Wärmeplanung umsetzen: Prüfgebiete mit unklaren Rahmenbedingungen
Durch kommunale Wärmeplanung sollen Gebäudeeigentümer:innen und Energieversorgungsunternehmen künftig Orientierung über die günstigste Wärmeversorgungstechnologie in verschiedenen Stadtgebieten erhalten. So ist ersichtlich, wo Wärmepumpen und andere dezentrale Versorgungsoptionen eingesetzt werden sollten oder wo eine eher zentrale Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern über Wärmenetze günstiger wäre. Doch was tun, wenn sich keine belastbare und eindeutige Aussage über die günstigste treibhausgasneutrale Wärmeversorgung für Gemeindegebiete treffen lässt?
In nahezu allen vorliegenden Wärmeplänen gibt es solche Gebiete – die Kategorie der sogenannten Prüfgebiete. Sie sind durch komplexe baulich-technische Gegebenheiten gekennzeichnet, aufgrund derer mit den herkömmlichen Methoden der Wärmeplanung keine klaren Aussagen über die künftige Wärmeversorgung möglich sind oder in denen spezifische Umsetzungshemmnisse bestehen. Für Gebäudeeigentümer:innen und Energieversorgungsunternehmen führt dies zu Planungsunsicherheiten in technischer, ökonomischer, organisatorischer oder zeitlicher Hinsicht.
Gegenstand des Difu-Vorhabens sind solche „Prüfgebiete“ in der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Leipzig. Zentrales Element ist dabei ein auf Teilhabe und aktive Mitwirkung zielender Kommunikations- und Aushandlungsprozess. Dieser wird von der Stadt Leipzig im Verbund mit dem Difu und der BTU Cottbus-Senftenberg in zwei Prüfgebieten durchgeführt. Basierend auf technischen und sozialwissenschaftlichen Analysen werden gemeinsam mit Energieversorgern, Gebäudeeigentümern und Hausverwaltungen und unter Einbeziehung der Mieterinteressen dialogorientiert praktikable Versorgungslösungen mit hohen Umsetzungschancen entwickelt.
Durch die Projektarbeit sollen zwei Ziele erreicht werden: Erstens den Wissenstand der Wärmeplanung in Bezug auf Daten und Methoden erhöhen, um die Zahl der Gebiete mit unklaren Zukunftsperspektiven zu reduzieren. Zweitens gilt es, Strategien zum Umgang mit Unsicherheiten in Prüfgebieten zu entwickeln.
Neben der Gesamtprojektkoordination übernimmt das Difu vor allem sozialwissenschaftliche Aufgaben bei der Erstellung der Studien in den Prüfgebieten. Diese Studien geben Empfehlungen über Versorgungslösungen und Organisationsformen. Unter Einbeziehung sozialräumlicher Faktoren werden dabei insbesondere organisatorische Abläufe und die Gestaltung der Prozesse, mit denen die Unsicherheiten in den Prüfgebieten gelöst oder gemindert werden, in den Blick genommen.
Im Projekt „Wärmeplanung umsetzen: Prüfgebiete mit unklaren Rahmenbedingungen (PruefKonkret)“ unterstützt das Difu die Stadt Leipzig bei der Entwicklung geeigneter Prozesse in den ausgewählten Prüfgebieten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend so aufbereitet, dass sie auf andere Prüfgebiete übertragbar sind und als Grundlage für Planungskriterien und -methoden in der kommunalen Wärmeplanung dienen.
PruefKonkret