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Difu-Berichte 4/2014 - Erfahrungsaustausch zur Stadterneuerung und Sozialplanung

Auf dem Weg zu einer kommunalen Beteiligungskultur

Die Stadt Bremerhaven war in diesem Jahr Gastgeberin des 44. Interkommunalen Erfahrungsaustauschs zur Stadterneuerung und Sozialplanung – einer Veranstaltungsserie mit langer Tradition, die im Frühjahr 1973 als Reaktion auf die drängenden kommunalen Herausforderungen gestartet wurde.

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Die Seestadt Bremerhaven ist die einzige deutsche Großstadt an der Nordsee und hat im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels, insbesondere durch den Niedergang der Werftindustrie, in den letzten zwei Jahrzehnten einen starken Rückgang der Einwohnerzahlen erfahren: Die Bevölkerung reduzierte sich um mehr als ein Fünftel von knapp 143 000 Einwohnern Anfang der 1970er-Jahre auf heute noch rund 113 000 Einwohner. In der Folge sind besonders im Innenstadtbereich umfangreiche Wohnungsleerstände entstanden. Ähnlich wie beispielsweise in Görlitz ist das bauliche „Kleid“ der Stadt im Prinzip zu groß und in Verbindung mit dem demografischen Wandel eine erhebliche Herausforderung für die Kommune. Standen zunächst zahlreiche Abrisse am Stadtrand zur Reduzierung der Wohnungsleerstände im Vordergrund, so so konzentriert man sich nun auf die Aufwertung der Bereiche der inneren Stadt.

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Die rund 80 teilnehmenden Fachleute konnten sich davon überzeugen, wie neben Wohnungsbau und Sanierungsprojekten sowie Neugestaltungen der öffentlichen Freiräume auch Tourismus und die Windenergiebranche das Gesicht der Stadt merkbar verändert haben. So sind die zentral am Meer gelegenen „Havenwelten“ – eine touristische „Sehmeile“, um die sich mehrere Ausstellungsinstitutionen gruppieren – inzwischen überregional als Marke bekannt. Aber auch in den Stadtteilen tut sich viel: ein herausragendes Projekt ist beispielsweise die Freiraumgestaltung „Geestemünde geht zum Wasser“ bei der sich ein bislang vom Hafen abgeschotteter Stadtteil zum Wasser öffnet. Diese und weitere Projekte der Stadtentwicklung wurden im Rahmen thematischer Stadtrundgänge besichtigt und boten ebenso wie die informelle Abendveranstaltung breiten Raum für fachliche Diskussionen und Austausch.

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Vor dem Hintergrund der von vielen anderen deutschen Großstädten abweichenden Bremerhavener Situation, widmete sich die abschließende Podiumsdiskussion dem Thema „Schrumpfung, Stagnation, Wachstum – Land in Sicht? Strategien der Stadtentwicklung bei unterschiedlichen Ausgangslagen“. Angeregt durch den Vortrag „Kultur als wichtiger Beitrag zur Stadterneuerung“, in dem der Frage nachgegangen wurde, wie mit meist nicht förderfähigen künstlerischen Interventionen im Stadtraum oder temporären Zwischennutzungen Teilbereiche der Stadt wieder ins Bewusstsein geholt, die Bevölkerungsabwanderung aus Quartieren gestoppt und (zaghafte) Neuinvestitionen angeregt werden können, diskutierten der Leiter des Kulturbüros in Bremerhaven Jochen Hertrampf, die Bremerhavener Stadtbaurätin Dr. Jeanne-Marie Ehbauer und Norbert Friedrich vom Stadtplanungsamt der Stadt Bremerhaven mit den Tagungsteilnehmern.

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Fotos: Wolf-Christian Strauss

Das Bremerhaven den Titel „Seestadt“ zu Recht trägt und welche zentrale Bedeutung Hafen, Handel und schifffahrtsnahe Nutzungen für die Stadt heute noch haben, konnte im Rahmen einer anschließenden Tour auf der Weser und durch den Containerhafen „erlebt“ werden.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. Wolf-Christian Strauss
Telefon: 030/39001-296
E-Mail: strauss@difu.de

Terminhinweis: 45. Interkommunaler Erfahrungsaustausch zur Stadterneuerung und Sozialplanung
10.–12. Juni 2015 in Dresden

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