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Difu-Berichte 4/2018 - Regionale Werteschöpfung soll Energiewende treiben

Maßnahmen für die Energiewende entfalten positive und negative Wirkungen. Die Bewertung von Investitionen allein anhand der erzielbaren Rendite greift zu kurz und bremst den Transformationsprozess. Wichtig ist auch der Blick auf die regionale Wertschöpfung.

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Unternehmerisch handelnde Akteure können mit Hilfe von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen die Vor- und Nachteile von Investitionsentscheidungen abwägen. Dies kann den Beschluss einer Maßnahme fundieren oder die Auswahl zwischen Alternativen erleichtern.

Im Nachhinein kann mit Hilfe entsprechender Analysen der Nachweis erbracht werden, dass eine Entscheidung richtig war – zumindest wenn die erhofften positiven Auswirkungen eingetreten sind. Zudem liefern nachträgliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen wichtige Hinweise für erforderliche Anpassungen oder künftig veränderte Herangehensweisen. Ein wesentlicher Aspekt der Wirtschaftlichkeit einer Investition ist deren Effizienz und damit die Frage, in welchem Verhältnis der erforderliche Mitteleinsatz und der dadurch erzielte finanzielle Nutzen stehen. Aus unternehmerischer Perspektive ist eine Investition insbesondere dann wirtschaftlich, wenn deren finanzieller Nutzen den Mitteleinsatz in der Gesamtbetrachtung übersteigt. Eine weitere Dimension von Wirtschaftlichkeit ist die Effektivität. Hier wird betrachtet, ob mit den eingesetzten Mitteln auch inhaltliche Ziele erreicht werden. Dabei spielen insbesondere nichtmonetäre Aspekte und politische Zielstellungen eine Rolle. Allerdings ist die Zuordnung und Bewertung entsprechender Effekte zu einzelnen Entscheidungen und Maßnahmen eine besondere methodische Herausforderung.

Soviel zur Theorie. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts „EnAHRgie – Die lokale Energiewende umsetzen“ wurde unter anderem untersucht, von welchen Parametern die Akteure der lokalen Wirtschaft ihre Investitionsentscheidungen abhängig machen. Die Projektergebnisse werden voraussichtlich Mitte 2019 in vier Leitfäden zu den Themen Technologieszenarien, Partizipation, Kooperation und Ökonomie veröffentlicht. Konkret geht es bei dem Forschungsprojekt, an dem neben dem Difu 13 weitere Partner aus Wissenschaft und Praxis teilnehmen, um Maßnahmen der Energiewende. Investitionen in Photovoltaik-Anlagen, energieeffiziente Heizsysteme oder andere entsprechende Maßnahmen müssten eine positive Rendite erwirtschaften, die auch das unternehmerische Risiko mit abdeckt, so die Rückmeldung. Entscheidungsrelevant sei primär der effiziente Mitteleinsatz bezogen auf einzelne Anlagen bzw. Investitionen. Das Erreichen übergeordneter Ziele rückt in den Hintergrund.

Im Untersuchungsraum des Forschungsprojekts, dem Landkreis Ahrweiler, bremste dieser enge Fokus in der Vergangenheit die politisch angestrebte Energiewende. Potenzielle Maßnahmen erfüllten die Wirtschaftlichkeits- bzw. Renditeanforderungen der lokalen Akteure oft nicht. Der begrenzte Blick auf die einzelne Maßnahme blendete aus, dass sich in vor- und nachgelagerten Stufen wirtschaftlicher Betätigung weitere positive Effekte beobachten lassen. Diese sind nicht ausschließlich finanzieller Natur. Beispielsweise hat die Schaffung von Arbeitsplätzen zwar auch fiskalische Wirkungen – die Sicherung von Erwerbsgrundlagen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten sind für eine Region aber ebenfalls wichtig. Bei der Betrachtung wurde deshalb die finanzielle Perspektive im Sinne einer Wertschöpfungsanalyse über den engen Rahmen einer einzelnen Energiewende-Maßnahme hinaus ausgeweitet. Zusätzlich war es dadurch möglich, andere lokale bzw. regionale Zielaspekte mit in die Bewertung von Investitionen einzubeziehen.

Durch diese veränderte Analyse wird jedoch deutlich, dass neben positiven Auswirkungen von Energiewende-Maßnahmen auch negative Effekte existieren und beides in der Regel ungleich auf die Akteure verteilt ist. Derzeit wird untersucht, wie ein besserer Ausgleich zwischen Vor- und Nachteilen für einzelne Akteure in Ahrweiler möglich wäre und ob die regionale Energiewende dadurch vorangebracht werden könnte.