Printexemplare bestellen

Warenkorb

eBooks bestellen

Städtische Mobilität und soziale Ungleichheit

Heftverantwortliche: Klaus J. Beckmann, Tilman Bracher, Markus Hesse

DfK Cover
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann, Dipl.-Volkswirt Tilman Bracher, Hesse, Markus
Veröffentlichungsangaben

Print

ISBN: 978-3-88118-453-3, Preis: 20.00€


Printexemplar zum Warenkorb hinzufügen

Im Brennpunkt

Im Blickfeld

Klaus J. Beckmann, Tilman Bracher, Markus Hesse: Mobilität und benachteiligte Stadtquartiere im Fokus integrierter Stadtentwicklungspolitik

Zusammenfassung:Dieser Beitrag fragt nach den wechselseitigen Zusammenhängen zwischen benachteiligten Stadtquartieren einerseits und Mobilität und Verkehr andererseits. Ausgehend von einer komprimierten Bestandsaufnahme sozial-räumlicher Entwicklungstrends in Städten und Stadtregionen sowie einer Systematisierung verschiedener Formen von stadträumlicher Benachteiligung werden spezifische Muster der Mobilitätspraxis in benachteiligten Stadtgebieten analysiert. Außerdem werden die dort jeweils vorherrschenden Probleme in den Blick genommen, ebenso die Möglichkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner, diesen Problemen zu entkommen bzw. mit ihnen umzugehen. Eine integrierte Stadtentwicklungspolitik, die diesem Anspruch glaubwürdig gerecht werden will, muss an beiden Enden dieser Wirkungskette ansetzen und Lösungsstrategien zum Abbau stadträumlicher Benachteiligung sowie zur Förderung von sozial ausgewogener Mobilität entwerfen.

Gerhard Steinebach und Martin Rumberg: Sozial-selektive Belastung von Quartieren durch Verkehr

Zusammenfassung: Von Hauptverkehrswegen gehen vielfältige Belastungen für die Quartiere im Umfeld aus. Neben Luftschadstoffen, Unfallrisiken, Trennwirkungen, Gestaltungs-, Funktions-, Flächen- und Erschließungsmängeln gilt vor allem die Lärmbelastung als Leitindikator für die Beeinträchtigung des Wohnens. Der Beitrag gibt zunächst einen Überblick über diese Belastungen nach raumbezogenen Risiko- und Qualitätsgesichtspunkten. Anhand vorliegender Daten und Untersuchungen zur Sozialstruktur, zur Bodenpreisentwicklung und zu Leerständen wird dann – im Wesentlichen anhand des Lärms – der Versuch einer Klassifizierung der Zusammenhänge zwischen verkehrsbedingter Umwelt­belas­tung und sozialen Problemlagen in Quartieren unternommen. Dabei stellt sich im Forschungszusammenhang die Frage, ob die bisher sehr lückenhaften Erkenntnisse dazu geeignet sind, solche Zusammenhänge räumlich zu belegen und ihre Signifikanz einzuschätzen. Abschließend wird die Frage nach möglichen raumbezogenen Minderungsstrategien thematisiert.

Markus Hesse und Joachim Scheiner: Suburbane Räume – Problemquartiere der Zukunft?

Zusammenfassung: Der Beitrag behandelt die Rolle suburbaner Räume als mögliche künftige Problemquartiere. Dabei wird ein Perspektivenwechsel von den typischerweise als problematisch wahrgenommenen Innenstadtquartieren hin zum Umland der Städte vorgenommen. Ausgehend von demografischen Ver­ände­rungen vor dem Hintergrund spezifischer Lebenszyklen suburbaner Räume im Zuge der Stadtentwicklung wird zwei Hypothesen nachgegangen: Zum einen wird überprüft, ob suburbane Räume im Zuge ihrer Urbanisierung auch bestimmte negative Merkmale oder Eigenschaften der Stadt übernehmen, vor allem solche, die mit zunehmender Dichte oder wachsender Verflechtung mit der Kernstadt einhergehen. Zum anderen wird gefragt, inwieweit spezifische Lage, Struktur und Ausstattung dieser Standorte eine verminderte Anpassungsfähigkeit gegenüber solchen Veränderungen mit sich bringen. Abschließend werden mögliche Handlungsstrategien zum Umgang mit diesen Problemen benannt.

Bastian Chlond und Peter Ottmann: Das Mobilitätsverhalten Alleinerziehender und ihre Aktivitäten außer Haus

Zusammenfassung: Auf Grundlage der Daten des Deutschen Mobilitätspanels wird analysiert, worin sich das Mobilitäts- und Aktivitätenverhalten Alleinerziehender von jenem in Familien mit zwei Erwachsenen unterscheidet. Mobilität spielt aufgrund der spezifischen Doppelbelastung aus Erwerbs- und Familienarbeit für Alleinerziehende eine größere Rolle. Diese Mobilität wird zwangsläufig mit einer größeren Effizienz umgesetzt. Damit kommt einerseits dem Pkw eine erhebliche Bedeutung zu, andererseits verhalten sich Alleinerziehende multimodaler. Alleinerziehende verbringen mehr Zeit außer Haus – sowohl durch einen relativ höheren Umfang an Erwerbsarbeit, als auch in der Freizeit. Ein urbanes Umfeld bietet dabei Alleinerziehenden in ihren Lebenslagen eher die für sie notwendigen Bedingungen.

