Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS),

Städtische Kulturförderung

Cover: Städtische Kulturförderung

Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS), Bd. 2, 2008, 120 S., Deutsches Institut für Urbanistik 2008

Preis: 10,00€ inkl. MwSt. zzgl. Versand

Kontakt für Fragen zur Bestellung

Heidi Espei
Tel.: +49 30 39001-253
Fax: +49 30 39001-275
E-Mail: vertrieb@difu.de

Inhalt

Das Titelthema des Heftes widmet sich dem in den letzten Jahren angesichts zugespitzter internationaler Städtekonkurrenz hochaktuellen Thema "Städtische Kulturförderung". Der Herausgeber Clemens Zimmermann, Professor für Kultur- und Mediengeschichte an der Universität des Saarlands, zeigt in seinem weit ausholenden Leitartikel historische wie aktuelle Dimensionen städtischer Kulturförderung auf und beleuchtet, wie innovativ Arbeiten zur städtischen Kultur im Gesamtfeld der modernen Stadtgeschichte in den letzten Jahren waren. Dabei ist auch ein ausgeprägter Brückenschlag zur aktuellen sozialwissenschaftlichen Stadtforschung feststellbar.

Stephen Pielhoff aus Wuppertal diskutiert in seinem Beitrag "Musikmäzenatentum und Stadtrepräsentation" die Finanzierungsgeschichte von Konzert- und Opernhausbauten vom Kaiserreich bis in die Gegenwart und stellt dabei die Leuchtturmfunktion solcher Projekte heraus. Thomas Höpel (Leipzig) präsentiert in seinem Beitrag "Städtische Kulturpolitik im 20. Jahrhundert zwischen lokalen Besonderheiten und nationalen sowie europäischen Mustern: Leipzig und Lyon im Vergleich" Ergebnisse zu städtischer Kulturpolitik in zwei besonders kulturell profilierten Großstädten Frankreichs und Deutschland nach 1945 – und damit zugleich einen Systemvergleich.

Simon Gunn Leicester/Großbritannien spürt in seinem englischen Beitrag den "Origins of Urban Cultural Policy in England 1835 – 1990" nach. Die Umstände, Intentionen und Wirkungen von Kultursponsoring stehen im Zentrum des Beitrags von Anne-Katrin Axt, die auf der Grundlage einer empirischen Untersuchung an Museen im Ruhrgebiet fragt: "Kultursponsoring: Hilfe in der Not oder viel Lärm um nichts?". Gabriele Clemens von der Universität des Saarlands erörtert schließlich in einer Sammelbesprechung eine Reihe neuerer Arbeiten zum bürgerlichen Mäzenatentum im urbanen Kontext des 19. Jahrhunderts. Sie hebt hervor, dass es genau genommen eine "adlig-bürgerliche Hybridkultur" war, die die Kunsttopographie der Städte in entscheidendem Maße prägte. Vor allem die städtischen kulturellen Vereine seien die Arenen gewesen, die als "Kontaktzone" für die Übernahme bestimmter Formen adeligen Mäzenatentums durch das Bürgertum fungierten.

Im Forum-Artikel greift Heinz Reif aus Berlin nochmals das Thema des vorangegangenen IMS-Heftes auf und diskutiert "Industriekultur" – Anmerkungen zu einem 'unscharfen Begriff'". Ausgehend von der Vieldeutigkeitdieses Begriffes rekonstruiert Reif dessen "Aufstieg" seit den 1970er Jahren und diskutiert seine Umdeutungen insbesondere am Beispiel des Ruhrgebiets. In kritischer Abgrenzung zur "Überdehnung" und "Überlastung" des Konzepts plädiert Reif dafür, der Umdeutung des baulichen Erbes Grenzen zu setzen und aus fachhistorischer Sicht die Integration der mit den baulichen Strukturen verbundenen historischen Lebensumstände und sozialen Bewegungen einzufordern.

Bei den Berichten liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf der 9. Konferenz der "European Association of Urban Historians" im August 2008 in Lyon. Zunächst werden die jüngsten organisatorischen Reformen und personellen Umbesetzungen im Vorstand dieser für die europäische Stadtgeschichtsforschung wichtigsten Vereinigung knapp dargelegt. Insgesamt sieben Berichte skizzieren anschließend die inhaltlichen Vorträge und Diskussionen in den "Main-" und "Specialist Sessions", die von deutschen Stadthistorikern (mit) veranstaltet wurden. Die Themen reichen hier von Stadtplanung und der Suche nach Glück über Hafenstädte, Fremdwahrnehmungen der Stadt Lyon in Mittelalter und früher Neuzeit, städtischer Governance nach 1945 und Hochhäusern bis hin zur städtischen Kulturindustrie. In weiteren Berichten wird über Tagungen zu "Stadt und Urbanität im 21. Jahrhundert" und "Infrastrukturen der Stadt- und Kommunalpolitik" informiert. Zum Schluss folgt – nach einem Bericht über die Ergebnisse der Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung vom Oktober 2008 in Dresden – traditionell eine Vorschau über wichtige Konferenzen im Feld der Stadtgeschichtsforschung.

Weitere Inhalte zum Thema