Wirkungsanalyse großer innerstädtischer Einkaufscenter

Bereich 
Fortbildung
Bearbeiter 
Dr. rer.nat. Gerd Kühn (Projektltg.), Diana Bang
Kooperationspartner 
Dipl.-Ing. Rolf Junker, Büro Junker & Kruse, Stadtforschung/Planung, Dortmund, Dr. Holger Pump-Uhlmann, Architekt und Bauhistoriker, Braunschweig
Status 
abgeschlossen
Auftraggeber 
Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in NRW, Karstadt, Kaufhof, mittelständische Projektentwickler, Stadt Bremen, Stadt Potsdam, Stadt Mannheim
Themenfelder 
Laufzeit 
2007 bis 2008

Die Ansiedlung großer Einkaufscenter wird seit geraumer Zeit als geeignete Strategie angesehen, um Innenstädte oder Stadtteilzentren aufzuwerten. Vor allem in den vergangenen 15 Jahren sind in Deutschland ca. 150 zentral gelegene Center entstanden. Eine ganze Reihe weiterer Großprojekte befindet sich gegenwärtig im Planungsstadium. Für die betroffenen Kommunen besteht dadurch einerseits die Chance, die Anziehungskraft und damit die Kaufkraftbindung im Einzelhandel zu erhöhen und den Kunden ein besseres Angebot zu bieten, woraus sich zunächst Vorteile für bestehende Einkaufslagen ergeben. Andererseits können neue innerstädtische Einkaufszentren in Abhängigkeit von Centergröße, Mikrostandort, Architektur und Branchenmix die ökonomischen Entwicklungen der alten Innenstadt jedoch auch nachhaltig so negativ beeinflussen, dass es selbst für gewachsene Einkaufslagen schwierig wird, sich im Wettbewerb zu behaupten.

Bislang fehlten gesicherte Ex-post-Betrachtungen zu den Wirkungen solcher Verkaufsanlagen auf die Städte. Mit dem im März 2007 gestarteten Projekt „Wirkungsanalyse großer innerstädtischer Einkaufscenter“ soll diese Lücke geschlossen werden: Im Rahmen einer klassischen Vorher-Nachher-Untersuchung werden ökonomische und funktionale Auswirkungen auf das innerstädtische Geschäftszentrum analysiert und der Zusammenhang zwischen Centeransiedlung und Erhalt der historischen Stadtstruktur untersucht. Um zu übertragbaren Ergebnissen zu kommen, werden zwölf Fallbeispielstädte bearbeitet, die über ein Einkaufscenter in unterschiedlicher Größe und Mikrolage verfügen. Zusätzlich werden vier Vergleichsstädte in die Untersuchung einbezogen, in deren Innenstädten bislang keine Centeransiedlung stattgefunden hat. Damit ist gewährleistet, dass Entwicklungen in Innenstädten mit einem Shopping-Center mit denen in centerlosen Innenstadträumen verglichen werden. Das Projekt wird im Februar 2008 abgeschlossen.

Fallstudienstädte/involvierte Städte: Bocholt, Bremen, Düren, Erfurt, Hagen, Kempten (Allgäu), Mannheim, Minden, Osnabrück, Potsdam, Regensburg, Schwedt/Oder, Schwerin, Siegen, Wetzlar und Wilhelmshaven.