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Difu-Berichte 4/2015 - Umsetzung von Maßnahmen zur Lärmminderung

Synergien durch integrierte Ansätze

Die innerstädtische Lärmminderung besitzt großes Potenzial, sowohl die Lebensqualität als auch die Umweltgerechtigkeit in Städten und Gemeinden zu verbessern. Doch selbst wenn bereits ein Lärmaktionsplan verabschiedet wurde, die Umsetzung der Maßnahmen gestaltet sich vielerorts problematisch: Ob fehlende Finanzmittel, gegenläufige Interessen anderer Planungen oder die mangelnde
Kooperationsbereitschaft weiterer Ressorts – die Gründe für eine mangelnde Umsetzung der Aktionspläne sind zahlreich.

Querschnittsthema Lärmschutz

Lärmschutz ist ein Querschnittsthema. Aus diesem Grund widmete das Difu dem Thema "Umsetzung von Maßnahmen zur Lärmminderung" im September 2015 ein zweitägiges Seminar mit zahlreichen Referenten aus der kommunalen Praxis, Experten aus Ingenieurbüros, Instituten und mit juristischem Knowhow. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag dabei auf der Betrachtung integrierter Ansätze, denn dadurch können häufig Synergien erschlossen und die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen begünstigt werden. Die Referenten stellten Ansätze, erfolgreiche Projekte und Hintergrundwissen zu den Schnittstellen zwischen Lärmschutz und den Themen Städtebau, Verkehrsplanung, Klimaschutz und Luftreinhaltung dar. Zusätzlich wurden die Themen inter- und intrakommunale Kooperation bearbeitet.

 

Rechtlicher Rahmen, Beispiele aus der Praxis und Know-how

Die Veranstaltung beleuchtete das Thema Lärmminderung und Synergien von verschiedenen Seiten: Unter anderem wurde den Teilnehmern der rechtliche Rahmen der EU-Umgebungslärmrichtlinie und die damit einhergehende Umsetzung von Maßnahmen aus den Lärmaktionsplänen dargestellt. Außerdem stellten die Referenten erfolgreich umgesetzte kommunale Beispiele dar, zum Beispiel die integrierte Planung zur Verkehrsentwicklung, Luftreinhaltung und Lärmminderung der Stadt Eberswalde sowie bemerkenswerte städtebauliche Lösungen lokaler Lärmbelastungen aus Ludwigsburg und Freiburg im Breisgau. Das Thema Finanzierung wurde unter anderem in einem Vortrag zur Förderung von  Mobilitätsprojekten im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative angesprochen.

Ein Thema zum Diskutieren

Das Thema Lärmschutz ist in vielen Kommunalverwaltungen auf der Tagesordnung und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Diskussionsbedarf nach den jeweiligen Vorträgen zeigte, dass noch viele Fragen offen sind. Dabei war die Diskussion selten kontrovers, denn oftmals gingen die Probleme, Beschwerden und Schwierigkeiten in dieselbe Richtung, zum Beispiel bei der häufig schwierigen Zusammenarbeit in Sachen Schienenverkehr. Auch die oft gegenläufigen Interessen der unteren und oberen Straßenverkehrsbehörden kamen vermehrt zur Sprache.

Deutlich wurde in der Diskussion auch, dass Lärmminderung durch zunehmende räumliche Verdichtung in Stadtquartieren ein immer größer werdendes Problem darstellt. Im Seminar wurde unter anderem die Starrheit von Lärmaktionsplänen kritisiert, denn bei der Umsetzung von Maßnahmen sollte flexibler reagiert werden können. Letztlich ist die Lärmminderung eine kontinuierliche Aufgabe, weshalb unter anderem die Organisation in einem Lärmminderungsmanagement als Querschnittsaufgabe diskutiert wurde. Für eine effiziente Koordination dieser Querschnittsaufgabe und eine bessere Integration in andere umweltbezogene Fachplanungen (Luftreinhaltung, Klimaschutz, Verkehr) wäre ein zentraler Kümmerer, ein kommunaler Umweltmanagementbeauftragter denkbar. Denn ein Fazit hatten fast alle Referenten: Bereits eine Kombination kleiner Maßnahmen kann eine deutlich spürbare Reduzierung der Dezibellbelastung erwirken. 

Weitere Informationen: 

Dipl.-Geogr. Kathrin Schormüller
Telefon: 0221/340308-11
E-Mail: schormueller@difu.de

Dr.-Ing. Wulf-Holger Arndt
Telefon: 030/39001-252
E-Mail: arndt@difu.de

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