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Difu-Berichte 4/2011 - Weiterentwicklung kommunaler Bildungsnetzwerke

Der Übergang Kindertageseinrichtungen – Schule

Foto: Kinder mit SchultütenSeit 2008 führen das Deutsche Institut für Urbanistik und der Deutsche Städtetag in enger Kooperation jährlich Veranstaltungen zu aktuellen schulpolitischen Themen und ihrer Bedeutung für die Kommunen durch. Im Mittelpunkt des diesjährigen Seminars stand die Gestaltung des Übergangs von Kindertageseinrichtungen in die Schule. Der Auswahl dieses thematischen Schwerpunkts lag die Beobachtung zugrunde, dass die Bedeutung der frühkindlichen Bildung in fachlicher und bildungspolitischer Hinsicht zwar unbestritten ist, Kindertageseinrichtungen und Grundschulen häufig allerdings immer noch weniger kooperieren, als es für das Gelingen dieser frühen Bildungsphase notwendig und wünschenswert wäre.

Aus den Diskussionen während des Seminars wurde daher auch sehr schnell deutlich, dass eine intakte, vernetzte lokale Bildungslandschaft unabdingbare Voraussetzung für mehr Bildungsgerechtigkeit ist und es dafür eine gemeinsame Verantwortung aller beteiligten Institutionen gibt. Die Kommune muss sich an dieser entscheidenden Schnittstelle in der Bildungsbiografie eines Kindes gestaltend in die Förderung verbindlicher Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen Kita und Kitaträgern, Schule und Schulaufsicht sowie Jugend- und Gesundheitsämtern einbringen und den Auf- und Ausbau tragfähiger Kooperations- und Netzwerkstrukturen wie regionalen, möglichst sozialraumorientierten Arbeitskreisen von abgebenden Kitas und aufnehmenden Grundschulen, Bildungsbeiräten und Bildungsforen unterstützen.

Diese institutionellen Rahmenbedingungen sind Voraussetzung für die Erarbeitung von Kooperationsverträgen, die von allen beteiligten Einrichtungen als verbindliche Arbeitsgrundlage anerkannt werden können und es beispielsweise der Erzieherin als bisheriger und der Lehrerin als künftiger Bezugsperson ermöglichen, dem Kind bei der Bewältigung des Übergangs auf der Grundlage eines gemeinsam erarbeiteten Vorgehens als Tandem wirksam zu helfen. Darüber hinaus kann auch die Durchführung der Einschulungsuntersuchung bereits im vorletzten Kindergartenjahr vorgesehen werden, um eventuelle Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkennen und bei Bedarf in Abstimmung mit den Kindertageseinrichtungen, der Grundschule und dem Fachbereich Gesundheit rechtzeitig individuelle Fördermaßnahmen einleiten zu können. Gegenstand der Kooperationsverträge können aber auch Vereinbarungen über gegenseitige Hospitationen der pädagogischen Fachkräfte aus Kita und Grundschule sowie über die gemeinsame Teilnahme von Lehrkräften und Erziehern an Fortbildungsveranstaltungen sein. Erste kommunale Erfahrungen zeigen, dass sich dadurch die Zusammenarbeit verbessern und der Wechsel von der Kita in die Grundschule reibungsloser gestalten lässt.

Nicht nur die Kommunen, auch die Länder sind gefordert, zur erfolgreichen Gestaltung des Übergangs von Kindertageseinrichtungen in die Grundschule beizutragen. Das betrifft vor allem die Schaffung der rechtlichen Grundlagen zur Einführung von verbindlichen Kooperationsstrukturen der Bildungseinrichtungen und Bildungsorte, die Erarbeitung eines gemeinsamen Orientierungs- und Bezugsrahmens für alle Bildungsinstitutionen und Schularten sowie die Förderung einer abgestimmten Jugendhilfe- und Stadtentwicklungsplanung.

Die positiven Ansätze zur Gestaltung des Übergangs dürfen aber nicht über die nach wie vor ungelösten Probleme hinwegtäuschen. So wird bei der nur mit Einwilligung der Eltern möglichen Weitergabe von Daten aus der Bildungsdokumentation der Kitas im Übergang in die Grundschule deutlich, dass vor allem die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Einrichtungen mit den Eltern verbessert werden muss. Ungelöst ist auch die Frage, ob die Arbeit für einen gelingenden Übergang aus den vorhandenen Stundenkontingenten geleistet werden kann, ob zusätzliche Ressourcen dafür bereitgestellt werden müssen und wer die dafür entstehenden Kosten tragen soll. Auch der Stand der Evaluation des Übergangs ist trotz vereinzelter Projekte angesichts seiner Bedeutung für die Qualitätsentwicklung der Bildungsarbeit derzeit noch nicht zufriedenstellend. So bleibt die Erkenntnis, dass die erfolgreiche Gestaltung des Übergangs in die Grundschule Raum und vor allem Zeit braucht. Aufgrund der großen Nachfrage wird das Difu das Seminar daher bereits am 12. und 13. Januar 2012 wiederholen.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Volkswirt Rüdiger Knipp
Telefon: 030/39001-242
E-Mail: knipp@difu.de

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