Nahversorgung in Großstädten – Entwicklungen, Probleme, Handlungsmöglichkeiten

Bereich 
Fortbildung
Bearbeiter 
Dr. rer.nat. Gerd Kühn (Projektltg.)
Kooperationspartner 
Rolf Junker, Planungsbüro Junker und Kruse Stadtforschung/Stadtplanung, Stadt Dortmund
Status 
abgeschlossen
Themenfelder 
Laufzeit 
2004 bis 2005

Im Lebensmitteleinzelhandel findet seit geraumer Zeit ein Verdrängungswettbewerb statt, der seit einigen Jahren von den Discountern dominiert wird. Verlierer sind vor allem kleinere, nicht mehr konkurrenzfähige Supermärkte. Neben den alten Versorgungsnetzen in Stadtteilzentren und Nahversorgungszentren ist ein Netz von neuen, eher abseits gelegenen "Ortsschildlagen" entstanden. Die Angebotsvielfalt an den alten Standorten geht zurück; sie verlieren gegenüber den weitmaschigen neuen Standortnetzen an Boden. "Schwächelnde" oder gar fehlende Frequenzbringer beschädigen die Gemeinschaft von Handel und diversen Dienstleistern an den alten Standorten. Die mobilen Bewohner reagieren mit einer Abwanderung zu den dezentralen autoorientierten Einkaufsstandorten; immobile Haushalte können in Schwierigkeiten geraten.

Im Mittelpunkt des inzwischen abgeschlossenen Projekts standen zunächst die Durchführung und Auswertung einer Umfrage unter zehn Großstädten (Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Erfurt, Karlsruhe, München, Münster, Nürnberg und Stuttgart) zur Situation bei der Nahversorgung und zum Umgang mit auftretenden Problemen. In einem ersten im Herbst 2004 durchgeführten Workshop wurden in einem Erfahrungsaustausch zwischen den am Projekt beteiligten Großstädten Entwicklungsprozesse analysiert und damit begonnen, Instrumente zur Sicherung der Nahversorgung zu diskutieren. Im zweiten Workshop (Januar 2005) wurde die Diskussion um den "richtigen Werkzeugkasten" vertieft fortgesetzt.

Zentraler Befund im Endbericht: Zumindest in den Großstädten ist die Grundversorgung in Wohnungsnähe noch nicht gefährdet; bis auf dünn besiedelte Randbereiche der großen Kommunen sind in der Regel 90 Prozent der städtischen Wohngebiete ausreichend versorgt. Aber: Erforderlich ist kommunales Handeln mit Blick auf den Handel. Als Instrumente kommen rechtliche Regelungen, Einzelhandelskonzepte, Planungs- und Baumaßnahmen in den Zentren der Nahversorgung und kooperative Verfahren in betracht. Der Endbericht soll nach Freigabe durch die zehn Auftraggeber in der Reihe Difu-Beiträge zur Stadtforschung veröffentlicht werden.