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Difu-Berichte 4/2011 - Städtetourismus als Wirtschaftsfaktor

Handlungsfelder, Trends und Perspektiven

Foto: BusDer Städtetourismus zählt seit einigen Jahren zu den dynamischsten Segmenten des Tourismussektors und trägt in vielen Städten zunehmend zum wirtschaftlichen Wachstum bei. Auch die Finanz- und Wirtschaftskrise hat lediglich zu einem kleineren Abschwung geführt, 2010 sind die Besucherzahlen bereits wieder deutlich gestiegen. Gründe für diese positive Entwicklung liegen in den Trends zu Kurz- und Tagesreisen, zu Zweitund Drittreisen, in einem zunehmenden Eventtourismus, sowohl im Kulturbereich als auch im Shoppingtourismus.

Markus Seibold von der dwif-Consulting GmbH erläuterte in seinem Einführungsvortrag „Boomsegment Städtetourismus in Deutschland – Standortbestimmung, Erfolgsfaktoren und Beispiele“ die aktuelle Situation im Städtetourismus in Deutschland und die Bedeutung als Wirtschaftsfaktor. Die Städtereise ist die beliebteste Form der Kurzreise. Die gute Entwicklung im Städtetourismus seit 2010 machte sich auch in Mittel- und Kleinstädten positiv bemerkbar. Mehr als 1,6 Mio. Beschäftigte „leben“ vom Städtetourismus. Vor allem Einzelhandel und Gastronomie profitieren davon.

Christoph Pienkoß vom Deutschen Verband und Geschäftsführer der Europäischen Route der Backsteingotik e.V. erläuterte an diesem Beispiel die Chancen aus einer europäischen Zusammenarbeit. Das ursprünglich EU-geförderte Projekt wurde in einen Verein überführt, dem inzwischen 30 Städte angehören, die sich gemeinsam im Kulturtourismussegment vermarkten. Judith Drescher von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin stellte in ihrem Vortrag das Tourismuskonzept Berlin 2011+ vor. An diesen Vortrag schloss sich eine Fachexkursion unter der Leitung von Ares Kalandides (Stadt- und Regionalplaner, Geschäftsführender Gesellschafter, INPOLIS, Berlin) an, der die unterschiedlichen Facetten des Tourismus in Berlin vorstellte und den Zusammenhang zwischen Tourismus, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Kultur in unterschiedlichen Stadtvierteln an konkreten Beispielen sehr anschaulich darstellte.

Das Thema „Finanzierung des kommunalen Tourismus – Woher kommt das Geld?“ wird gegenwärtig im Städtetourismus intensiv und kontrovers diskutiert. Claudia Gilles, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Tourismusverband e.V. (DTV) zeigte die aktuellen Diskussionen auf und beleuchtete das Für und Wider einer „Bettensteuer“ (auch „city tax“, „Kulturförderabgabe“). Das Problem einer zukunftssicheren Tourismusfinanzierung erfordert innovative Organisations- und Finanzierungskonzepte für alle drei Ebenen, Kommune, Region und Land.

Dr. Wolfram Friedersdorff, Beigeordneter für Wirtschaft, Bauen und Ordnung der Landeshauptstadt Schwerin erläuterte am Beispiel der BUGA 2009 in Schwerin die Frage, inwieweit sich Großereignisse „nachhaltig“ für den Städtetourismus nutzen lassen. In Schwerin sind neben Imageeffekten vor allem die Impulse für die Stadtentwicklung aus der BUGA hervorzuheben.

Der Shoppingtourismus gilt als einer der zentralen „Treiber“ des Städtetourismus. Mario S. Mensing, Geschäftsführer der CIMA Beratung + Management GmbH in Lübeck, erläuterte im Vortrag, dass viele Städte ihre Qualitäten als Shoppingdestination überschätzen. Wichtig sei es, ein „stimmiges“ Produkt, gut aufbereitete Informationen, Events, aber kein Tamtam und „herzliche Professionalität“ anzubieten. Zu bedenken sei immer, dass Innenstadt ein gesellschaftlicher Ort sei und keine „Konsummaschine“ werden solle.

Am Beispiel des „Städtetourismus in der Metropole Ruhr“ zeigte Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH, wie Großereignisse wie die IBA Emscher Park und vor allem die „Kulturhauptstadt Essen 2010“ neue Impulse geben konnten. Diese Erfolge der „Produkteinführung“ Metropole Ruhr als städtetouristische Destination fortzuführen und den Imagewandel zu verstetigen, sind Langfristaufgaben. Sie erfordern eine effiziente Bündelung der Kräfte der Region und eine intensive Netzwerkarbeit.

In Abschlussbeitrag zeigte Prof. Karl Born, wo die Reise im Städtetourismus mit Blick auf das Jahr 2020 hingehen könnte. Die Nachfrage im Tourismus wird sich stärker polarisieren. Qualität der Angebote und Einzigartigkeit werden – in einem kaum größer werdenden Markt bei wachsender internationaler Konkurrenz – noch wichtiger.

Weitere Informationen: 

Dr. rer. nat. Beate Hollbach-Grömig
Telefon: 030/39001-293
E-Mail: hollbach-groemig@difu.de

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