Nachhaltige Kommune:  Sonnenkollektoren und Windräder
Pressemitteilung

Portal für nachhaltige Kommunen gestartet

Messen, vergleichen und voneinander lernen: Digitale Plattform des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) und der Bertelsmann Stiftung unterstützt Städte, Landkreise und Gemeinden bei der Steuerung ihrer zukunftsorientierten Entwicklung.

Berlin. Die Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Rund zwei Drittel der SDG-Unterziele lassen sich nur durch lokales Handeln erreichen. Ob Klimaschutz und Energie, Mobilität, Wohnen, Bildung oder Infrastruktur: Vor Ort entscheidet sich, ob die nachhaltige Entwicklung gelingt. Als freiwillige Aufgabe wird die komplexe Aufgabe des Nachhaltigkeitsmanagements unter Bedingungen knapper Kassen und begrenzter Personalressourcen in Kommunen häufig nur von wenigen Stellen oder einzelnen Personen koordiniert.

Mit dem Portal für nachhaltige Kommunen steht Städten, Landkreisen und Gemeinden in Deutschland ab sofort ein neues digitales Werkzeug zur Verfügung, das kommunales Nachhaltigkeitsmanagement unterstützt. Das Portal ist eine Weiterentwicklung des bewährten SDG-Portals und wurde in einem Modellvorhaben seit Frühjahr 2024 gemeinsam mit 25 Modellkommunen und den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Nachhaltige Kommunen“ zu einer digitalen Plattform für nachhaltige Kommunen ausgebaut. Betrieben wird das Portal von der Bertelsmann Stiftung; der Entwicklungsprozess wurde durch das Difu begleitet. 

„Kommunen treiben nachhaltige Entwicklung jeden Tag voran, unter Bedingungen, die selten einfach sind. Das Portal hilft, bestehende Instrumente besser zu verzahnen, Fortschritte sichtbar zu machen und die Nachhaltigkeitsarbeit integriert zu steuern.“, sagt Projektleiterin Marie Munzert vom Difu.

Das neue Portal ist für Kommunen kostenfrei nutzbar – unabhängig von Größe, Ressourcen oder dem Entwicklungsstand ihres Nachhaltigkeitsmanagements. Voraussetzung ist lediglich eine einmalige Registrierung.

Das Portal für nachhaltige Kommunen bietet drei zentrale Funktionen. Es stellt standardisierte Kommunalprofile mit Nachhaltigkeitsindikatoren aus dem Datenportal „Wegweiser Kommune“ für alle Städte und Gemeinden ab 5.000 Einwohner:innen sowie alle Landkreise zur Verfügung. Darüber hinaus können kommunale Verwaltungen individuelle Profile anlegen und eigene Nachhaltigkeitsstrategien, sowie -berichte mit Zielen, Indikatoren und Maßnahmen hinterlegen. Dabei stehen bewährte Rahmenwerke als Vorlagen zur Verfügung, darunter der Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune und die Agenda 2030. Die Rubrik Wissen enthält Anwendungswissen, Praxisbeispiele, erprobte Tools und Unterstützungsangebote – und wächst kontinuierlich. 

Ein KI-gestütztes Tool erleichtert den themengenauen Zugriff auf relevante Inhalte aus Publikationen – kontextbasiert und unabhängig davon, an welcher Stelle des Portals sich Nutzende befinden. Im Netzwerk kommen alle Kommunen mit individuellem Profil sowie engagierte Partner:innen zusammen, die ein gemeinsames Ziel verbindet: nachhaltige Entwicklung vor Ort voranzubringen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken. Das Portal setzt damit konsequent auf das „Wissen der Vielen" und auf wechselseitiges Lernen. 

Hintergrundinfos

Integrierte Steuerung statt isolierter Einzelmaßnahmen: Das Portal schafft verlässliche Informationsgrundlagen als Voraussetzung für effiziente Entscheidungsprozesse. Es hilft, bestehende Instrumente des Nachhaltigkeitsmanagements zu integrieren und miteinander zu verknüpfen: Ziele, Indikatoren und Maßnahmen werden nicht länger isoliert betrachtet, sondern in einem kohärenten System gebündelt, aufeinander abgestimmt und laufend weiterentwickelt. Die Angebote des Portals stärken die strategische Handlungsfähigkeit der Kommunen, ermöglichen einen pragmatischen Umgang mit Komplexität und profilieren jede Kommune als aktive Gestalterin des Wandels. Gleichzeitig schaffen sie Transparenz – gegenüber der lokalen Politik, der Bürgerschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie gegenüber Akteuren auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene und im Finanzsektor. 

Technische Grundlage ist eine Open-Source-Software: Das Portal wird mit der OS-Software knot dots betrieben. Es setzt auf offene Schnittstellen und vermeidet Vendor-Lock-in-Effekte. Das heißt, dass die Kommunen und die Partner:innen die Hoheit über ihre Daten behalten und diese jederzeit mitnehmen oder an anderer Stelle weiternutzen können. Außerdem wird das Portal auf der Basis von knot dots so betrieben, dass es den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entspricht. 

Geplanter Transfer Ende 2026: Das Portal für nachhaltige Kommunen wurde von der Bertelsmann Stiftung mit Unterstützung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) aufgebaut. Geplant ist, dass die Verantwortung für das Portal Ende des Jahres 2026 an das Difu übertragen wird.

Getragen von breitem Partnerschaftsnetzwerk

Die 25 beteiligten Kommunen:

•    Städte: Arnsberg, Augsburg, Detmold, Dortmund, Freiburg, Fürth, Lemgo, Hamburg, Gießen, Greifswald, Hamm, Kiel, Köln, Luckenwalde, Mannheim, Oldenburg, Pattensen, Stuttgart

•    Landkreise: Alb-Donau-Kreis, Anhalt-Bitterfeld, Böblingen, Lahn-Dill-Kreis, Heinsberg, Mettmann, Wolfenbüttel.

Das Portal wird von den zwölf Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Nachhaltige Kommunen“ getragen:

•    Bertelsmann Stiftung
•    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
•    Deutscher Landkreistag
•    Deutscher Städtetag
•    Deutscher Städte- und Gemeindebund
•    Deutsches Institut für Urbanistik
•    Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt
•    ICLEI European Secretariat
•    Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement
•    Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW
•    Rat der Gemeinden und Regionen Europas/ Deutsche Sektion
•    Rat für Nachhaltige Entwicklung.

Darüber hinaus unterstützen weitere Partnerorganisationen das Portal und stellen digitale Inhalte zur Verfügung.
 

Der Text ist selbstverständlich zur Weiternutzung frei – über ein Belegexemplar bzw. über einen Beleglink an presse [at] difu [dot] de würden wir uns sehr freuen.

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, kommunale Wirtschaft, Städtebau, soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Berliner Institut – mit einem weiteren Standort in Köln (Bereich Umwelt) – bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene praxisnah mit allen Aufgaben, die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Der Verein für Kommunalwissenschaften e.V. ist alleiniger Gesellschafter des als gemeinnützige GmbH geführten Forschungsinstituts.

Kontakt

Marie Munzert, M.Sc.
+49 30 39001-161
munzert [at] difu [dot] de

Dr. Henrik Scheller
+49 30 39001-295
scheller [at] difu [dot] de

Sybille Wenke-Thiem 
+493039001209
wenke-thiem [at] difu [dot] de (wenke-thiem[at]difu[dot]de)     

Screenshot der Website Nachhaltige Kommune

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