Was bringt KI für Kommunen?
Künstliche Intelligenz (KI) gilt derzeit als eine der zentralen Zukunftstechnologien. In Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wird KI als universelles Werkzeug zur Effizienzsteigerung, Entscheidungsoptimierung und evidenzbasierten Problemlösung angesehen. Dieser Diskurs erreicht zunehmend auch die kommunale Ebene: Von Chatbots in der Bürgerkommunikation über Echtzeit-Monitoring städtischer Infrastrukturen bis hin zu automatisierten Bauanträgen finden sich immer mehr Anwendungen und Tools. Die Bedeutung von KI für die kommunale Praxis wächst und Einsatzmöglichkeiten bieten alle Bereiche der Stadtentwicklung.
Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel, Ressourcenknappheit und den Erwartungen an eine servicefreundliche Stadt scheint es für Kommunen fahrlässig, das Potenzial von KI nicht zu nutzen. Gleichzeitig bestehen große Unsicherheiten mit Blick auf technologische Möglichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutzanforderungen und tatsächliche Wirkungen des KI-Einsatzes. Es zeigt sich ein Spannungsfeld: Kommunen sollen innovativ und digital agieren, gleichzeitig rechtssicher, sparsam und gemeinwohlorientiert handeln - und dies oft ohne tiefergehendes KI-Fachwissen in einem sehr dynamischen und stark privatwirtschaftlich geprägtem Markt. Während KI als Chance gesehen wird, komplexe städtische Herausforderungen unter restriktiveren Rahmenbedingungen effektiver zu lösen, bleibt offen, inwieweit sie tatsächlich Effizienz, Qualität und Transparenz erhöht – oder neue Abhängigkeiten, Ungleichheiten und Steuerungsprobleme schafft bzw. verstärkt.
Das Difu-Eigenmittelprojekt untersucht die tatsächlichen Wirkungen und schließt damit eine Wissenslücke. Im Vordergrund stehen nicht die technische Machbarkeit, sondern empirisch überprüfbare Implikationen von KI. Aufbauend auf einer Kommunalbefragung sowie qualitativen Interviews werden ein Indikatorenset zur Einordnung der Wirkungen von KI in ausgewählten Handlungsfeldern sowie Handlungsempfehlungen für die kommunale Praxis entwickelt.