Technikfolgenabschätzung, Akzeptanz und Kommunikationsstrategien beim Ausbau der IKT-Infrastruktur in Kommunen

Bereich 
Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen
Bearbeiter 
Dr. Holger Floeting (Projektltg.), Dr. Jasmin Honold, Roman Soike
Status 
laufend
Auftraggeber 
Deutsche Telekom Technik GmbH
Themenfelder 
Laufzeit 
2015 bis 2017

Das Projekt befasst sich mit den Folgen des digitalen Wandels auf die Städte und Gemeinden. Beispielhaft stehen dafür die drahtlosen Kommunikationsnetze im Fokus des Vorhabens. Es wird Orientierungswissen für die Kommunen erarbeiten, wie sie mit diesen Veränderungen umgehen können, und Informationen erheben, wie Kommunen bei den entsprechenden Anpassungsprozessen unterstützt werden können.

Die Untersuchung soll die kommunalen Akteure in die Lage versetzen, einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs über Technikentwicklung anzuregen und zu moderieren.

Als Querschnittstechnologien greifen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens ein. Nicht nur größere Städte als Räume höchster Informationsdichte, Knoten der Netzinfrastrukturen und Orte, an denen sich die Anwender konzentrieren, spüren dies. Auch in kleineren Gemeinden ist der Ausbau der breitbandigen Kommunikationsnetze ein zentrales Thema. Wenngleich für den Ausbau der Netzinfrastruktur in Kommunen im Bereich der IKT bewährte Verfahren bestehen (z.B. im Mobilfunk) und neue Modelle entwickelt werden (z.B. beim Breitbandausbau), ergeben sich doch auch erhebliche Unsicherheiten in anderen Bereichen des Aus- und Umbaus der Netzinfrastruktur (z.B. bei M2M-Techniken).

Mit der geplanten umfassenden Ausstattung von öffentlichen Räumen mit IKT (z.B. im Zuge von Smart-City-Strategien) ebenso wie mit der zunehmenden Ausstattung von Privathaushalten in Städten und Gemeinden mit vernetzten IKT-gestützten Endgeräten und Anwendungen (z.B. im Kontext von Smart Home-Anwendungen) ergeben sich neue Informations-, Kommunikations-, Entscheidungs- und Handlungsbedürfnisse seitens der kommunalen Akteure. Auch erweitert sich der Kreis der kommunalen Akteure, die mit entsprechenden Themen befasst sind.

Gleichzeitig nimmt der Bedarf an Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungen zu, die mit dem Ausbau der technischen Infrastruktur in den Kommunen verbunden sind. Entwicklungen in anderen Bereichen der technischen Infrastruktur (z.B. Fernstraßenbau, großräumigen Ausbau der Elektroenergietrassen) verweisen darauf, welche Umsetzungshürden, Akzeptanzprobleme sich ggf. entwickeln könnten und welche Anforderungen sich im Hinblick auf wirkungsvolle Kommunikationsstrategien stellen.

Umgekehrt werden die Möglichkeiten einer umfassenden Nutzung von IKT-gestützten Anwendungen und Verfahren in einem städtischen Umfeld und deren Potenziale für die kommunale Entwicklung, die sich besonders aus neuen M2M-Technologien, dem Zusammenwachsen von Infrastrukturbereichen (z.B. Energie, IKT, Mobilität) und dem entsprechenden technologisch-ökonomischen Strukturwandel ergeben können, bisher wenig in der Breite der kommunalen Landschaft wahrgenommen. Teilweise werden damit auch eher Befürchtungen z.B. hinsichtlich neuer nicht erfüllbarer kommunaler Aufgaben damit verbunden.

Die fortschreitende Digitalisierung urbaner Räume ist mit erheblichen Anpassungsnotwendigkeiten bei strategischen Ansätzen, Regeln, institutionellen Strukturen, Governance-Arrangements und operativem Handeln der Kommunen verbunden. Bisher fehlt es an einem systematischen Überblick darüber, in welchen für die Kommunen relevanten Bereichen Veränderungen kurz-, mittel- und langfristig Auswirkungen auf das kommunale Handeln haben werden, welche kommunalen Aufgabenfelder besonders betroffen sein werden und wie kommunales Handeln an die veränderten Voraussetzungen angepasst werden kann.