Aktive Mobilität: Mehr Lebensqualität in Ballungsräumen

Bereich 
Mobilität
Bearbeiter 
Kooperationspartner 
TU Dresden, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, velokonzept Saade GmbH
Status 
laufend
Auftraggeber 
Umweltbundesamt (UBA)
Themenfelder 
Laufzeit 
2016 bis 2019

Zufußgehen ist preiswert, gesund und umweltfreundlich. Trotzdem wird dieser Fortbewegungsart kaum Beachtung geschenkt. Eine vom Difu im Auftrag des Umweltbundesamtes erarbeitete „Fußverkehrsstrategie“ soll helfen, das zu ändern.

Die Stärkung der aktiven Mobilität ist ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Verkehrswende und nicht zuletzt für attraktive, lebendige Städte. Während der Radverkehr mittlerweile im Fokus der Bundespolitik angekommen ist, fristet der Fußverkehr in Deutschland noch immer ein Nischendasein. Seine Bedeutung wird zusätzlich systematisch unterschätzt: In deutschen Städten wird im Durchschnitt jeder dritte Weg ausschließlich zu Fuß zurückgelegt, je nach Stadt kann dieser Anteil zwischen 25 und 45 % schwanken. Würden die Fußwege zur Haltestelle mitgezählt, wäre der Anteil noch viel höher. Darüber hinaus sind viele Potenziale noch nicht gehoben: Viele Fahrten mit dem Pkw ließen sich durch Wege zu Fuß oder mit dem Rad ersetzen. Fast 50 % aller mit dem Pkw zurückgelegten Wege sind unter 5 km lang; jede zehnte Pkw-Fahrt ist sogar kürzer als 1 km.

Einige Bundesländer setzen sich bereits für eine aktive Fußverkehrsförderung ein. Sie unterstützen Kommunen, die gezielt Fußverkehrschecks oder Nahmobilitätskonzepte erarbeiten (Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen) oder sie stellen den Kommunen gezielt Finanzmittel für die Verbesserung der Gehwege zur Verfügung (Baden-Württemberg). Das Land Berlin hat ein Mobilitätsgesetz verabschiedet, das alle Verkehrsarten gleichberechtigter organisieren soll. Trotz dieser positiven Ansätze wünschen sich Städte und Gemeinden mehr Gestaltungsspielraum im Straßenverkehrsrecht und insgesamt mehr Rückendeckung vom Bund.

Zu diesem Zweck wurde das Deutsche Institut für Urbanistik vom Umweltbundesamt beauftragt, „Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“ in einem intensiven Dialogprozess mit ausgewählten Expertinnen und Experten zu erarbeiten. Das Ergebnis identifiziert fünf zentrale Handlungsfelder und Ansatzpunkte:

  • Gesetzliche Rahmenbedingungen müssen Kommunen bei ihren Bemühungen, den Fußverkehr zu stärken, unterstützen.
  • Verbindliche Qualitätsstandards helfen, Fußverkehrsinfrastruktur wie besonders Gehwege und Querungen sichere, barrierefrei und bequemer zu machen.
  • Fußverkehr ist finanziell und personell mit entsprechenden Ressourcen auszustatten.
  • Vom Radverkehr lernen! Koordinierende Aktivitäten helfen, den Fußverkehr „in die Köpfe“ zu bringen
  • Fußverkehr eigenständig denken und thematisieren, aber integriert und ressortübergreifend behandeln.