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Stadtentwicklung & Stadtplanung | Umwelt

Integrative stadt-regionale Klimaanpassungsstrategien

Wollen Kommunen ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie ihre Wohn- und Lebensqualität erhalten, müssen sie sich rechtzeitig an die Folgen des Klimawandels anpassen. Das gilt besonders für hochverdichtete Räume mit starkem Wirtschaftswachstum wie die Region Stuttgart.

Adäquate Stadt- und Regionsgestaltung im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels setzt gut informierte, eigenständig und vorrausschauend handelnde Akteure voraus. Damit diese angemessen auf die Veränderungen reagieren können, benötigen sie Informationen darüber, wie sich Klimaänderungen lokalspezifisch auswirken, welche Folgen damit verbunden sind und welche Handlungsoptionen zur Anpassung bestehen.

Die Region Stuttgart ist bereits heute von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen. Letztere äußeren sich etwa durch massiven sommerlichen Hitzestress sowie lufthygienische Probleme. Das Projekt „Integrative stadt-regionale Anpassungsstrategien in einer polyzentrischen Wachstumsregion: Modellregion Stuttgart“ (ISAP) (2020–2023) entwickelt in interdisziplinärer Zusammenarbeit ein stadt-regionales Online-Beratungstool, das sowohl Indikatoren zu Klimafolgen und Anpassungskapazitäten als auch Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen auf stadt-regionaler und kommunaler Ebene transparent und bewertbar macht. Ziel ist es, eine effektivere und gezieltere Bewertung durch Kommunen und andere Planungszuständige selbst zu ermöglichen. Darüber hinaus sollen Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen erfasst, analysiert und verknüpft und so für die Kommunen der Region Stuttgart digital zugänglich gemacht werden.

Eine Besonderheit des Projekts ist die polyzentrische Perspektive. Die Ansätze werden nicht isoliert, sondern im Austausch mit anderen Regionen auf nationaler und internationaler Ebene diskutiert und entwickelt. Zudem fokussiert das ISAP-Projekt die speziellen Nutzerbedarfe in der Modellregion und Synergien von stadt-regionalen Anpassungsansätzen.

Das zu entwickelnde Online-Tool umfasst passgenaue Informations- und Analyseinstrumente für die Klimaanpassung wie Klimadaten, Szenarien zum Klima- und Landnutzungswandel sowie zur gesellschaftlichen Vulnerabilität. Geplant ist, neben einer regionalen Erprobung die Anwendbarkeit des neuen stadt-regionalen Informations- und Beratungstools auch in lokalen Fokusgebieten zu ermitteln.

Das Difu ist an der Erhebung der Bedarfe und Anforderungen in den Kommunen beteiligt, trägt Erfahrungen zu Testanwendungen und Fallbeispielen zusammen und unterstützt Vernetzung, Austausch und Wissenstransfer auf kommunaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. So sollen die Erfahrungen und Ergebnisse auch für andere Regionen nutzbar gemacht werden.

ISAP ist eines von sechs Modellvorhaben, die im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Regionale Informationen zum Klimahandeln“ (RegIKlim) daran arbeiten, die Klimaanpassungskapazitäten auf der Ebene von Regionen und Kommunen durch digitale Instrumente zu verbessern. Die Maßnahme ist Teil der Leitinitiative „Lokale Klima- und Umweltmodelle für Zukunftsstädte und -regionen" der Digitalstrategie sowie des Aktionsplans "Natürlich.Digital.Nachhaltig" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Vollständiger Projekttitel

Verbundprojekt ReglKlim: Integrative stadt-regionale Anpassungsstrategien in einer polyzentrischen Wachstumsregion, Modellregion Stuttgart

Laufzeit

bis

Themen (Schlagwörter)

Digitalisierung
Klimafolgenanpassung
Klimawandel
Stadtplanung

Forschungsbereich

Umwelt

Drittmittelgeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektpartner

Universität Stuttgart IREUS
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Landeshauptstadt Stuttgart (LHS)
Verband Region Stuttgart (VRS)
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)
Dr. Pecher AG, Erkrath

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