Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften (DfK),

Die "grüne" Stadt - Urbane Qualitäten durch Freiraumentwicklung

Heftverantwortliche: Christa Böhme

Cover: Die "grüne" Stadt - Urbane Qualitäten durch Freiraumentwicklung
Christa Böhme

Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften (DfK), Bd. 1, 2007, deutsch, 106 S., Deutsches Institut für Urbanistik 2007

ISBN: 978-3-88118-447-2
Preis: 20,00€ inkl. MwSt. zzgl. Versand
Printausgabe vergriffen

Kontakt für Fragen zur Bestellung

Miriam Aust

Tel.: +49 30 39001-127

Fax: +49 30 39001-275

E-Mail: vertrieb [at] difu [dot] de (vertrieb[at]difu[dot]de)

Inhalt

Im Brennpunkt

  • Undine Giseke

    Stadtumbau – Belebung der Freiraumkultur?
  • Astrid Heck und Heike Will

    Zwischennutzungen als Chance für neue innerstädtische Freiraumqualitäten – das Beispiel Leipzig
  • Annette Harth

    Freiraum und Geschlecht – Gendersensitive Freiraumplanung
  • Christa Müller

    Interkulturelle Gärten – Urbane Orte der Subsistenzproduktion und der Vielfalt
  • Ludger Gailing

    Regionalparks als stadtregionale Entwicklungsstrategien – Interkommunale Kooperationen für die Stadtlandschaft

Im Blickfeld

  • Angelika Emmerich-Fritsche

    Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips im Mehrebenensystem – Schutz der Kommunen?

Undine Giseke: Stadtumbau – Belebung der Freiraumkultur?

Zusammenfassung: Die Mechanismen der städtischen Raumproduktion sind im Wandel begriffen. Zwar sind wir nach wie vor mit einem enormen täglichen Siedlungsflächenzuwachs konfrontiert, doch ebenso mit rückläufigen Tendenzen bei Einwohnerzahlen und Bauflächenbedarfen. Zu­gleich bereichern die gegenwärtigen Prozesse die städtische Freiraumkultur um neue Facetten. Vielfältigere Formen der Raumaneignung, der Nutzung, Bewirtschaftung und Gestaltung zeichnen sich ab. Der Beitrag beleuchtet die neuen Herausforderungen und zeigt beispielhafte Ansätze auf.

Astrid Heck und Heike Will: Zwischennutzungen als Chance für neue innerstädtische Freiraumqualitäten – das Beispiel Leipzig

Zusammenfassung: Zu wenig Einwohner, zu viele Wohnungen und zu viel Fläche – nach Jahren des Wachstums haben insbesondere die dicht bebauten gründerzeitlichen Quartiere im Leipziger Westen und Osten sowie die Großwohnsiedlung Grünau mit Leerstand und Baulücken zu kämpfen. Ungenutzte Flächen strahlen häufig ein negatives Image aus und schwächen die betroffenen Stadtteile in ihrer Konkurrenzfähigkeit. Aber diese Flächen bieten auch die Möglichkeit, die Wohnqualität im Quartier nachhaltig zu verbessern und bestehende stadtstrukturelle Probleme neu anzugehen. Die temporäre Nutzung von Grundstücken beschreibt einen Lösungsansatz, der sowohl Grundstückseigentümern als auch der Stadtverwaltung einerseits alle Entwicklungsoptionen offen hält und andererseits kurzfristig die bisherige Situation verbessert. Leipzig hat in diesem Experimentierfeld in den vergangenen Jahren vielfältige Erfahrungen gesammelt und bilanziert.

Annette Harth: Freiraum und Geschlecht – Gendersensitive Freiraumplanung

Zusammenfassung: Die Folgen des Wandels der gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse in den vergangenen 25 Jahren für die Freiraumplanung wurden bislang nicht systematisch erforscht. In dem Beitrag wird anhand einer Analyse aktueller Befunde zu Kinderspiel und Sport im Freien sowie zur Nutzung öffentlicher Plätze und Grünflächen die These untersucht, dass sich im Freiraumverhalten Ähnliches zeigt wie beim Wandel der Geschlechterverhältnisse insgesamt, dass sich also Mädchen und Frauen zunehmend „männliche“ Freiräume und Verhaltensformen erschlossen haben, während die Freiraumaneignung von Jungen und Männern weitgehend rollenkonform geblieben ist. Tatsächlich finden sich Hinweise für einen solchen Wandel. Auf der Basis der Analyse und von zwei ebenfalls präsentierten ausgewählten Freiraumplanungen werden einige allgemeine Bausteine einer gendersensitiven Freiraumplanung entwickelt.

Christa Müller: Interkulturelle Gärten – Urbane Orte der Subsistenzproduktion und der Vielfalt

Zusammenfassung: Städtische Eigenversorgung ist auch in den Städten der reichen Länder des Nordens wieder auf dem Vormarsch. Sie ermöglicht nicht nur den Zugang zu gesunden Lebensmitteln und sinnvollen Tätigkeitsfeldern, sondern schafft auch Raum für das bürgerschaftliche Engagement von unterprivilegierten Menschen im Themenfeld der nachhaltigen Stadtentwicklung. In Deutschland machen seit einigen Jahren die Interkulturellen Gärten Furore. Sie gelten deshalb als erfolgreiche Integrationsprojekte, weil sie zu Partizipation anregen und Gestaltungsmacht verleihen. Denn nicht nur der Boden muss umgepflügt und neu gestaltet werden, sondern auch die heterogene soziale Gemeinschaft und darüber hinaus der Stadtteil, in dem der Garten liegt. Diese konzentrische Bewegung von innen nach außen, die an die Zeit- und Raumvorstellungen der interkulturellen Gärtnerinnen und Gärtner anknüpft, ist ein Integrationsprozess im genuinen Sinne, in dem die Akteure ihre Wirklichkeit mit Anderen verhandeln und sich das dabei entstehende Neue aneignen.

