Printexemplare bestellen

Warenkorb

Kontakt für Fragen zur Bestellung von Publikationen:

Heidi Espei
Tel.: +49 30 39001-253
Fax: +49 30 39001-275
E-Mail: vertrieb@difu.de

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Vertrieb
Zimmerstraße 13-15
10969 Berlin

eBooks bestellen

Difu-Berichte 4/2015 - Difu verstärkt Engagement im Themenbereich Zuwanderung

Die große thematische Bandbreite und interdisziplinäre Arbeitsweise ermöglichen es dem Deutschen Institut für Urbanistik, Kommunen bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation praxisorientiert zu unterstützen. Die Frage, wie diese Expertise für Kommunen am sinnvollsten und effizientesten nutzbar gemacht werden kann, stand auch im Mittelpunkt der letzten Beratung des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts. Dieses wichtige Gremium führt durch seine Zusammensetzung nicht nur Perspektiven aus der Forschung, sondern auch aus der kommunalen Praxis sowie den einschlägigen Landes- und Bundesministerien zusammen. Die wertvollen Ergebnisse dieser umfassenden Analyse der Institutsarbeit fließen in die weitere inhaltliche und strategische Ausrichtung der Difu-Tätigkeiten zum Thema Flüchtlinge ein. Der Beirat betonte gerade in der aktuellen Situation die wichtige Rolle des Difu als Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Ideen. Mit dem bereits veröffentlichten Online-Wegweiser "Flüchtlinge und Asylsuchende in Kommunen" (s. S. 21) und den geplanten Veranstaltungen zur Flüchtlingsthematik in Kooperation und Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden (s. S. 20) wurden in kurzer Zeit hilfreiche Angebote für Kommunen geschaffen. Der Beirat hob auch das Potenzial des Difu hervor, Kommunen als "Vordenker" begleitend zu unterstützen, da ihnen selbst aktuell die Ressourcen fehlen, um mittel- und langfristige Folgen spontaner Lösungen im Blick zu behalten und an einer strategischen Stadtentwicklungsplanung auszurichten.

Die Diskussion einer inhaltlichen Schwerpunktsetzung fundierte auf einer vom Difu erstellten Sammlung und Strukturierung aller Themen, denen sich Kommunen mit der Aufnahme von Flüchtlingen stellen müssen. Unter Berücksichtigung bisheriger Aktivitäten und Forschungsprojekte am Difu empfahl der Beirat die Konzentration auf Kernkompetenzen des Instituts, die angesichts der Flüchtlingssituation besondere Relevanz haben:

Integrationspolitische Handlungskonzepte

Für Kommunen ist es derzeit kaum möglich, sozialräumlichen Folgen notwendiger adhoc-
Entscheidungen zur Wohnraumschaffung für Flüchtlinge mit einer strategischen Planung und Steuerung zu begegnen. Das Difu wird seine Erfahrungen nutzen, um Wege zur Vermeidung von Segregation und zur Förderung der Integration aufzuzeigen. Neben dem im Juli 2015 gestarteten Projekt "Vielfalt in den Zentren von Klein- und Mittelstädten" (s. S. 5) wird das Institut aus der langjährigen Begleitforschung der "sozialen Stadt" (s. S. 14) Erfahrungswerte und quartiersbezogene Lösungswege nutzbar machen und in Hinblick auf die Flüchtlingsthematik weiterentwickeln und aktualisieren.

Erstunterbringung und Wohnraumversorgung

In vielen Städten herrscht bereits unabhängig vom Anstieg der Flüchtlingszahlen großer Nachholbedarf in der Schaffung von günstigem Wohnraum. Ein hierzu geplanter Erfahrungsaustausch zu kurzfristigen Unterbringungslösungen soll auch die Abstimmung mit der allgemeinen Wohnraumversorgung und Stadtentwicklungsplanung aufgreifen. Das Difu wird seine Erfahrungen in der Auswertung und Weiterentwicklung von Wohnraumversorgungskonzepten und des sozialen Wohnungsbaus als Bestandteil integrationsfördernder Strategien einbringen (s. S. 6).

Bildung und Arbeitsmarkt

Die langjährigen Aktivitäten der "Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe" am Difu bieten einen breiten Erfahrungsschatz an innovativen Lösungen. Diese wurden z.B. bereits im Brennpunkt-Seminar "Bildung und Ausbildung für junge Flüchtlinge und Zuwanderer als Schlüssel für Integration" oder in den Veranstaltungen zu "Unbegleiteten minderjährigen Ausländern" nutzbar gemacht. Hierbei werden sowohl kurzfristige Erfordernisse wie die Inobhutnahme (s. S. 12) als auch die langfristige Aufgaben wie die der Bildung und Ausbildung (s. S. 11) aufgegriffen. Deutlich schwieriger wird die Bearbeitung von Themen zur Arbeitsmarktintegration eingeschätzt. Um dieses Thema aufgreifen zu können, ist eine Kooperation mit einschlägigen Partnern wie etwa der Agentur für Arbeit sinnvoll.

Kommunikation und Bürgerbeteiligung

Die Flüchtlingssituation stellt die Spitzen der kommunalen Verwaltung und Politik vor die große Herausforderung, einem polarisierten Meinungsbild, großer Hilfsbereitschaft aber auch hoher Verunsicherung in der Öffentlichkeit mit einer möglichst stringenten, transparenten und vertrauensbildenden Kommunikation zu begegnen. Das Difu wird eine Plattform für den Erfahrungsaustausch bieten und die Thematik beispielsweise in einem Seminar für Stadtspitzen aufgreifen.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Geogr. Ulrike Wolf
Telefon: 030/39001-297
E-Mail: wolf@difu.de

Prof. Dipl.-Ing. Martin zur Nedden
Telefon: 030/39001-214
E-Mail: zurnedden@difu.de

http://www.difu.de/fluechtlinge

[zurück | Übersicht | weiter]