Von der Ankunft zur Teilhabe: Kommunen stärken und gestalten Ankunftsquartiere
Das von der Stiftung Mercator geförderte Projekt „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ verfolgte das Ziel, Ankunftsquartiere als Schlüsselräume kommunaler Integrations- und Stadtentwicklungspolitik kennenzulernen und zu stärken. Der Fokus auf neue Ankunftsquartiere korrespondierte mit der Ausgangsannahme, dass Ankunftsquartiere nicht mehr nur in den klassischen Einwanderungsstädten in Westdeutschland entstehen, sondern sich in Folge der Fluchtzuwanderung seit 2015 auch in Ostdeutschland, in peripheren Lagen größerer Städte und in kleineren und mittleren Städten herausbilden. Um dies empirisch zu fundieren, wurden in einer bundesweiten Kommunalumfrage und einer Fallstudienbegleitung und -analyse insbesondere folgende Forschungsfragen untersucht: Wo und in welchem Umfang entstehen neue Ankunftsquartiere? Wie sehen sie aus und welche Funktionen übernehmen sie? Welche Aufgaben übernehmen kommunale Akteure und wie können diese mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft und der Wohnungswirtschaft zusammenwirken, um Ankunftsquartiere zu gestalten?
Zwischen 2023 und 2026 hat ein Projektteam aus Mitarbeitenden des Deutschen Instituts für Urbanistik, der ILS Research (Gesamtprojektleitung), der Technischen Universität Berlin und von STADTRAUMKONZEPT – bundesweit elf Kommunen begleitet: Berlin Marzahn-Hellersdorf, Bremerhaven, Dresden, Duisburg, Gevelsberg, Kaiserslautern, Offenbach/Main, Potsdam, Rostock, Saalfeld und Salzgitter. Fachlich begleitet wurde das Projekt von einem Transferbeirat mit Vertreter:innen von Kommunen, Wohnungswirtschaft, Landesministerien, Wohlfahrtsverbänden, Migrant:innenselbstorganisationen und Wissenschaft. Impulsgebend für die Umsetzung von Maßnahmen vor Ort wirkte ein durch die Stiftung Mercator geförderter Projektfonds, durch den jede Kommune rund 22.000 Euro für die Umsetzung von Ideen und kleineren Maßnahmen erhielt.
Im Ergebnis zeigt sich: Ankunftsquartiere sind nicht nur Gegenstand kommunaler Integrationspolitik. Ihre Weiterentwicklung ist eine gesamtstädtische Aufgabe. Dies kann nur gelingen, wenn unterschiedliche Ressorts, Handlungsebenen und Wissensbestände zusammengeführt werden. Dafür sind flexible und bedarfsorientierte lokale Governance-Strukturen erforderlich, die Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wohnungswirtschaft und weitere lokale Akteure zusammenbringen. Bund und Länder als rahmensetzende Akteure können und müssen Stabilität und Verbindlichkeit in diesen hochdynamischen Quartieren sichern.
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TU Berlin