Ludger Gailing: Regionalparks als stadtregionale Entwicklungsstrategien - Interkommunale Kooperationen für die Stadtlandschaft

Zusammenfassung: Strategien zur Regionalparkentwicklung sind projektorientierte Instrumente für die Qualifizierung der Stadtlandschaft. Sie sind eine Antwort auf Defizite formeller Planungsinstrumente angesichts anhaltender Freiraumverluste und der zunehmenden Aufgabe, die fragmentierten Landschaften in schrumpfenden und wachsenden Stadtregionen zu gestalten. Am Beispiel des Emscher Landschaftsparks, des Regionalparks RheinMain, der Regionalparks um Berlin sowie des Regionalparks Saar werden die Potenziale dieses informellen Steuerungsansatzes aufgezeigt und Erfolgsfaktoren für das Regionalparkmanagement abgeleitet. Als stadtregionale Strategien hängen Regionalparks von interkommunaler Kooperation und der Einbindung lokaler Freiraumnutzer ab. Kooperationsvorteile sind unter anderem das gebündelte Erschließen von Finanzierungsquellen sowie die Verknüpfung dezentraler Projektaktivitäten in einer übergreifenden Entwicklungsstrategie, die neben ökologischen und soziokulturellen Verbesserungen auch ökonomische Struktureffekte zur Folge hat.

Angelika Emmerich-Fritsche: Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips im Mehrebenensystem – Schutz der Kommunen?

Zusammenfassung: Die kommunalen Selbstverwaltungskörperschaften sehen sich zwischen europäischer, staatlicher und privater Aufgabenbewältigung an den Rand gedrängt. Rettet das Subsidiaritätsprinzip die kommunale Selbstverwaltung der Kommunen? Es ist ein menschen- und grundrechtliches Gerechtigkeitsprinzip sowie ein europa- und verfassungsrechtlicher Kompetenzverteilungs- und Kompetenzausübungsgrundsatz. Als rechtlicher Maßstab wird das Subsidiaritätsprinzip mit begrenzender und fördernder Funktion aktiviert im gestuften Mehrebenensystem, das von der privaten über die kommunale, staatliche und europäische bis zur internationalen Ebene reicht. Es wirkt einerseits defensiv gegenüber Vereinnahmungen durch Land, Bund und Europäischer Union, mobilisiert aber auch private Kräfte. Das europarechtliche und verfassungsrechtliche Subsidiaritätsprinzip vermag jedoch nicht die Aufweichung des kommunalorganisatorischen Subsidiaritätsprinzips zu verhindern, solange die Selbstverwaltungsgarantie in der Europäischen Verfassung keine hinreichende Verankerung findet.

Die Autorinnen und Autoren dieses Hefts

Dipl.-Ing. Christa Böhme, Arbeitsbereich Stadtentwicklung und Recht, Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, E-Mail: boehme [at] difu [dot] de (boehme[at]difu[dot]de)

Privatdozentin Dr. Angelika Emmerich-Fritsche , Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürn­berg, Juristische Fakultät, E-Mail: angelika [dot] emmerich-fritsche [at] web [dot] de (angelika[dot]emmerich-fritsche[at]web[dot]de)

Dipl.-Ing. Ludger Gailing , Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Forschungsabteilung „Regionaler Institutionenwandel zur Sicherung von Gemeinschaftsgütern“, Erkner, E-Mail: gailing [at] irs-net [dot] de (gailing[at]irs-net[dot]de)

Prof. Dipl.-Ing. Undine Giseke , Fachgebiet Landschaftsarchitektur/Freiraumplanung, Fakultät Planen Bauen Umwelt, Technische Universität Berlin, E-Mail: undine [dot] giseke [at] tu-berlin [dot] de (undine[dot]giseke[at]tu-berlin[dot]de)

Dr. Annette Harth , Institut für Freiraumentwicklung, Leibniz Universität Hannover, E-Mail: annette [dot] harth [at] freiraum [dot] uni-hannover [dot] de (annette[dot]harth[at]freiraum[dot]uni-hannover[dot]de)

Dipl.-Ing. Astrid Heck , Büro für Freiraumplanung und Stadterneuerung, Leipzig, E-Mail: astridheck [at] gmx [dot] de (astridheck[at]gmx[dot]de)

Dr. Christa Müller , Geschäftsführerin der Forschungsgesellschaft anstiftung ggmbh und der Stiftung Interkultur, E-Mail: mueller [at] stiftung-interkultur [dot] de (mueller[at]stiftung-interkultur[dot]de)

Dipl.-Ing. Oek. Heike Will , Abteilungsleiterin, Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung, Stadt Leipzig, E-Mail: heike [dot] will [at] leipzig [dot] de (heike[dot]will[at]leipzig[dot]de)

Weitere Inhalte zum Thema