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Difu-Berichte 4/2014 - Wie kann Verkehr in Städten nachhaltiger werden?

Einblick in ein transnationales Forschungsprojekt

In vielen Ländern verfolgen Kommunen das Ziel, die vom Autoverkehr ausgehenden Lärm- und Luftschadstoffbelastungen, die Unfallrisiken sowie den Flächenverbrauch zu reduzieren. Welche konkreten Maßnahmen wurden jedoch für eine veränderte Verkehrsmittelwahl als wirksam evaluiert? Wie sind sie auch angesichts leerer Kassen, politscher Widerstände, zunehmender Zersiedelung und teilweise noch steigender Motorisierungskennziffern umsetzbar?

Die gemeinsamen Antworten – quasi als Trittsteine in einem weiten thematischen Feld – werden in der Arbeitsgruppe „STEPPING STONES – Making Mobility Patterns more Sustainable“ diskutiert, in der Vertreter aus Ministerien und staatlichen Forschungseinrichtungen aus Schweden, Polen, den Niederlanden und Deutschland zusammenarbeiten, um Lösungen für ähnlich gelagerte Verkehrsprobleme zu entwickeln. Das politische Dach hierfür ist „Era-net Transport“: die transnationale Kooperationsplattform für Forschungsaktivitäten im Bereich Mobilität. Die Arbeitsgruppe aus den vier Ländern stützt sich auf Forschungsergebnisse der parallelen Konsortien Shape-it, Step-by-Step und GPS. Das GPS-Projekt („Guiding Principles for Sustainable Mobility“) wurde vom Difu gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden (Tanja TopConsult und Royal Haskoning-DHV) und aus Schweden (Lund University, Professor Tom Rye im Department of Technology and Society) bearbeitet.

Im Fokus der Arbeit des Difu und seinen Projektpartnern standen zwanzig ausgewählte Fallstudien verschiedener europäischer Länder, die u.a. durch Interviews mit jeweils mehreren Experten, die eine unterschiedliche Perspektive auf das Projekt hatten, untersucht wurden. Anhand der Ergebnisse der Fallstudienanalyse konnte ein tiefer Einblick in die Barrieren und Treiber derjenigen Maßnahmen gewonnen werden, durch die eine Veränderung des Modal Split angestoßen und etabliert werden soll.

Kurz gesagt standen im Mittelpunkt der Untersuchung Maßnahmen, durch die Verkehr und Mobilität nachhaltiger – im Sinne von sauberer, intelligenter und weniger – gestaltet werden kann. Die Fallstudien behandeln Modelle hierzu auf unterschiedlichen Ebenen: Untersucht wurden sowohl gesamtstädtische Mobilitätsstrategien mit einem langen Zeithorizont als auch Einzelprojekte mit unterschiedlicher räumlicher Reichweite. Einen Schwerpunkt in der Untersuchung spielt auch das als „weiche Maßnahme“ bezeichnete Mobilitätsmanagement.

Die Ergebnisse der Forschung zeigen: Eine nachhaltige Verkehrspolitik in Städten benötigt einen langen Atem. Die Projekte haben eine Vorgeschichte und sind Teil eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses. Dabei ist eine Evaluationskultur hilfreich, die aus den Erfahrungen vorangegangener Projekte lernt, um das nächste ambitioniertere Projekt anzugehen. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind zudem einzelne engagierte, oft charismatische Persönlichkeiten bzw. ressortübergreifende Projektgruppen, die mit klarer Zielorientierung die Aufgaben auch durch schwierige Zeiten tragen.

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Freiburg Vauban: Kompaktes autoarmes Quartier auf einer innerstädtischen Konversionsfläche mit gutem Mobilitätsangebot im Umweltverbund, Foto: Jürgen Gies

Die Projektergebnisse sind in englischer Sprache auf der Era-net-Seite abrufbar, wie auch die Berichte der drei Konsortien dort zu finden sein werden. Für deutschsprachige Adressaten veranstaltet das Difu am 20. und 21. April 2015 in Berlin ein Difu-Seminar, in dem ausgewählte Fallstudien vorgestellt und Handlungsempfehlungen diskutiert werden. Zudem ist eine deutschsprachige Veröffentlichung geplant, in der Projektergebnisse sowie gute Praxisbeispiele aus dem In- und Ausland dokumentiert werden.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Geogr. Jörg Thiemann-Linden
Telefon: 030/39001-138
E-Mail: thiemann-linden@difu.de

Dr. phil. Jürgen Gies
Telefon: 030/39001-240
E-Mail: gies@difu.de

http://transport-era.net/results/virtuele-map/stepping-stones/

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