Roll-out of innovative climate change adaptation processes in regional networks from North Rhine-Westphalia for Europe (LiRCA NRW)

Bereich 
Umwelt
Bearbeiter 
Kooperationspartner 
Sozialforschungsstelle der TU Dortmund (sfs), Prognos AG, TU Dortmund Institut für Raumplanung (IRPUD), Bildungszentrum für die Ver- und Entsorgungswirtschaft gGmbH (BEW), University of Twente, ZDF-Digital
Status 
laufend
Auftraggeber 
Europäische Union (EU)
Themenfelder 
Laufzeit 
2019 bis 2023

Die Anpassung an den Klimawandel soll mit dem Projektvorhaben LIRCA in Nordrhein-Westfalen breit gestärkt werden. Angestoßen durch das MULNV streben dazu sieben Regionen aus NRW und eine Euregio-Region aus den Niederlanden gemeinsam mit einem Konsortium aus ausgewiesenen Fachpartnern eine Zusammenarbeit unter Landes- und EU-Förderung an. Zu den teilnehmenden Regionen gehören die nordrhein-westfälischen Kreise Wesel, Steinfurt, Siegen-Wittgenstein, Coesfeld, Soest, Minden-Lübbecke und Lippe sowie die niederländische Region West-Overijssel/Ijssel Vechte-Delta. Das Difu leitet federführend die regionalen Klimavorsorgeprozesse der Kreise Wesel, Siegen-Wittgenstein und Coesfeld und unterstützt die TU Dortmund im Kreis Steinfurt.

Die grundlegenden Ziele des Vorhabens sind dabei:

  • Regionale, d.h. ebenen-, zuständigkeiten- und akteursgruppenübergreifend angelegte Kooperations- und Abstimmungsprozesse zur integrierten Klimavorsorge in Kreisen und den kreisangehörigen Kommunen zu initiieren, durchzuführen und zu verstetigen.
  • Kommunale Organisationsaufgaben und Kompetenzen für eine integrierte Klimavorsorge gemeinsam zu entwickeln und zu einem regionalen Handlungsprogramm zu verbinden.
  • Die regionalen Akteure in den Prozessen mithilfe des effizienten und aufgabenorientierten Prozessdesign „Integriertes Roadmapping“ zu begleiten und zu unterstützen.
  • Über Trainingsangebote und Auftragsbudgets einen Beratermarkt zu entwickeln, der für regionale Akteure passend und nach Projektende nutzbar ist.
  • Für den regelmäßigen Austausch der Erfahrungen der regionalen Akteure und Transfer an weitere Regionen sowie zur Integration der Unterstützungsleistungen des Landes und weiterer Kompetenzträger zum Aufbau einer „Community of Practice“ in NRW beizutragen.

Der Ansatz der regionalen Klimafolgenanpassung bietet den Vorteil, regionsübergreifend abgestimmte Strategien und Maßnahmen mit weniger Aufwand für die einzelne Kommune zu erarbeiten und in der Umsetzung gemeinsam zu priorisieren. Das Prozessdesign „Roadmapping“ ermöglicht es den Regionen zudem Wissen und Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. So entstehen sowohl inhaltliche und zeitliche, als auch finanzielle Synergien. Das mit Unterstützung des BMBF (KLIMZUG) und des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelte Standardverfahren „Roadmapping“ liefert mit der „Roadmap Regionale Klimavorsorge“ - eine Art Fahrplan für die Region - gut verständliche und vermittelbare Ergebnisse in kompakter Form. Diese können Grundlage für eine spätere regelmäßige Überprüfung der getroffenen Annahmen und gewählten Maßnahmen durch die Akteure selbst sein. Das Transferkonzept für regionale Klimavorsorgeprozesse soll in LiRCA NRW zu einem Entwurf für ein Förderprogramm des Landes NRW entwickelt, operationalisiert und erprobt werden.

Regionale Klimavorsorge mit „Roadmapping“ kann durch die Integration von Themen, Institutionen und Menschen zeit- und kosteneffizient durchgeführt werden. Die regionalen Prozesse werden in drei relevanten Themenfeldern durchgeführt, die alle wesentlichen Betroffenheiten einer Region umfassen und durch die jeweilige Regionen gemeinsam identifiziert und analysiert werden. Dabei werden auch die Schnittstellen zu anderen Themen, Strategien und Institutionen oder Akteuren systematisch besetzt und bearbeitet. Dieser breite Ansatz liefert so auch wesentliche Beiträge zur Stärkung der Klimaresilienz in den beteiligten Regionen und Kommunen und trägt zu einer gleichmäßigen regionalen Entwicklung und Daseinsvorsorge bei.

Parallel zu den regionalen Aktivitäten wird in LiRCA ein Weiterbildungsformat für externe Berater erarbeitet und pilothaft durchgeführt. Die Schulung von Beratern dient der Schaffung von Standards, der Vertiefung von speziellem Verfahrens-Know-how und der Verbreitung von guter Praxis und Maßnahmen. Berater arbeiten nach ihrer Schulung in den regionalen Prozessen mit und können damit nach Projektende die integrierte Entwicklung und Umsetzung von Klimawandelanpassungsmaßnahmen weiter unterstützen.