Kommunale Brücken
Brücken sind sensible Verkehrsbauwerke, die Wege und Fahrzeiten verkürzen und einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss ohne Umwege oder Wartezeiten ermöglichen. Damit leisten sie einen Beitrag zur Hebung von wirtschaftlichen Standortvorteilen, reduzieren großflächige Eingriffe in den Naturraum und erhöhen die Verkehrssicherheit durch die Entflechtung der Verkehrsarten. In den vergangenen Jahrzehnten häufen sich jedoch Brückensperrungen in deutschen Kommunen aufgrund unterlassener Instandhaltungsmaßnahmen. Dadurch werden erhebliche wirtschaftliche Schäden sowie Umweltbelastungen durch zusätzliche Treibhausgas-Emissionen aufgrund langer Umfahrungen sowie Warte- und Stauzeiten verursacht.
Im Auftrag des ADAC Deutschland untersucht das Difu-Projektteam, welche nichtmonetären Investitionshemmnisse die Sanierung kommunaler Brücken ausbremsen. Dahinter steht die hinreichend belegte Annahme, dass Investitions- und Sanierungsmaßnahmen in Kommunen nicht nur aufgrund der chronisch angespannten Haushaltslage aufgeschoben werden. Vielmehr sind es auch der Personalmangel in den Fachverwaltungen, konfligierende Rechtsstandards sowie die gesetzlich vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung einschließlich Klage- und Mediationsverfahren, die solche Sanierungen ausbremsen. Die Studie soll mit Hilfe eines Methoden-Mixes die nichtmonetären Investitionshemmnisse im kommunalen Brückenwesen systematisch aufarbeiten, Best-Practice-Ansätze gelungener Sanierungsmaßnahmen, -verfahren und (digitaler) Instrumente eruieren und politische Handlungsempfehlungen im Sinne von Unterstützungsangeboten für Kommunen, Länder und gegebenenfalls auch den Bund formulieren.