DB-Veranstaltungsticket

Die Bedeutung der Beratung im Kontext von Scheidungs-, Sorgerechts- und Umgangsrechtsverfahren

Anforderungen an Strukturen und Formen der Kooperation von Familiengericht und Jugendhilfe

24. - 25. September 1998 in Berlin

Das Kindschaftsrechtsreformgesetz setzt neue Akzente für die Zusammenarbeit von Familiengerichten und Jugendhilfe in den verschiedenen gerichtlichen Verfahren. Im Zusammenhang mit dem Postulat der gemeinsamen Sorge auch nach der Scheidung ist dem Familiengericht zum einen zwingend aufgegeben, im Rahmen des Scheidungsverfahrens die Sorgerechtsfrage mit den Eltern zu erörtern, zum anderen auf die Beratungsmöglichkeiten der Jugendhilfe hinzuweisen, die von Fachkräften der öffentlichen und freien Jugendhilfe wahrgenommen werden können.

Die Jugendhilfe ihrerseits wird verpflichtet, für die Sorgeberechtigten Beratungsmöglichkeiten in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung bereitzustellen und im Falle der Trennung oder Scheidung mit der Beratung auf die Entwicklung einvernehmlicher Konzepte hinzuwirken, wobei betroffene Kinder angemessen einzubeziehen sind. In Verfahren über das Sorgerecht und über den Umgang wird auch zukünftig das Jugendamt angehört. Aber auch in diesen Verfahren wird das Gericht nunmehr verpflichtet, die Eltern auf Beratungsangebote der Jugendhilfe hinzuweisen und gegebenenfalls sogar das gerichtliche Verfahren auszusetzen.

Diese veränderte Rollenverteilung zwischen Familiengericht und Jugendhilfe sowie die Einführung des Verfahrenspflegers („Anwalt des Kindes“) hat auch Auswirkungen auf die Rolle des Rechtsanwalts im Scheidungsverfahren und bei der Verfolgung des Antrags auf Zuweisung der Alleinsorge bzw. bei Streitigkeiten über das Umgangsrecht.

Daraus ergeben sich qualitativ und strukturell neue Anforderungen an die jeweilige Institution selbst, aber auch an ihre Zusammenarbeit sowie an die Zusammenarbeit mit den Eltern und den betroffenen Kindern. Dies erfordert den fachlichen Dialog zwischen den in familienrechtlichen Verfahren tätigen Juristen und den Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe. Die Möglichkeit zu diesem Dialog wird die bundesweite Fachtagung des Vereins für Kommunalwissenschaften e.V. geben in der Hoffnung, daß von ihr Impulse für die Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Familiengerichten und Anwaltschaft ausgehen werden.

Veranstaltungsort:
Berlin
Zielgruppen:

Die Einladung zu dieser Tagung richtet sich an erfahrene Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, Familienrichterinnen und Familienrichter, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Veranstalter:
Verein für Kommunalwissenschaften e.V. (VfK)