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Difu-Berichte 4/2015 - Integration – eine Herausforderung für die ServiceStadt

Cover der PublikationDa ist die Berliner Bezirksstadträtin, die sich noch nachts um ein Uhr um die Bereitstellung einer Notunterkunft kümmert. Da ist der Mitarbeiter der Jugendhilfe, der neben dem Berliner LaGeSo wohnt und nicht umhinkommt, nach einem langen Arbeitstag mit sozial benachteiligten Jugendlichen ehrenamtlich noch Stunden die Flüchtlingshilfe zu unterstützen. Beide Beispiele stehen stellvertretend für alle Mitarbeiter und Freiwilligen in Kommunen, die am Rande ihrer Kräfte dafür sorgen, geflüchteten Menschen in unserem Land ein "Willkommen" zu bieten.

Die eigentliche Herausforderung für die Kommunen kommt jedoch erst noch. Bei der Integration neuer Mitglieder unserer Gesellschaft kommen auf Städte und Gemeinden wichtige Aufgaben zu.

Für Berlin hat das Difu bereits 2009 auf die weitere Zuwanderung und die sich daraus ergebenden Anforderungen hingewiesen – ohne damals schon die aktuellen dramatischen Entwicklungen vor Augen zu haben. Trotzdem wurden in der Studie "ServiceStadt Berlin 2016" bereits wesentliche Auswirkungen des demografischen Wandels betrachtet und Empfehlungen erarbeitet, wie Berlin den daraus entstehenden Anforderungen gerecht werden könnte. Im Zusammenhang mit grenzüberschreitender Migration wurden dabei insbesondere folge Aspekte herausgestellt:

Dezentralisierung UND Zentralisierung

Erforderlich ist noch mehr Effizienz und damit das Handeln in zwei Richtungen gleichermaßen: weitere Dezentralisierung, d.h. die direkte Erbringung von Leistungen "am Kunden" in allen Bereichen mit klaren sozialräumlichen Bezügen sowie die Zentralisierung vor allem der Leistungserstellung bei Aufgaben im Backoffice im Sinne eines Shared-Service-Centers für sämtliche Standard-Tätigkeiten innerhalb der Verwaltung.

Lebenswelten als Handlungsmaßstab

Die "Lebenswelt" der Bürger sollte für bestimmte Leistungsangebote der räumliche Handlungsmaßstab sein. Fachübergreifende Serviceleistungen vor Ort und in besonderer Vernetzung der relevanten Akteure stärken die Sozialraumorientierung. Positive Erfahrungen gibt es dazu bereits aus dem Quartiersmanagement und der Jugendhilfe.

Darüber hinaus sollten die Zugangsschwellen zu öffentlichen Angeboten für Migranten durch einen höheren Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund sowie durch Förderung interkultureller Kompetenzen der Verwaltungskräfte, von der Leitungsebene bis zu den Auszubildenden, gesenkt werden.

 

Messlatte Integration

Bildung ist der zentrale Ansatzpunkt für soziale Integration. Kinder und Jugendliche sollten deshalb früh in das Bildungssystem eingebunden werden. Kitas und Schulen in sozialen Brennpunkten sollten besonders unterstützt werden –, unter Nutzung der Kompetenzen von Migranten und deren Interessenverbänden. Mögliche Maßnahmen sind der Kita-Ausbau und die verpflichtende vorschulische Bildung für Kinder von Migranten, die aufsuchende Sozialarbeit, die spezifische Sprachförderung in der Schule sowie der Ausbau von Ausbildungsplätzen für Migranten. Tragfähige Netze von Einrichtungen des lebenslangen Lernens, z.B. Musikschulen, Bibliotheken, Volkshochschulen und Sportvereine ermöglichen nachhaltige Integrationseffekte.

Weltoffenheit als Programm

(Hoch)qualifizierte Migranten spielen in einer globalisierten Welt eine wichtige Rolle. In der öffentlichen Wahrnehmung dominieren jedoch vor allem niedrig qualifizierte Zuwanderer, die aufgrund ihrer schwierigeren Integration in den Arbeitsmarkt oft vorrangig als Belastung empfunden werden. Damit auch Zuwanderer ihren Beitrag leisten können, muss ihr kulturelles, soziales und fachliches Wissen stärker für Gesellschaft und Wirtschaft nutzbar gemacht werden. Ihr Wissen muss anerkannt (ausländische Abschlüsse), adäquate Arbeitsmöglichkeiten müssen geschaffen werden. In Metropolen ist der Handlungsdruck besonders groß, weil hier oft verschiedene Effekte zusammentreffen. Zuwanderung ist trotzdem kein originäres Großstadtthema. Die Ansätze der ServiceStadt Berlin für den Umgang mit Migration als Teil des demografischen Wandels sind deshalb für alle Kommunen relevant. Die Integrationsaufgabe stellt die Gesellschaft und besonders die Kommunen vor große Herausforderungen. Die Überlegungen und Erfahrungen in Berlin können eine erste Orientierung geben.

Weitere Informationen: 

Dr. Stefan Schneider
Telefon: 030/39001-261
E-Mail: schneider@difu.de

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

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