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Die Zukunft der städtischen Infrastrukturen

Heftverantwortlicher: Jens Libbe

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Die Beiträge im Themenschwerpunkt machen deutlich, dass die städtischen Infrastrukturen in den kommenden Jahren ein zentrales kommunales Handlungsfeld sein werden. Hierfür sprechen nicht nur Anpassungserfordernisse aufgrund sich verändernder Rahmenbedingungen und zahlreicher ordnungspolitischer, materieller und technisch-betrieblicher Herausforderungen, vor denen die Städte und ihre Infrastrukturbetreiber gegenwärtig stehen. Zu nennen sind hier z.B. demografische Veränderungen und abnehmender Verbrauch, der Klimawandel, Investitionsbedarfe und begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten, neue technologische Möglichkeiten und die Wettbewerbspolitiken der Europäischen Union mit verschärften Ausschreibungsregelungen, unterschiedliche öffentliche oder auch öffentlich-private Kooperationsformen, sich verändernde Marktstrukturen der Konzentration und Kommerzialisierung sowie eine stärkere räumliche Ausdifferenzierung der Angebote. Angesichts der Pfadabhängigkeit vorhandener Infrastrukturen wird zunehmend auch die Frage aufgeworfen, inwieweit Infrastrukturen flexibler gestaltet und unterschiedliche technische Lösungen miteinander kombiniert werden können. Unter Beachtung planerischer, technischer und unternehmerischer Erfordernisse nimmt der Band die Diskussion der notwendigen Neuausrichtung der vorhandenen (nicht nur technischen) Infrastrukturen auf. Weitere Informationen finden Sie hier.

Im Brennpunkt

 

Jens Libbe: Infrastrukturplanung als kommunale Aufgabe: Aktuelle Herausforderungen und Handlungsbedarfe

Zusammenfassung: Die kommunalen Infrastrukturen erfahren zunehmende Aufmerksamkeit. Angesichts zahlreicher sich verändernder Rahmenbedingungen ist zu fragen, wie eine Versorgung mit Infrastrukturdienstleistungen auf hohem Niveau, zu vertretbaren Kosten und unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Standards sichergestellt werden kann. Zu fragen ist aber auch, über welche Gestaltungsmöglichkeiten gerade die Kommunen künftig in Wahrnehmung ihrer Selbstverwaltung bei der Erfüllung dieser Versorgungsdienstleistungen verfügen werden. Für die Neuausrichtung der kommunalen Infrastruktur bedarf es reflexiver und integrierter Planung, die sich am Leitwert der Nachhaltigen Entwicklung im Sinne energieeffizienter, stoffstromarmer, kostengünstiger und sozial verantwortlicher Daseinsvorsorge orientiert.

Hans-Peter Tietz: Funktionen und räumliche Strukturen kommunaler Ver- und Entsorgungssysteme

Zusammenfassung: Den Systemen der öffentlichen Infrastruktur ist gemeinsam, dass sie dazu dienen, Siedlungsgebiete weitgehend leitungsgebunden mit dem zu versorgen, was zur Grundversorgung benötigt wird (Strom, Wärme, Wasser, Nachrichten), bzw. von dem zu entsorgen, was nicht mehr gebraucht wird (Abwasser, Abfall). Eine weitere Gemeinsamkeit liegt in ihrer hohen Pfadabhängigkeit, hingegen liegen ihre Unterschiede in jeweils technisch-betrieblichen Randbedingungen. Gegenwärtig sind die Funktionen und räumlichen Strukturen der Ver- und Entsorgungssysteme einem starken Wandel unterworfen. Dies wirft die Frage auf, welche Aufgaben die Kommunen künftig als Daseinsfunktion wirklich übernehmen müssen.

Stefan Schneider: Der kommunale Investitionsbedarf und seine Finanzierungsmöglichkeiten

Zusammenfassung: Die Kommunen verfügen über einen großen Bestand an Infrastrukturbauten. Sie haben die Aufgabe, diese in einem guten Zustand zu erhalten und bestehende Lücken zu schließen. Eine Vernachlässigung der Infrastruktur hat weit reichende Folgen, die sich negativ auf viele Lebensbereiche auswirken. Bedarfsgerechtes Investieren setzt allerdings Überlegungen über den aktuellen und zukünftigen Investitionsbedarf voraus. Basierend auf einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik zum Kommunalen Investitionsbedarf 2006 bis 2020 werden in dem Beitrag der kommunale Investitionsbedarf beziffert und vorhandene Finanzierungsmöglichkeiten untersucht. Den Ausgangspunkt bildet dabei die Betrachtung des Status quo der Infrastrukturausstattung in den untersuchten Bereichen. Im Anschluss daran werden die wesentlichen Ergebnisse der Investitionsbedarfsschätzung zusammengefasst. Einen Schwerpunkt bildet die Bewertung verschiedener Ansatzpunkte für die Schaffung zusätzlicher finanzieller Spielräume. Die dadurch verfügbaren Mittel machen den Abbau des festgestellten Nachholbedarfs bis zum Jahr 2020 möglich.

