwei Vertretern der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, einem Vertreter des Ingenieurbüros Dahlem Beratende Ingenieure und von der DBU als Fördermittelgeber zusammengesetzt war. Der Arbeitskreis hatte beratende Funktion. So konnten wichtige Hinweise aus der Praxis einfließen, wissenschaftlicher und institutioneller Rat eingeholt sowie Zwischenergebnisse und das weitere Vorgehen diskutiert werden.

Am 26. Februar 2018 wurden in Hamburg die Projektergebnisse im Rahmen einer kostenfreien Fachkonferenz mit Abendempfang vorgestellt und diskutiert. Diese Veranstaltung wurde vom Difu zusammen mit der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie und Hamburg Wasser durchgeführt - gefördert mit Mitteln der DBU. Kooperationspartner waren der Deutsche Städtetag und die DWA. Mehr Infos: www.difu.de/11591

An den beiden darauf folgenden Tagen 27. und 28. Februar 2018 fand am gleichen Veranstaltungsort ein Difu-Seminar zum Thema "Überflutungsvorsorge und Starkregenmanagement: Integrierte Handlungsansätze" statt. Kooperationspartner war die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Mehr Infos: www.difu.de/11481

Um die Ergebnisse allen interessierten Kommunen zugänglich zu machen und möglichst öffentlichkeitswirksam zu verbreiten, wurden die Ergebnisse der Werkstätten analysiert und in einer Broschüre aufbereitet: difu.de/11836

Weitere Informationen: