Begleitforschung „Kommunen innovativ“ und „REGION.innovativ“
Von 2016 bis 2025 begleitete das Deutsche Institut für Urbanistik zusammen mit dem Institut Raum & Energie, Wedel in dem wissenschaftlichen Begleitvorhaben KomKomIn die insgesamt 41 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des BMFTR-Förderschwerpunktes „Kommunen innovativ“. Ab 2020 kamen sechs Vorhaben des Förderschwerpunkts „REGION.innovativ-Kreislaufwirtschaft“ dazu. Aufgaben des Begleitvorhabens waren die Synthese, Aufbereitung und Kommunikation der Erkenntnisse und Ergebnisse sowie die übergreifende Vernetzung der geförderten Vorhaben. Standen zu Beginn die Systematisierung, Begleitung und Vernetzung im Vordergrund, so verschob sich der Fokus im Projektverlauf in Richtung Ergebnisaufbereitung, Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit und die Bearbeitung eigener Forschungsbausteine zu transdisziplinärer Forschung und Kreislaufwirtschaft.
Das Begleitvorhaben identifizierte auf Grundlage einer systematischen und Vorhaben übergreifenden Auswertung der thematischen Schwerpunkte und einer vertieften Analyse der inhaltlichen Schnittstellen Fokus- und Querschnittsthemen, stellte inhaltliche Synergien zwischen den geförderten Vorhaben her und nutzte diese, um die Übertragbarkeit und damit Skalierung der Forschungsergebnisse zu unterstützen. Begleitet wurde dies von einem kontinuierlichen Austausch mit und zwischen den Vorhaben. Die bearbeiteten Themen und entwickelten Ergebnisse wurden mit Blick auf die Bewältigung aktueller kommunaler Herausforderungen in folgenden übergreifenden Themen (Kernbotschaften) gebündelt, die als roter Faden des Wissenstransfers genutzt wurden:
- Daseinsvorsorge sichern: Durch neue Organisationsformen und Finanzierungsansätze werden kommunale Angebote und Einrichtungen aufrechterhalten und weiterentwickelt.
- Innen entwickeln: Stadtzentren und Ortskerne werden als lebendige Wohn- und Lebensorte gestärkt.
- Beschäftigungspotenziale erschließen: Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten werden ressortübergreifend ausgebaut.
- Vielfalt leben: Die Chancen einer vielfältigen Gesellschaft werden vor Ort aktiv genutzt.
- Gemeinschaftlich finanzieren: Kommunale Handlungsfähigkeit wird durch neue Finanzierungsinstrumente gestärkt.
- Kreislaufwirtschaft stärken: Neue Technologien und innovative Prozesse für Nachhaltigkeit und Wertschöpfung.
- Datenschätze heben: Bestehende Daten werden gezielt aufbereitet, um kommunale Entscheidungen zu verbessern.
- Allianzen bilden: Die Zusammenarbeit mit neuen Partnern erweitert den Handlungsspielraum der Kommunen.
- Interkommunal agieren: Kommunen gestalten Lösungen im regionalen Schulterschluss.
- Verwaltungen transformieren: Neues Verwaltungshandeln erproben und etablieren.
- Experimente wagen: Wissenschaft begleitet Kommunen bei der Entwicklung zukunftsweisender Ansätze.
Das Begleitvorhaben führte die Ergebnisse und Produkte abschließend in dem Handbuch „Zukunftsfähige Kommunen, Lösungen für Städte, Gemeinden und Regionen im Wandel“ zusammen. In über 130 Beiträgen wurden die in den beiden Fördermaßnahmen entstandenen Erkenntnisse für die kommunale Praxis thematisch strukturiert aufgearbeitet. Neben der Webseite „Kommunen-innovativ“, zahlreichen Publikationen und Transferveranstaltungen liegt zum Abschluss der beiden Fördermaßnahmen ein umfangreiches Angebot an Transferprodukten vor, in dem die vielfältigen Erkenntnisse und Produkte der geförderten Vorhaben systematisch zusammengeführt und präsentiert werden.
Zusammenfassend sind folgende Erkenntnisse mit Blick auf die Ziele und Ergebnisse des wissenschaftlichen Begleitvorhabens KomKomIn hervorzuheben:
- Das wissenschaftliche Begleitvorhaben stärkt Erkenntnisgewinn und Transfer durch übergreifende Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer.
- Die Herausforderung Corona forderte und förderte neue digitale Formate und erhöhte die Reichweite des Transfers.
- Zwei Förderschwerpunkt in strukturschwachen Regionen: herausfordernde Vernetzung der Verbundvorhaben durch verbindende Querschnittsthemen.
- Skalierung der Erkenntnisse als Aufgabe der Begleitforschung von Beginn an mitgedacht.
- Analyse des Mehrwerts und der Verstetigung wissenschaftlicher Erkenntnisse in den beteiligten Kommunen stärkt Forschung in und mit Kommunen.