INTERACT (INTEgrated uRban governAnce for the City of Tomorrow)

Bereich 
Umwelt
Bearbeiter 
Werner Heinz
Status 
abgeschlossen
Themenfelder 
Laufzeit 
2002 bis 2004

Die Projektleitung des von der EU finanzierten Projekts INTERACT oblag dem Großraumverband Lyon. Das Difu war im mit drei Wissenschaftlern besetzten Beirat (Scientific Committee) vertreten. Die ursprünglich begrenzte Funktion dieses Gremiums wurde im Zuge des Projektfortschritts sukzessive erweitert, sein Einfluss auf die Steuerung des Projekts und seiner unterschiedlichen Aktivitäten damit erheblich vergrößert.

Kennzeichnende Merkmale des Projekts INTERACT waren seine Komplexität und Vielfältigkeit; diese galten für:

  • den Projektgegenstand: Analyse und Diskussion multisektoraler kommunaler Entwicklungsstrategien in zwölf Städten aus zehn europäischen Nationalstaaten sowie Herausarbeitung so genannter "Issues", die für die Umsetzung dieser Strategien von besonderer Bedeutung sind,
  • die Projektteilnehmer: ein bis zwei Verwaltungsmitarbeiter aus den projektbeteiligten Städten sowie jeweils ein bis zwei Vertreter kommunaler Wissenschaftseinrichtungen, die für die Abfassung von Fallstudien zuständig waren,
  • das Projektverfahren und die Palette der Projektprodukte: zwei Fallstudien pro teilnehmender Stadt (einmal entwicklungsstrategisch, das andere Mal issue-orientiert), zwölf Network-Meetings zur Diskussion von Fallstudien, Issues und weiterem Projektverlauf, zwölf stadtspezifische Newsletters, mehr als 20 sogenannte Officers Exchanges, d.h. einwöchige Aufenthalte von Verwaltungsmitarbeitern in den Verwaltungen anderer projektbeteiligter Städte, Berichte über diese Studienaufenthalte, Konzipierung von Planspielen und Managementrichtlinien sowie Erstellung eines abschließenden und als einschlägige Handlungshilfe für kommunaleVerwaltungen gedachten "Fieldbook" mit demTitel "Urban Governance in Practise". Gegenstand dieses "Fieldbook" sind kommunale Entscheidungsstrukturen und Managementaufgaben und eine Vielzahl differenzierter Vorschläge für einen zeit- und problemadäquaten Umgang mit diesen Aufgaben. Eine deutsche Version wird voraussichtlich 2005 erscheinen.

Rückblickend lässt sich feststellen, das in dem Projekt INTERACT nicht einzelne, vorher festgelegte Arbeitspakete schematisch bearbeitet wurden, sondern diese Arbeiten vielmehr einer ständigen Revision und – wenn nötig – Korrektur unterzogen wurden und darüber hinaus über vielfältige formelle (Network-Meetings, Mitarbeiteraustausch) und informelle Kontakte ein grenzüberschreitendes Kooperationsnetzwerk auf kommunaler Ebene aufgebaut wurde.

Das von Seiten der EU auch aus diesem Grunde als sehr erfolgreich bezeichnete Projekt wurde Ende Oktober 2004 mit einer zweitägigen Konferenz in Lyon, für deren Moderation das Difu zuständig war, abgeschlossen. In der Struktur dieser Konferenz mit ihren Plenarbeiträgen, Runde-Tische- Diskussionen (zwischen hochrangigen Vertretern der projektbeteiligten Städte), Workshops und Filmbeiträgen fanden die Komplexität und Vielfältigkeit des Projekts einen angemessenen Ausdruck.