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Difu-Berichte 4/2015 - Bildung und Ausbildung für junge Flüchtlinge und Zuwanderer – Schlüssel für die Integration

Am 16. November 2015 führte das Deutsche Institut für Urbanistik in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag ein Brennpunkt- Seminar zum Thema Bildung und Ausbildung junger Flüchtlinge und Zuwanderer durch. Die hohe Nachfrage zeigte, dass das Thema "Integration durch Bildung" – nach Erstversorgung und Unterbringung der Flüchtlinge – als wichtiger mittel- und langfristiger Strategieschwerpunkt eingestuft wird. Das Seminar wurde von Prof. Martin zur Nedden eröffnet, der die Schnittstellen des Difu zu diesem Themenfeld verdeutlichte und vorstellte, wie das Difu die Städte künftig bei der Bewältigung dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe und Herausforderung unterstützen möchte. Er betonte, dass das Difu eine besondere Aufgabe darin sieht, Erfahrungsaustausch zwischen den Städten zu ermöglichen, Wissen weiterzugeben und die Arbeit vor Ort zu erleichtern. Dr. Klaus Hebborn, Deutscher Städtetag, stellte in seiner inhaltlichen Einführung fest, dass vor allem Flüchtlinge mit höherer Bleibeperspektive vom frühesten Zeitpunkt an durch Sprachkurse, die Nachholung von Schulabschlüssen, Ausbildungen, Qualifizierungen und Integration in den Arbeitsmarkt unserer Gesellschaft integriert werden müssen, da langjähriges Warten auf Entscheidungen ohne sinnvolle Beschäftigung die soziale Ausgrenzung verstärkt.

Tanja Sichert, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus Nürnberg, referierte in ihrem Vortrag "Wissen wir wirklich immer, worüber wir reden?" u.a. über die Anzahl der Flüchtlinge weltweit, die Entwicklung und das Ausmaß der Zuwanderung in Deutschland, Herkunftsländer der Flüchtlinge, die Dauer eines Asylverfahrens sowie durchschnittliche Anerkennungsquoten der Asylanträge. Deutlich wurde dabei, dass es zwar Zahlen und Durchschnittswerte gibt, aber auch, dass das BAMF keine verlässlichen Prognosen zu den Zuwanderungszahlen der nächsten Monate geben kann.

Prognosen gibt es hingegen für die Arbeitsmarktentwicklung: "Was passiert, wenn nichts passiert" wurde anschaulich durch Karl-Heinz Kohn, Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Mannheim, verdeutlicht: Wenn nicht jährlich rund 2.000 Menschen zusätzlich auf den deutschen Arbeitsmarkt kommen, wird es absehbar ein Problem für die deutsche Wirtschaft geben. Deshalb ist nun ein Paradigmenwechsel in der Zuwanderungspolitik zu erkennen. Gerade für junge geflüchtete Menschen besteht ein großer Anreiz darin, über einen Ausbildungsplatz auch ein Bleiberecht in Deutschland zu erhalten.

Dass sich auch die Mühlen der Bürokratie und der Gesetze bewegen, wurde in dem Beitrag von Günther Meth, Jobcenter der Stadt Fürth, deutlich: Viele der vorgestellten Instrumente sind nicht neu, sie bekommen aber künftig eine Relevanz für junge Flüchtlinge und Zuwanderer. Wie dies funktionieren kann, zeigten die Beiträge von Thomas Paal, Münster, sowie Johannes Horn, Düsseldorf, die das umfassende Angebot und die Möglichkeiten der Betreuung und Wege der Integration konkret vor Ort im Rahmen einer kommunalen ganzheitlichen Integrationsstrategie beschrieben.

Zum Austausch in Arbeitsgruppen standen folgende Themen zur Wahl: Kita, Schule, Ausbildung, Ehrenamt sowie offener Erfahrungsaustausch. Mehrfach konstatierter Handlungsbedarf:

  • Sprachförderung allein reicht nicht aus. Für eine Ausbildung ist eine fachsprachliche Schulung dringend erforderlich.
  • Integration kann nur dezentral gelingen.
  • Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern führen zu viel Unsicherheit und ermöglichen nur eingegrenzt Erfahrungsaustausch.
  • Auch wenn konkrete Zahlen schwierig zu erfassen sind, wären realistische Einschätzungen und die rückblickende Aufbereitung von Entwicklungen durch die dafür zuständigen Bundesinstitutionen hilfreich.
  • Gerade in kleineren Kommunen fehlen Personal, Mittel und Ressourcen, um bei den aktuellen Entwicklungen mithalten zu können und ständig auf einem aktuellen Stand zu sein. Es gibt viel (auch rechtliche) Unsicherheit zu möglichen Spielräumen und Instrumenten, d.h., viele Instrumente sind schon da, werden aber zum Teil noch nicht intensiv angewandt.
Weitere Informationen: 

Dipl.-Soz. Kerstin Landua
Telefon: 030/39001-135
E-Mail: landua@difu.de

Dr. Elke Becker
Telefon: 030/39001-149
E-Mail: ebecker@difu.de

Informationen zur Veranstaltung und Dokumentation

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