Nikolaus Richter und Stefan Thomas: Strategien für das Stadtwerk der Zukunft – INFRAFUTUR: Die partnerschaftliche Untersuchung der Zukunft kommunaler Unternehmen

Zusammenfassung: Das „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH“ hat im Rahmen der Forschungspartnerschaft INFRAFUTUR gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden der Ver- und Entsorgungswirtschaft untersucht, ob kommunale Unternehmen noch eine Zukunft haben – und wenn ja, welche. Im Ergebnis zeigte sich: Ein großes Spektrum an Strategien und strategischen Maßnahmenbündeln ist geeignet, auf kommunaler Ebene die Daseinsvorsorge zu sichern und auszubauen. Stadtwerke haben somit eine Zukunft. Dies gilt selbstverständlich nicht pauschal: Stadtwerke haben dann eine Zukunft, wenn sie sich verändern. Sie werden z.B. gebraucht als zentraler Partner der Kommune bei der Erarbeitung und Umsetzung der eigenen Klimaschutzkonzepte.

Matthias Koziol und Lars Porsche: Innovative Konzepte und Modellvorhaben der Weiterentwicklung kommunaler technischer Infrastruktur – Das Beispiel der energetischen Stadterneuerung

Zusammenfassung: Das Handlungsfeld der energetischen Stadterneuerung vereint vor dem Hintergrund von Energieeinsparung und Erhöhung der Energieeffizienz multidimensional stadtplanerische, technische und ökonomische Aspekte der Stadtentwicklung. Besonders in den neuen Bundesländern bietet sich mit dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“ die Chance, Vorhaben der energetischen Stadterneuerung breitenwirksam umzusetzen. Der Stadtumbau löst vielerorts erhebliche Veränderungen aus, durch die sich wichtige Potenziale für die Energieeinsparung und Energieeffizienzerhöhung ergeben können. Nicht alle der mit hoher Dynamik im Stadtumbau umgesetzten Maßnahmen sind mit den Zielen der energetischen Stadterneuerung vereinbar. Teilweise stehen die Folgen des Stadtumbaus den Zielen der energetischen Stadterneuerung entgegen. Daraus ergibt sich ein konzeptioneller Handlungsbedarf.

Rainer Winkel: Innovative Konzepte im Bereich sozialer Infrastruktur

Zusammenfassung: Die soziale Infrastruktur erfährt umfangreiche Veränderungen durch den demografischen Wandel und weitere Einflüsse. Darauf gilt es Konzepte auszurichten. Geeignete innovative Konzepte liegen für weite Bereiche vor, nicht zuletzt als Ergebnisse von Bundes- und Landesmodellvorhaben. Innovative Konzepte zeichnen sich vor allem durch hohe Flexibilität in den Kapazitäten, der Nutzungsart, durch Multifunktionalität, die Einbeziehung von neuesten Facherkenntnissen sowie durch Aufgabenwahrnehmung in interkommunaler Kooperation bei Ausrichtung auf sparsame Lösungen mit niedrigen Folgekosten aus. Einer derartigen Ausrichtung stehen jedoch bislang häufig Vorgaben der Länder entgegen, die durch ressortübergreifende, interministerielle Abstimmung dringend auszuräumen sind. Zur Umsetzung innovativer Konzepte der sozialen In­frastruktur bedarf es eines zügigen Handelns auf der Grundlage einer vorausschauenden Entwicklungsplanung.

Die Autorinnen und Autoren dieses Hefts

Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol, Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus, Lehrstuhl Stadttechnik, E-Mail: koziol@tu-cottbus.de

Dipl.-Sozialökonom Dipl.-Volkswirt Jens Libbe, Deutsches Institut für Urbanistik GmbH (Difu), Berlin, Arbeitsbereich Umwelt und Verkehr, E-Mail: libbe@difu.de

Lars Porsche, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Referat I 5 „Verkehr und Umwelt“, E-Mail: lars.porsche@bbr.bund.de

Nikolaus Richter, Volkswirt, Leiter des Themenbereichs „Dezentrale Infrastrukturen“ am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, E-Mail: nikolaus.richter@wupperinst.org

Dipl.-Kfm. (FH) Stefan Schneider, Deutsches Institut für Urbanistik GmbH (Difu), Berlin, Arbeitsbereich Wirtschaft und Finanzen, E-Mail: schneider@difu.de

Dr. Stefan Thomas, Physiker und Politikwissenschaftler, Leiter der Forschungsgruppe „Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik“ am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, E-Mail: stefan.thomas@wupperinst.org

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Tietz, Lehrstuhl Ver- und Entsorgungssysteme, Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung, E-Mail: hans-peter.tietz@tu-dortmund.de

Prof. Dr. Rainer Winkel, Leiter des Deutschen Instituts für Stadt und Raum (DISR), TU Dresden Netzwerk Stadt + Region, E-Mail: rainer.winkel@t-online.de

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Veröffentlichungsangaben

Print

ISBN: 978-3-88118-467-0, Preis: 20.00€


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