Lokale Agenda 21 - Umwelt und Gesundheit

Themenfelder 
Bereich 
Stadtentwicklung, Recht und Soziales
Bearbeiter 
Laufzeit 
2004 bis 2005
Jahresbericht 
2005
Status 
abgeschlossen

Im Auftrag des Umweltbundesamtes und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinsoziologie am Universitätsklinikum Eppendorf der Universität Hamburg, der Hochschule Magdeburg-Stendal, Agenda-Transfer sowie dem Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst Nordrhein-Westfalen hat das Difu im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit von August 2004 bis Dezember 2005 das Projekt Lokale Agenda 21 - Umwelt und Gesundheit bearbeitet.

Im ersten Projektabschnitt wurde im Rahmen einer Expertise untersucht, ob und inwieweit die Potenziale der Lokalen Agenda 21 in Hinblick auf eine Verknüpfung der Themenbereiche Umwelt und Gesundheit auf kommunaler Ebene bereits ausgeschöpft sind und welche erfolgreichen Strategien und Projekte in der kommunalen Praxis entwickelt und umgesetzt werden, aber auch in welchen Bereichen Kooperations- und Kommunikationsbarrieren oder andere Hemmnisse bestehen. Dazu führte das Projekt bearbeitende Konsortium eine Umfrage bei allen kreisfreien Städten und Landkreisen mit Lokale- Agenda-Beschluss, eine Befragung der Länderministerien für Umwelt sowie für Gesundheit, diverse Expertengespräche, Fallstudien in Heidelberg, Magdeburg, München und Viernheim sowie eine Fachtagung durch. Die Expertise ist auf der Internet-Seite des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (www.apug.de) sowie des Difu (http://edoc.difu.de/orlis/DF9853.pdf) veröffentlicht. Darüber hinaus ist eine Kurzfassung mit den zentralen Ergebnissen und Empfehlungen in der Difu-Reihe "Aktuelle Information" unter dem Titel "Kommunale Umwelt gesundheitsfördernd gestalten - Praxis der Lokalen Agenda 21" erschienen, die auch ins Englische übersetzt wird.

Ein wesentliches Ergebnis der Expertise ist, dass eine bewusste und systematische Verbindung von Umwelt und Gesundheit vielerorts noch nicht ausreichend gelungen ist. Aspekte des gesundheitsbezogenen Umweltschutzes/der umweltbezogenen Gesundheitsförderung fließen eher implizit in Themenfelder wie Verkehr, Wohnen und Energie ein. Um die Einbindung und Bearbeitung des Themenfeldes "Umwelt und Gesundheit" zu befördern, scheinen daher insbesondere Informationen, Aufklärung und Bewusstseinsbildung im Hinblick auf die Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit erforderlich. Als weiteres zentrales Ergebnis hat sich herausgestellt, dass die meisten Vorortakteure Informationen und Arbeitshilfen in Form von praxisnahen Gute-Praxis- Beispielen gegenüber grundlagenorientierten Handbüchern deutlich favorisieren.

Ziel des zweiten Projektabschnitts war es daher, für das kommunale Handeln eine dem Informationsbedarf der Vor-Ort-Akteure entsprechende pragmatische Arbeitshilfe mit Gute-Praxis-Beispielen sowie mit Anregungen, Hilfestellungen und Kontakten für das Themenfeld "Umwelt und Gesundheit" zu erstellen und somit Anreize für weitere Initiativen im Alltagshandeln auf der kommunalen Ebene zu schaffen. In der Arbeitshilfe werden sowohl strategische (z.B. Entwicklung von Leitbildern und Zielen, Verträglichkeitsprüfungen bei kommunalen Planungen und Vorhaben) als auch inhaltliche Handlungsfelder (z.B. Reinhaltung der Außenluft, Lärmbekämpfung, umweltschonende und gesundheitsfördernde Mobilität, Wohnumfeldverbesserung) behandelt. Die Darstellung der Handlungsfelder umfasst jeweils eine knappe "theoretische" Einführung zur Ausgangslage, zur Relevanz des Handlungsfeldes für das Themenfeld "Umwelt und Gesundheit" sowie zu existierenden kommunalen Strategien im Handlungsfeld. Hieran schließt sich die Darstellung drei bis vier ausgewählter Gute-Praxis-Beispiele an. Die Dokumentation von Gute-Praxis-Beispielen wurde ebenfalls im Internet veröffentlicht und bildet gleichzeitig den Grundstein für ein Internet-Portal "Lokale Agenda 21 - Umwelt und Gesundheit" (www.la21-umwelt-gesundheit.de) (Böhme, Frölich, Löhr [IL], Reimann, Schuleri- Hartje).