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Difu-Berichte 4/2019 - Wie werden E-Tretroller zu nützlichen, nachhaltigen Verkehrsmitteln?

In einem Difu-Brennpunktseminar zum Umgang mit E-Tretrollern gingen Fachleute aus Kommunen der Frage nach, ob und wie Tretroller zu einem stadtverträglichen Verkehrsmittel gemacht werden können und welche Fragen noch offen sind.

E-Tretroller

Nun sind sie da, die E-Tretroller. In vielen deutschen Städten gibt es erste Erfahrungen mit ETretrollern. Aktuell bieten mehr als ein Dutzend Verleihfirmen Fahrzeuge zur Ausleihe per App an. Spitzenreiter ist dabei Berlin mit aktuell rund 16.000 Rollern von fünf Anbietern, in Stuttgart war es anfangs nur ein Anbieter mit 100 Fahrzeugen. Die Polizei verzeichnet Alkohol- und Rotlichtverstöße, Fahren auf Gehwegen, Fahren zu zweit und die Unterschreitung des Mindestalters. In Berlin standen die Fahrzeuge am Brandenburger Tor und einigen anderen Hotspots in fast unüberschaubaren Massen auf den Gehwegen herum. Unfallzahlen liegen noch nicht vor, berichtet wurde von Leichtverletzten durch Fahrfehler.

Um das Chaos im öffentlichen Raum zu begrenzen, vor allem auf Gehwegen, wo diese Fahrzeuge nach der Elektrokleinstfahrzeugeverordnung abgestellt werden müssen, und um die Kooperation von Anbietern und Kommunen zu regeln, gibt es inzwischen ein Memorandum of Understanding zwischen dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie Anbietern von E-Tretroller-Verleihsystemen. Zur Unterstützung der Kommunen haben die beiden kommunalen Spitzenverbände in Zusammenarbeit mit der AGORA Verkehrswende einen Leitfaden „Elektrische Leihtretroller: Mikromobilität mit Potenzial“ erstellt.

Im Rahmen des Difu-Brennpunktseminars „E-Tretroller auf oder neben der Spur?!“ wurde deutlich, dass der Gesetzgeber und die Kommunen noch eine Menge Vor- und Nacharbeiten leisten müssen. Noch nicht plausibel ist, dass die aktuelle bundesweite Regelung für E-Tretroller die Benutzung der Fahrbahn in Fällen vorsieht, in denen Radfahrer mit auf dem Gehweg fahren dürfen. Zugleich sieht sie jedoch für E-Tretroller eine zwingende Benutzung von Radwegen vor, die Radfahrenden nicht mehr zugemutet werden.

Zudem zeigte sich in dem im September in Berlin durchgeführten Seminar, dass viele Fragen noch unbeantwortet sind, so sollte beispielsweise untersucht werden,

  • wie groß die Marktnische von E-Tretrollern für den Alltagsverkehr ist,
  • ob E-Tretroller vielleicht sogar per öffentlichem Dienstleistungsauftrag für Stadtrandgebiete ausgeschrieben werden sollten,
  • ob E-Tretroller vorrangig von Touristen und jungen Kneipenbesuchern benutzt werden,
  • wie Kommunen und Polizei alkoholisierte Fahrten unterbinden und Ordnung auf den Straßen organisieren können, ohne zu viel Personal zu binden.

Dipl.-Geogr. Martina Hertel
+49 30 39001-105
hertel@difu.de

Dipl.-Volkswirt Tilman Bracher
+49 30 39001-260
bracher@difu.de

difu.de/veranstaltungen/2019-09-02/e-tretroller-auf-oder-neben-der-spur.html

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