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Difu-Berichte 4/2019 - Räumliche Dimensionen der Digitalisierung

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen des Landes Berlin und das Deutsche Institut für Urbanistik stellen Veröffentlichung zu räumlichen Auswirkungen der Digitalisierung vor und leiten Handlungsbedarf ab.

Die digitale Transformation rückt immer stärker in den Fokus der Stadtentwicklungsplanung. Dies spiegelt die Bedeutung des Themas Digitalisierung, das inzwischen generell als wichtigstes kommunales Thema der kommenden Jahre angesehen wird. Zugleich sind die räumlichen Wirkungen dieses Prozesses bisher noch wenig untersucht. Aussagen hierzu sind eher allgemeiner Art, ohne dass sich daraus Hinweise für das konkrete Planungshandeln ableiten lassen. In Hinblick auf einzelne Themenfelder lassen sich zumindest tendenzielle Wirkungen benennen. Daher hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen des Landes Berlin das Deutsche Institut für Urbanistik mit einer explorativen Studie beauftragt. Ziel war es, Aufgaben sowie Diskussionsund Handlungsbedarf für das Berliner Planungshandeln zu sondieren und darzulegen, wie damit umzugehen ist.

Im Fokus der Untersuchung standen folgende Fragestellungen:

  • Welche Wirkungen auf den städtischen Raum gehen mit der Digitalisierung und IKT-basierten Anwendungen einher?
  • Welche veränderten Raumwahrnehmungen sind mit der Digitalisierung verbunden?
  • Welche Wirkungen ergeben sich in Hinblick auf städtische Nutzungen und Funktionen (z.B. Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Mobilität)?
  • Welche Wirkungen zeigen sich mit Blick auf städtische Lebensqualität oder Wettbewerbsfähigkeit?
  • Was bedeutet dies in Hinblick auf die Stadtentwicklungsplanung und damit verbundene Prozesse wie Beteiligung, Fachplanung, Daten)?

Die neue Veröffentlichung basiert auf der Auswertung von Smart-City-Aktivitäten der 200 größten deutschen Städte sowie auf Interviews mit ausgewählten Fachleuten aus Wissenschaft und Planung. Die Schlussfolgerungen wurden in einem Fachgespräch zur Diskussion gestellt und danach überarbeitet in der Publikation anhand von Thesen vorgestellt.

Digitalisierung

Die Publikation verdeutlicht, dass die mit der Digitalisierung verbundenen Implikationen zu bedeutsam sind, als dass sie nicht Gegenstand der Stadtentwicklungsplanung sein sollten. Der Anspruch kann nicht darin bestehen, den digitalen Wandel nur zu „begleiten“. Der Anspruch muss sein, die Entwicklung im Rahmen des planerisch Möglichen aktiv mitzugestalten. Der Handlungsbedarf ist in Anbetracht der Geschwindigkeit der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft groß.

Stadtentwicklungsplanung in der digitalen Transformation bedeutet auch keine Unterordnung unter einen „digitalen Imperativ“. Es geht vielmehr darum, selbstbestimmt zu definieren, was für die Erreichung von Stadtentwicklungszielen dienlich ist. Zudem ist aufzuzeigen, wie die Entwicklung so gesteuert werden kann, dass sie den diversen gesellschaftlichen Ansprüchen an eine digital „nutzungsfreundliche“ Stadt und insbesondere dem Gemeinwohl gerecht wird.

Der strategischen Stadtentwicklungsplanung kommt die Aufgabe zu, zunächst den Bedarf festzustellen, also die aus der Digitalisierung resultierenden veränderten Ansprüche an den Raum – bezogen auf die Gesamtstadt, aber auch auf die Situation in Bezirken und Quartieren. Im Falle Berlins setzt dies entsprechende Prozesse zwischen Senatsverwaltung und Bezirken voraus.

Die Grundsätze der Planung, wie die Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt, ebenso wie eigene Ziele der Stadtentwicklung sind der Rahmen, mit dem Digitalisierungsprozesse und ihre räumlichen Folgen zu bewerten sind; sie werden durch die Digitalisierung nicht grundsätzlich infrage gestellt. Sie bedürfen jedoch im Detail der Justierung.

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