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Difu-Berichte 4/2014 - Verlagerungseffekte weg vom Auto hin zum E-Bike zeichnen sich ab

LogoIm Sommer 2014 startete das Projekt „EBike-Pendeln – Fahrspaß mit Rückenwind!“ nach fundiertem Planungsvorlauf in die aktive Erprobungsphase. Das „Schaufensterprojekt für Elektromobilität“ wird durch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gefördert. Sie reagiert damit auf die wachsende Zahl von berufsbedingten Pkw-Fahrten von und nach Berlin, die überwiegend aus der Region kommen und in erheblichem Maße zur Belastung des Berliner Stadtraums durch Verkehrslärm, Luft- und Schadstoffemissionen sowie Flächenverbrauch beitragen.

Grundidee des Projekts ist es, Berufstätige, die im stadtnahen Umland wohnen und in Berlin arbeiten, durch den täglich erlebten Fahrspaß zum Umstieg vom Pkw aufs Pedelec zu „verführen“. Dazu erhalten sie im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements acht Wochen lang ein Pedelec, um es im Alltagsverkehr auszuprobieren. Parallel werden Radrouten optimiert und moderne „Fahrrad-Gemeinschaftsgaragen“ an den S- und U-Bahnhöfen geplant, die den Sicherheitsanforderungen zum Parken hochwertiger (Elektro-)Fahrräder entsprechen.

Mit einem Fördervolumen von insgesamt 1,4 Mio. Euro dürfte EBikePendeln aktuell das bundesweit größte Projekt zur Erprobung und Förderung von Pedelecs sein. Es wird zudem durch Unternehmen und Institutionen aus der Region Berlin-Brandenburg unterstützt, die ihren Mitarbeitern sichere Park- und Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz anbieten sowie durch Sponsoren aus der Fahrradbranche (Hersteller, Großhandel, lokaler Fachhandel), die Pedelecs, Sachmittel und Serviceleistungen bereitstellen.

Die Pilotphase der Pedelec-Erprobung fand im Juli und August 2014 statt. In diesem Zeitraum wurde die Zusammenarbeit mit den unterstützenden Einrichtungen und der sozial-wissenschaftlichen Begleitforschung in der Praxis getestet und optimiert. Die zweite von insgesamt vier Testphasen lief von September bis November. Insgesamt nahmen im Jahr 2014 129 EBikePendler am Projekt teil. Für das Frühjahr und den Sommer 2015 sind zwei weitere Erprobungswellen vorgesehen.

Das Teilnahmeinteresse am EBikePendeln für die ersten beiden Testphasen war im Jahr 2014 so erfreulich hoch, dass die Nachfrage nur zu Teilen gedeckt werden konnte. Für 2015 wird daher eine deutlich größere Testflotte angestrebt.

Ob das hohe Interesse an der Pedelec-Erprobung zu nachhaltigen Veränderungen bei der Verkehrsmittelwahl führen wird, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Erste vorläufige Ergebnisse aus der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung weisen aber auf einen Verlagerungseffekt hin: „Während vor dem Teilnahmezeitraum knapp 30 Prozent der Testfahrer täglich einen Pkw nutzten, halbiert sich dieser Wert während des Teilnahmezeitraums“ laut Institut für Transportation Design. Belastbare Zwischenergebnisse werden für Januar/ Februar 2015 erwartet.

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Foto: Axel Quanz (team red)

Das Difu koordiniert als Lead-Partner die Zusammenarbeit im Projekt EBikePendeln mit den Partnern des Instituts für Transportation Design, der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Sozialwissenschaftliche Begleitforschung), dem Consulting- Unternehmen team-red (Mobilitätsmanagement) sowie dem Büro für Städtebau und Stadtforschung Spath+Nagel Berlin (Verkehrsplanung) und der Firma Lahmeyer Berlin (Steuerung und Umsetzungsplanung).

Die Projektergebnisse werden u.a. über das Portal des Nationalen Radverkehrsplans 2020 bekannt gemacht.

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