 Birgit Kasper, Ulrike Reutter, Steffi Schubert: Verkehrsverhalten von Migrantinnen und Migranten – eine Gleichung mit vielen Unbekannten

Zusammenfassung: Personen mit Migrationshintergrund sind in (westdeutschen) Großstädten seit langem keine Randgruppe mehr. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist deutlich höher als von amtlichen Statistiken angegeben und wird absehbar weiter zunehmen. Trotzdem sind Migrantinnen und Migranten in der Verkehrsforschung bisher weitgehend unberücksichtigt geblieben. In dem Beitrag wird zunächst ein Überblick über Unterschiede im Verkehrsverhalten und der -aus­stattung gegeben, soweit es die spärliche Datenlage zulässt. Plausible Einschätzungen begründen die Annahme, dass Unterschiede zwischen der Mobilität von Personen mit Migrationshintergrund und der von Deutschen bestehen, die nicht allein auf den sozioökonomischen Status zurückführbar sind. Neben starken geschlechts­spezifischen Differenzen hat das Wohnquartier großen Einfluss auf das Verkehrsverhalten, da es Ausgangspunkt der Alltagsmobilität ist. Dement­sprechend sind die verkehrliche Infrastruktur, die Erreichbarkeit sowie die Durchlässigkeit von Quartieren mit hohen Ausländeranteilen Schlüsselgrößen für Mobilität, gesellschaftliche Teilhabe und Integration.

 Lucas Harms: Mobilität ethnischer Minderheiten in den Stadtgebieten der Niederlande

Zusammenfassung: Über die Mobilität ethnischer Minderheiten in den Niederlanden ist bisher wenig bekannt. Wie mobil sind Immigranten? Wie oft verlassen sie das Haus? Wo fahren sie hin, und welches Verkehrsmittel bevorzugen sie? Der Beitrag gibt einen Überblick über verschiedene Aspekte der Fortbewegung bei den wichtigsten ethnischen Minderheiten in den Niederlanden, den Türken, Marokkanern, Surinamern und Antillianern. Die Ausführungen basieren auf den Ergebnissen einer groß angelegten Umfrage, die in den Jahren 2004 und 2005 durchgeführt wurde. Das Hauptaugenmerk im Beitrag richtet sich auf die Anzahl der Fahrten der jeweiligen Bevölkerungsgruppen, die zurückgelegten Strecken und die genutzten Verkehrsmittel. Es wird untersucht, ob – und falls ja wie – sich die ethnischen Minderheiten hinsichtlich verschiedener Aspekte des Mobilitätsverhaltens voneinander und von den gebürtigen Niederländern unterscheiden. Es stellt sich unter anderem heraus, dass Immigranten weniger mobil sind als gebürtige Niederländer; sie benutzen häufig öffentliche Verkehrsmittel und selten das Fahrrad.

Eva Kail und Elisabeth Irschik: Handlungsansätze einer quartiersbezogenen Mobilitätsgestaltung in Wien – Gender-Mainstreaming-Pilotbezirk Mariahilf

Zusammenfassung: Der innenstadtnahe sechste Wiener Bezirk Mariahilf gilt nicht als benachteiligtes Stadtquartier im klassischen Sinne. Die Aufwertungsprozesse, die in den letzten Jahren stattgefunden haben, sind deutlich spürbar. Dennoch – bei näherer und zielgruppenspezifischer Betrachtung erweisen sich die Mobilitäts­chancen als ungleich gewichtet. Im Gender-Mainstreaming-Pilotbezirk Mariahilf wurden gezielt Maßnahmen im öffentlichen Raum gesetzt. Das Beispiel des sechsten Bezirks zeigt sehr anschaulich, dass es auch in einem hochwertigen Stadtquartier, das über gute Erschließungsqualität im öffentlichen Nahverkehr und im motorisierten Individualverkehr verfügt, in ihrer Mobilität benachteiligte Gruppen gibt, nämlich jene, die vorrangig zu Fuß unterwegs sind und deren Lebenswelten stark lokal orientiert sind. Zu ihrer Unterstützung sind ausgleichende Maßnahmen der öffentlichen Hand unverzichtbar.

