DB-Veranstaltungsticket

Grenzgänger, Systemsprenger, Verweigerer: Wege, schwierig(st)e Kinder und Jugendliche ins Leben zu begleiten

03. - 04. April 2014 in Potsdam

Diese Veranstaltung ist restlos ausgebucht. Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

In Wissenschaft und Praxis der Kinder- und Jugendhilfe wird seit langem diskutiert, dass Armutssituationen, soziale Benachteiligung und psychosoziale Belastungsfaktoren von Familien und besonders von Alleinerziehenden zunehmen. Immer häufiger werden Verhaltensauffälligkeiten und psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen festgestellt. Das betrifft auch immer jüngere Kinder und bedeutet eine wachsende Inanspruchnahme von öffentlichen Hilfen. Es gibt viele Jugendämter, die nicht (mehr) wissen, wo sie schwierigste Kinder und Jugendliche "platzieren" sollen.

Schon lange wird eine Fachdiskussion darüber geführt, welche Formen der Hilfen für diese Kinder und Jugendlichen angemessen sind und tatsächlich auch wirksam helfen. Als problematisch hat sich in der Vergangenheit erwiesen, dass schwierig(st)e Jugendliche oft zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und offenen bzw. geschlossenen Angeboten der stationären Jugendhilfe "pendeln" und sich die Übergänge der Hilfen schwierig gestalten. Dies wirft zugleich die Frage danach auf, welche der bisherigen Hilfeformen in der Spannbreite von Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung bis hin zu individualpädagogischen Maßnahmen für schwierigste Kinder und Jugendliche geeignet sind oder ob mit Blick auf die Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Problemen auch über neue Hilfeformen nachgedacht werden muss. Die bestehende Praxis zu analysieren und auf dieser Basis eine zukunftsorientierte Diskussion zu führen, ist Anliegen der Tagung. Dabei sollen Schlussfolgerungen aus den Runden Tischen Heimerziehung und "Sexueller Kindesmissbrauch" sowie die Empfehlungen des 14. Kinder- und Jugendberichts in die Diskussion einbezogen werden.

Folgende Fragen stehen u.a. im Mittelpunkt der Tagung:

  • Wer sind die Schwierigsten, wie können wir sie verstehen und erreichen? Wie finden wir Zugang zu Jugendlichen in sehr prekären Lebenslagen, die sich regulären Hilfsangeboten entziehen? 
  • Gab es in den letzten 10 Jahren eine (konzeptuelle) Weiterentwicklung im Umgang mit den Schwierigsten, worin besteht diese und wo stehen wir heute in der Konzeptdiskussion? Welche (neuen/pädagogischen) Antworten und Angebote hat die Kinder- und Jugendhilfe?
  • Was befördert Veränderung? Was hilft und wo stoßen Fachkräfte an ihre Grenzen?
  • Wie stellt sich die Schaffung von Spezialangeboten für schwierigste Kinder und Jugendliche versus "Aushalten" dieser Kinder mit Bezug auf den Inklusionsgedanken und die UN-Kinderrechtskonvention dar?
  • Wie groß darf und muss der Aufwand sein, um Schwierigste zu fördern? Wie kann die Integration in das Bildungs- und Ausbildungssystem und die Bewältigung von Abschlüssen und Übergängen auch für junge Menschen gelingen, die sich nicht als Teil dieses "Systems" begreifen (können)?  
  • Wie können schwierigste Kinder und Jugendliche angemessen an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, beteiligt und mit ihnen gemeinsam neue Perspektiven entwickelt werden?

Hierüber möchten wir gern mit Ihnen einen praxisorientierten Austausch führen und laden Sie ein, in Potsdam mit Ihren Fragen, Ideen und Erfahrungen dabei zu sein.

Veranstaltungsort:
Hoffbauer Stiftung
Hermannswerder 23
14473 Potsdam
Leitung: Kerstin Landua
Veranstalter:
Anmeldung:
Kosten: 

140,00 Euro

Anmeldeschluss: 
20. März 2014
Ansprechpartner:
Ivonne Jäkel
Tel.: +493039001139
Fax.: +493039001146
E-Mail: jaekel@difu.de

Weitere Informationen: