Infrastruktur

Telematiktransfer

Im Rahmen des Projekts wurden die Nutzung von Telematikanwendungen und der Beratungsbedarf informationsorientierter Dienstleistungsunternehmen in Berlin und London untersucht. Dabei ging es vor allem um die Schnittstellen zwischen Beratungsbedarf, angeboten und regionalen Implikationen.

Im Rahmen des Projekts wurden die Nutzung von Telematikanwendungen und der Beratungsbedarf informationsorientierter Dienstleistungsunternehmen in Berlin und London untersucht. Dabei ging es vor allem um die Schnittstellen zwischen Beratungsbedarf, angeboten und regionalen Implikationen. Deutlich wurden erhebliche Unterschiede der jeweiligen Strategien des Technologietransfers, aber auch Gemeinsamkeiten im Hinblick auf die "Erreichbarkeit" der Unternehmen.



Die Berliner Transferlandschaft zeichnet sich durch eine Vielzahl von Transfereinrichtungen und -angeboten und eine hohe "Wissensdichte" aus. Diese Vielfalt wird jedoch nicht immer als Stärke der Region wahrgenommen, sondern besonders von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als unübersichtlich und erschwerend für den Technologietransfer empfunden. Die Transferangebote konzentrieren sich auf Lösungen für die Unternehmen des produzierenden Gewerbes und teilweise auf produktionsorientierte Dienstleister. Dem an Bedeutung gewinnenden Segment der informationsorientierten Dienstleister wird bei der Gestaltung von Transferangeboten bisher kaum Beachtung geschenkt. Dies ist dem strukturellen Wandel in einem Verdichtungsraum wie Berlin, der unter großen Strukturproblemen leidet, wenig förderlich.



In London wirkt sich die administrative Zersplitterung, die durch die Abschaffung des Greater London Council entstanden ist, auch auf die lokale Technologietransfer-Landschaft aus. Der stärker dienstleistungsorientierten Wirtschaftsstruktur in London angepaßt, besteht dort auch bei den Transferangeboten eine größere Hinwendung zu Dienstleistungsunternehmen und -tätigkeiten. In der Konzeption der Technologietransfer-Einrichtungen wird der privatwirtschaftlichen Komponente eine größere Bedeutung beigemessen. Aber auch hier zeigen sich Schwierigkeiten, Transfermaßnahmen allein "über den Markt" zu finanzieren.



Es gelingt in beiden Städten nur schwer, mit Hilfe der öffentlich geförderten Transfereinrichtungen den technologischen Wandel in KMU zu fördern. Das generelle Ziel des Telematiktransfers, Innovationsblockaden zu identifizieren und zu ihrer Überwindung gezielt den Kommunikationsprozeß zwischen Wissens- und Technologiegeber und nehmer zu organisieren, wird nur in sehr bescheidenem Umfang erreicht. Die Ausstrahlungseffekte von regionalen Vorreitern der Telematikanwendung in die mittelständische Unternehmenslandschaft sind sehr begrenzt. Eine Einbindung in den regionalen Transfer des Anwendungs-Know-how gibt es kaum. Die stärkere telematikgestützte Vernetzung der Unternehmen sowohl innerhalb der Fallstudienregionen als auch nach außen wird ebenfalls nicht als Handlungsfeld gesehen. Damit wird die Chance vergeben, endogene Potentiale durch eine Verbesserung der lokalen Wissensbasis zu stärken. Eine direkte Orientierung des Telematikeinsatzes auf die verdichtungsraumspezifischen Probleme (z.B. Verkehrsprobleme, Überwachungs- und Steuerungsfunktionen im Umweltbereich) ist nicht zu erkennen.



Das Projekt wurde zusammen mit dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms "Technologischer Wandel und Regionalentwicklung in Europa" durchgeführt und wurde im vierten Quartal 1997 abgeschlossen.

Projektleitung
Dr. Busso Grabow
Dr. Holger Floeting
Beate Schulz
Telematiktransfer
bis
Telekommunikation
Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen

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