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Konzepte der Personalbemessung + Qualitätsaspekte des ASD

Titelseite der Publikation
Veröffentlichungsangaben
Hinweis: Printausgabe vergriffen

Statements aus der Abschlussdiskussion

"Ich nehme für mich mit, dass Personalsteuerung im Augenblick über veröffentlichte Überlastungsanzeigen - in Dortmund sogar über Demonstrationen - oder über gefährdete oder gar zu Tode kommende Kinder abläuft. Das ist nicht das, was wir wollen, aber es ist zurzeit Praxis.

In dem Augenblick, wo Spektakuläres an die Öffentlichkeit dringt, ist auf einmal Personal da. Kühlt die Stimmung wieder ab, wird es wieder abgebaut. Wir müssen zu einer anderen Lösung kommen. Die hier vorgestellten Vorschläge und Prozesse finde ich hoch spannend."
(Jürgen Slotosch, Kreisverwaltungsdirektor im Landkreis Goslar)

"Mir ist zum einen noch einmal deutlich geworden, dass es wichtig ist, das Thema der Personalbemessung in ein Gesamtpaket einzubinden. Aus meiner Sicht ist es notwendig, mit der Methode des Case-Management zu arbeiten und die Arbeitsprozesse zu strukturieren, weil es gleichzeitig auch den Prozess der Personalbemessung wesentlich vereinfacht.

Außerdem muss die Personalbemessung in die Frage von Führungskultur, von Sozialraumentwicklung usw. eingebunden sein. Auch das sind Bestandteile, die notwendig sind. Es leuchtet ein, dass es unter bestimmten Führungsprinzipien für Mitarbeiter leichter ist, kreativ zu arbeiten.

Es ist in dieser Tagung sehr deutlich geworden, dass es um das gesamte Spektrum geht und nicht nur um Berechnungssysteme, so wichtig diese auch sind."
(Ulrike Rodenbüsch, Referatsleiterin, Amt für Soziale Dienste Bremen)

Seit den jüngst bekannt gewordenen Fällen von Kindesmisshandlung, -tötung oder -verwahrlosung steht die "Kinderschutz-Praxis" der Jugendämter wieder neu im Lichte der Öffentlichkeit, wird in Frage gestellt und muss sich verstärkt fragen lassen, warum diese Fälle im Vorfeld nicht besser erkannt und vor allem verhindert worden sind. Gleichzeitig gibt es steigende Fallzahlen und mehr Inobhutnahmen nach aktuellen Kinderschutzfällen, was eine stärkere Arbeitsbelastung des ASD im Jugendamt bei oftmals weniger Ressourcen bedeutet.

Dies war der Anlass, eine Tagung zu diesem Thema für Leiter/innen von Jugendämtern und Sozialen Diensten durchzuführen. Folgende Aspekte standen dabei im Mittelpunkt der Diskussion:

  • Wie viele Personalstellen braucht ein ASD zur Bewältigung seiner Aufgaben?
  • Nach welchen Kriterien können und sollen Personalkapazitäten im ASD verteilt werden? Und gibt es hierfür überhaupt eine objektivierbare Basis?
  • Wie kann der ASD effizienter organisiert werden? Braucht man für alle Mitarbeiter/innen verbindliche Prozessabläufe (z.B. Eingangsmanagement, Fallmanagement)? Wie läuft die "Fallsteuerung" überhaupt?
  • Wie sieht es im ASD mit der Professionalisierung der Mitarbeiter/innen und dem "Handwerkszeug" aus?

Und schließlich: Wie gehen die einzelnen Städte und Landkreise mit dieser Thematik um? Welche Lösungsansätze, Konzepte und Veränderungsperspektiven gibt es bisher hierzu?

Diese Dokumentation enthält Beispiele aus der kommunalen Praxis zu Möglichkeiten von Personalbemessung im ASD und qualitativen Standards sowie konkrete Berechnungsmodelle, mit deren Hilfe der Personalbedarf für ein Jugendamt ermittelt werden kann.

Aus dem Inhalt

Eröffnung:
MINISTERIALRAT PROF. DR. DR. H.C. REINHARD WIESNER, Leiter des Referats Kinder- und Jugendhilfe, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin

Leistungsgrenzen und Entwicklungsperspektiven des ASD
DR. SIEGFRIED HALLER, Leiter des Stadtjugendamtes Leipzig

Berichte aus der Praxis + Anwendungsorientierte Forschung

  • Personalentwicklung im allgemeinen Sozialdienst Junge Menschen (aSD JM): Fachliche Standards einer modernen Professionalität, Strukturen und Personalbedarfe für eine aktive Kindeswohlsicherung und Verfahren der Personalbedarfsermittlung
    DR. PETER MARQUARD, Leiter des Amtes für Soziale Dienste, Bremen
  • Das Projekt "Gefährdungsanalyse" in der Bezirkssozialarbeit des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) in Mannheim
    GÜNTER VOGT, Verwaltungsleiter im Jugendamt der Stadt Mannheim
  • Projekt Jugendhilfedienste 2010: Organisationsuntersuchung der Jugendhilfedienste der Stadt Dortmund im Jahr 2007
    BODO WEIRAUCH, Fachbereichsleiter Erzieherische Hilfen, Stadtjugendamt Dortmund
  • Wie Sie den ASD modernisieren können - Eingangs- und Fallmanagement als Organisationsprinzip
    DR. HERBERT WIEDERMANN, Leiter des Landesjugendamtes und Abteilungsleiter Überregionale Förderung und Beratung, Amt für Familie, Jugend und Sozialordnung Hamburg
  • Weiterentwicklung des Hilfeplanverfahrens und Bestimmung von Personalressourcen im Kreisjugendamt Fulda - Auszug aus dem Abschlussbericht
    GÜNTHER KOCH, Leiter der Forschungsgruppe Petra gGmbH, Planungsgesellschaft PETRA, Schlüchtern
  • Von der Erarbeitung von Ablaufstandards zur Personalbemessung im ASD
    ERDMANN BIERDEL, Jugendamtsleiter, Kreis Euskirchen; BENEDIKT HÖRTER, Leiter Allgemeiner Sozialer Dienst, Jugendamt Kreis Euskirchen

(Weitere) Verfahrensvorschläge

  • Qualitätssicherung und Personalbedarfsplanung im ASD. Vorstellung eines Modells zur Personalbemessung
    JOHANNES SCHNURR, Freier Mitarbeiter im Institut für Soziale Arbeit e.V. (ISA), Münster
  • Qualitative und quantitative Leistungsziele. Ein Modell zur Berechnung des Personalbedarfs in den Sozialen Diensten (nicht nur) in der Stadtgemeinde Bremen
    MARCO SZLAPKA, Geschäftsführer und Projektleiter am Institut für Sozialplanung und Organisationsentwicklung - INSO - e.V., Essen/Bernried

Und noch einmal: Leistungsgrenzen + Entwicklungsperspektiven des ASD - Abschlussdiskussion

Literaturhinweise

Weitere Informationen: