DB-Veranstaltungsticket

Schulbau und "Bildungsarchitektur" – unnötiger Luxus in Zeiten knapper Kassen?

Öffentliche, kostenfreie Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, Beginn: 17 Uhr

21. Februar 2018 in Berlin

Der Investitionsrückstand im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur der Bundesrepublik lag im Jahr 2016 bei insgesamt rund 33 Mrd. Euro. In regelmäßigen Abständen brandet eine mediale Debatte über marode Schulgebäude, vom Schimmel befallene Klassenräume und unhygienische Zustände in Turnhallen und Sanitäreinrichtungen der Schulen auf. Trotz verschiedener Finanzierungsprogramme des Bundes und der Länder, waren die Kommunen bisher offenbar nur bedingt in der Lage, den Investitionsstau in diesem Bereich der sozialen Infrastruktur substanziell abzubauen. Nicht umsonst wurde im Rahmen der jüngsten Finanzausgleichsreform vereinbart, dass der Bund in Zukunft den Ländern "Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen der finanzschwachen Gemeinden im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren" darf. Das berüchtigte "Kooperationsverbot" ist damit allerdings nicht abgeschafft worden.

Angesichts knapper Kassen wird die bauliche Umsetzung innovativer pädagogischer Konzepte bei kommunalen Schulen zu einer großen Herausforderung. Die Bildungsinfrastruktur verkommt inzwischen immer mehr zu einem reinen Reparaturbetrieb. Ein gestalterischer Anspruch bei Fragen des kommunalen Schulaus- und -umbaus – verstanden auch als ein Beitrag zur Realisierung innovativer pädagogischer Konzepte – scheint dabei zunehmend in den Hintergrund gedrängt zu werden. Dabei haben sich Aufgaben und Aktivitäten in Schulen so verändert, dass die bisherige  räumliche Konzeption Klassenraum-Flur nicht mehr den Anforderungen an den Schulbau entspricht. Zudem zeigen Studien, dass auch das bauliche Umfeld, in dem Schule und Kinderbetreuung stattfindet, Einfluss auf das Lernen von Kindern und Jugendlichen hat.

Vor diesem Hintergrund wollen wir im Difu-Dialog folgende Fragen diskutieren:

  • Wie wirken sich die Konsolidierungspflichten auf die Entwicklung der Bildungsbudgets von Ländern und Kommunen?
  • Welche Infrastrukturbedarfe sind im Bereich Bildung in einer wachsenden Stadt wie Berlin absehbar?
  • Welchen gesellschaftlichen Anspruch müssen Schulen heute erfüllen und welchen Beitrag kann Stadtplanung und Architektur dabei leisten, um so nicht zuletzt auch positive Lernerfolge von Schülerinnen und Schülern zu befördern?
  • Welche baulichen Konzepte eignen sich für eine Realisierung auch in Zeiten knapper öffentlicher Kassen?
  • Wie können Infrastruktur- und Finanzplanung im Bereich Schulen und Kinderbetreuung besser miteinander verzahnt werden?

Diskutanten/Kurz-Inputs:

  • OStD Ralf Treptow, Leiter des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums Berlin, Vorsitzender des Verbandes der Berliner Oberstudiendirektoren
  • Marlis Tepe, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
  • Dipl.-Ing. Architektin Barbara Pampe, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
  • Doris Gruber, Architektin, Mitglied der Bundesarchitektenkammer (BDA)

Begrüßung und Einführung in die Thematik:

Prof. Dr. Martin zur Nedden, Dr. Henrik Scheller

Moderation: Dr. Henrik Scheller

Teilnehmerkreis und Ablauf

Die Vortrags- und Dialogreihe widmet sich verschiedenen aktuellen Themen zur "Zukunft der Städte". Je nach Themenschwerpunkt setzt sich der Kreis der Teilnehmenden aus Politik, Bundes- und Landesverwaltungen, Bezirksämtern, Stadtverwaltungen, Medien sowie anderen öffentlichen und privaten Einrichtungen unterschiedlich zusammen. Nach der Präsentation des Themas (45-60 Minuten) startet die offene Diskussion (45-60 Minuten). Anschließend besteht die Möglichkeit zur Fortsetzung der Gespräche in lockerer Atmosphäre an Stehtischen.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen dieser öffentlichen Veranstaltung werden ggf. Fotos gemacht. Mit Ihrer Anmeldung/Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese im Rahmen der Difu-Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden.

Leitung:Vertreter einer Berliner Schule, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft sowie des Bundes Deutscher Architekten (BDA)
Veranstalter:
Veranstaltungsort:
Deutsches Institut für Urbanistik
Zimmerstr. 13-15
10969 Berlin
Anmeldung:

Die Teilnahme ist gebührenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich, Platzvergabe erfolgt nach Anmeldeeingang. Bitte nutzen Sie das Online-Anmeldeformular der von Ihnen ausgewählten Veranstaltung. Sie erhalten ca. eine Woche vor der Veranstaltung eine Bestätigung für Ihren Platz per Mail.

Online-Anmeldung

Sie erklären sich als Teilnehmer/in damit einverstanden, dass Ihre Anmeldedaten für die Teilnehmer- und Adressverwaltung gespeichert und ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden. Die Daten unterliegen den gesetzlichen Datenschutzvorschriften und werden nicht an Dritte weitergegeben.

Ansprechpartner:

Katrin Adam (Teilnehmerregistrierung) +493039001-215
Sylvia Koenig (Veranstaltungsbetreuung) +493039001-258
Sybille Wenke-Thiem (Projektleitung/Pressekontakte) +493039001-209
dialoge@difu.de

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