Rauf Ceylan: Migration und sozialräumliche Segregation – Chancen und Risiken ethnischer Selbstorganisation

Zusammenfassung: In Deutschland wird seit Jahrzehnten über die Auswirkungen der sozialräumlichen Konzentration von türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten kontrovers diskutiert. Trotz der immer wiederkehrenden und paradoxen stadt- bzw. integrationspolitischen Debatten fehlen alltagsnahe empirische Erkenntnisse aus dem Binnenleben, die vor allem für die Erfassung der vielfältigen Transformationsprozesse in der türkischen Community entscheidend sind. Diese Prozesse haben mit der Familienzusammenführung begonnen und halten bis heute an. Der Beitrag zeigt anhand einer empirischen Forschung in einem von Armut betroffenen Stadtteil, wie sich der Transformationsprozess an den bedeutsamsten Kristallisationspunkten – den türkischen Moscheen und Männer-Cafés – auswirkt. In der Auseinandersetzung mit globalen, nationalen sowie lokalen Bedingungen ändern sich die traditionellen Einrichtungen aus dem Herkunftsland von ihrem Selbstverständnis her. Beide Institutionen reagieren auf unterschiedliche Weise auf die soziale und ökonomische Abwärtsentwicklung des Stadtteils. Das Ergebnis ist die Entstehung von Diaspo­ra-Mo­scheen und Cafés. Während die Moscheen sich zu multifunktionalen Zentren entwickeln, nimmt das Männer-Café eine vielfältigere Form an. Es spiegelt die lokale Konsumkultur der ausgegrenzten Bewohnerschaft wider, in der auch Drogen, Glücksspiel und Prostitution ihren Platz haben.

Die Autorinnen und Autoren dieses Hefts

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus J. Beckmann, Institutsleiter, Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, E- Mail: kj.beckmann@difu.de

Dipl.-Volkswirt Tilman Bracher, Koordinator des Arbeitsbereichs Umwelt und Verkehr, Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, E-Mail: bracher@difu.de

Dr. Rauf Ceylan, Sozial- und Kulturwissenschaftler, Leiter des Zentrums für interkulturelle Kompetenz, E-Mail: rauf.ceylan@zfik.de, www.zfik.de

Dr.-Ing. Bastian Chlond, Institut für Verkehrswesen, Universität Karlsruhe (TH), E-Mail: Chlond@ifv.uni-karlsruhe.de

Drs. Lucas W. J. Harms, Kennisinstituut voor Mobiliteitsbeleid (KiM), Netherlands Institute for Transport Policy Analysis, Den Haag, E-Mail: Lucas.Harms@minvenw.nl

Priv.-Doz. Dr. Markus Hesse, Freie Universität Berlin, Institut für Geographische Wissenschaften, Arbeitsbereich Stadtforschung, E-Mail: mhesse@zedat.fu-berlin.de

Dipl.-Ing. Elisabeth Irschik, Raumplanerin, Mitarbeiterin der Leitstelle Alltags- und Frauengerechtes Planen und Bauen in der Magistratsdirektion – Stadtbaudirektion der Stadt Wien, E-Mail: Elisabeth.Irschik@wien.gv.at

Dipl.-Ing. Eva Kail, Senatsrätin,Raumplanerin,Führung der Leitstelle Alltags- und Frauengerechtes Planen und Bauen in der Magistratsdirektion – Stadtbaudirektion der Stadt Wien, E-Mail: eva.kail@wien.gv.at

Dipl.-Ing. Dipl.-Verw. Birgit Kasper, Büro für kommunale Entwicklungsplanung, Frankfurt am Main, E-Mail: kasper@bkplanung.de

Dipl. Wi.-Ing. Peter Ottmann, Institut für Verkehrswesen, Universität Karlsruhe (TH), E-Mail: Ottmann@ifv.uni-karlsruhe.de

Dr.-Ing. Ulrike Reutter, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen des Landes Nordrhein-Westfalen, Fachbereich Mobilität und Siedlungsentwicklung, Dortmund, E-Mail: Ulrike.Reutter@ils.nrw.de

Dr.-Ing. Martin Rumberg, Lehrstuhl Stadtplanung, Fachbereich Architektur/Raum- und Umweltplanung/Bauingenieurwesen, Technische Universität Kaiserslautern, E-Mail: rumberg @rhrk.uni-kl.de

Dr. Joachim Scheiner, Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung, Universität Dortmund, E-Mail: joachim.scheiner@uni-dortmund.de

Dipl.-Soz. Steffi Schubert, Büro für kommunale Forschung und Beratung, Frankfurt am Main, E-Mail: schubert@bkforschung.de

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Steinebach, Lehrstuhl Stadtplanung, Fachbereich Architektur/Raum- und Umweltplanung/Bauingenieurwesen, Technische Universität Kaiserslautern, E-Mail: steineb@rhrk.uni-kl.de

Bestellcoupon

Bestellungen von Einzelheften oder Abonnements erbitten wir schriftlich oder per Fax: Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften, Vertrieb, Telefax +49(0)30/39001-275. Kündigung des Abonnements schriftlich, auch per Fax, sechs Wochen vor Jahresende beim Deutschen Institut für Urbanistik GmbH.