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Difu-Berichte 4/2015 - Vielfalt in den Zentren von Klein- und Mittelstädten

Chance und Herausforderung für die Integration und gesellschaftliche Teilhabe – auch von Flüchtlingen

Im Sommer startete das Difu das Forschungs-Praxis-Projekt "Vielfalt in den Zentren von Klein- und Mittelstädten – sozialräumliche Integration, städtische Identität und gesellschaftliche Teilhabe". Gemeinsam mit neun ausgewählten Klein- und Mittelstädten werden vor Ort Aktivitäten iniitiert und durch das Difu begleitet. Hierbei geht es vor allem um die Förderung des Zusammenlebens von Einheimischen und (Neu-)Zugewanderten, die Schaffung von Verantwortungsgemeinschaften zur Aufwertung der Innenstädte und die Verbesserung des Wohnens sowie der Nutzung öffentlicher Räume.

 

Die im Rahmen eines Interessensbekundungsverfahrens in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund ausgewählten Praxispartner repräsentieren beispielhaft die Herausforderungen und Chancen kleinstädtischer Zuwanderungsgesellschaften:

  • Germersheim (rd. 20.200 EW), Landkreis Germersheim, Rheinland-Pfalz
  • Goslar (rd. 50.000 EW) , Landkreis Goslar, Niedersachsen
  • Ilmenau (rd. 29.000 EW), Ilm-Kreis, Thüringen
  • Michelstadt (rd. 16.650 EW), Odenwaldkreis, Hessen
  • Mühlacker (rd. 25.200 EW), Enzkreis, Baden-Württemberg
  • Saarlouis (rd. 36.000 EW), Landkreis Saarlouis, Saarland
  • Steinfurt (rd. 33.800 EW), Kreis Steinfurt, Regierungsbezirk Münster, Nordrhein-
  • Westfalen
  • Weißenfels (rd. 42.000 EW), Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt
  • Zittau (rd. 27.150 EW), Große Kreisstadt, Landkreis Görlitz, Sachsen

Das Projekt wird dann erfolgreich verlaufen, wenn der Transfer zwischen Forschung und Praxis gelingt. Es lebt daher von Aktivitäten und Maßnahmen, die in den neun Projektkommunen realisiert werden. Die Interessenbekundungen der Klein- und Mittelstädte zeigen bereits, dass das Thema Integration nicht nur mit Blick auf die alteingessene Bewohnerschaft mit und ohne Migrationshintergrund betrachtet werden kann. Vielmehr wollen viele der teilnehmenden Kommunen die Chancen und Herausforderungen der Integration von Flüchtlingen angehen. Diese werden durchaus im Zusammenhang mit den demografischen und strukturellen Rahmenbedingungen gesehen. Welche Auswirkungen hat beispielsweise die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern für die Entwicklung einer von Schrumpfungsprozessen betroffenen Stadt? Welcher Bedarf besteht im Bereich der sozialen Infrastruktur sowie der Beratungs- und Betreuungsangebote? Wie können die kurzfristige Unterbringung und die längerfristige Wohnungsversorgung von Flüchtlingen organisiert werden? Wie kann eine Kleinstadt sowohl dem hohen ehrenamtlichen Engagement der Bürger, als auch deren Ängsten und Sorgen gerecht werden? Wie kann städtische Identität in einer Form weiterentwickelt werden, so dass Neuzuwanderer ein integraler Bestandteil davon sind und gelebte Vielfalt entsteht? Und werden die Flüchtlinge bleiben oder beim anerkannten Status in größere Städte ziehen?

Das Projektteam geht von der Annahme aus, dass von der Stadtgesellschaft gemeinsam getragene und durchgeführte Aktivitäten die Teilhabechancen (nicht nur) von  (Neu-)Zuwanderern fördern und verbessern und hieraus positive Effekte für die sozialräumliche Integration und das nachbarschaftliche Zusammenleben erwachsen. Auch sei zu erwarten, dass durch eine Verzahnung integrations-, stadtentwicklungs- und wohnungspolitischer Maßnahmen diese Prozesse gefördert werden. Gleichzeitig können diese Maßnahmen zu einer städtebaulichen Aufwertung der historischen Zentren beitragen.

Aus Sicht des Projektteams wäre es wünschenswert, gemeinsam zwei Fragestellungen zu reflektieren: Was heißt Vielfalt? Was bedeutet Willkommenskultur? Und zwar spezifisch für die Klein- und Mittelstädte des ländlichen Raums und mit Blick auf Neuzuwanderer! Hierauf sollen im Rahmen des Projekts nicht nur Antworten gefunden werden, vielmehr sollen diese auch mit konkreten Maßnahmen, Projekten, Strategien und Konzepten verknüpft werden.

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