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30 Jahre Gender in der Stadt- und Regionalentwicklung

Erfahrungen und Perspektiven

Dipl.-Geogr. Uta Bauer, Dipl.-Ing. Franciska Frölich v. Bodelschwingh (Projektleitung), Alena Büttner (Mitarb.)
Veröffentlichungsangaben
Sonderveröffentlichungen, 2017, 123 S., zahlreiche vierfarbige Abbildungen und Grafiken

Ist Gender nach 30 Jahren im Mainstream von Stadt- und Regionalentwicklung angekommen, also für die jüngere Generation der Planerinnen und Planer schon lange ein ganz selbstverständliches Qualitätsmerkmal der Planungskultur geworden? Sind Gleichstellungsfragen „von gestern“ und längst in der Strategie des Diversity-Managements aufgegangen? Oder ist eine geschlechtergerechte Entwicklung von Stadtquartieren, Wohnungen, Infrastruktureinrichtungen und öffentlichen Räumen mittlerweile stillschweigend unter die Räder von neoliberaler Ökonomisierung und reaktiver Anpassungsplanung geraten?

Um diese Fragen zu beantworten und Perspektiven für den Umgang mit Gender in der Stadt- und Regionalentwicklung ableiten zu können, wurde das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) mit der Durchführung einer Studie beauftragt, die von den Städten München und Wien, dem Land Berlin und dem Regionalverband Ruhr finanziert wurde. In Fallstudien und Expert/inneninterviews  wurden drei inhaltliche Schwerpunkte untersucht: 

  • Gender als Qualitätskriterium: Hat die Berücksichtigung von Gender die Qualität der Planungen verbessert?
  • Gender als Differenzierungskategorie: Welche Rolle spielt die Beschäftigung mit geschlechterspezifischen Kriterien im Kontext von Diversity und Inklusion noch?
  • Gender als Zukunftsaufgabe: In welchen aktuellen Handlungsfeldern der Stadt- und Regionalentwicklung ist es weiterhin notwendig, den Genderblick zu betonen?

Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor und zeigen, dass viele Inhalte einer gendergerechten Planung im „Mainstream“ der kommunalen Planungspraxis angekommen sind. Neue Herausforderungen wie Zuwanderung, soziale Spaltung, Digitalisierung oder Klimawandel werfen aber auch neue Fragen auf. Machtfragen überlagern sich mit Fachfragen, Wachstumsdruck und Effizienzsteigerung stellen soziale und räumliche Qualitäten in Frage. In der Hektik des Tagesgeschäfts droht die Erkenntnis verloren zu gehen, dass sozialer Friede und gelingende Integration ohne eine gerechte Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von Frauen und Männern, Jungen und Mädchen nicht möglich ist.