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Difu-Berichte 4/2011 - Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien in der Stadt

Das Zusammenwirken von Stadtplanung, Energieversorgung und Klimaschutz

Städte sind große Ressourcenverbraucher und verursachen einen hohen Anteil am CO2-Ausstoß. Etwa 40 Prozent des Energiebedarfs wird in Gebäuden verbraucht, woran die Wärmebereitstellung einen besonders großen Anteil besitzt. Vor dem Hintergrund der Energiewende, des demografischen Wandels und der Ressourcenverknappung muss die Wärmeversorgung in Kommunen zwangsläufig angepasst werden. Welche Gebietstypen werden künftig mit welcher Versorgungstruktur versorgt? Welche Energieeffizienzpotenziale existieren? Um diese und andere Fragen zu beantworten, führte das Difu in Kooperation mit dem AGFW – Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. – im Oktober ein Seminar mit Fokus auf Energieeffizienz im Bereich der Wärmeversorgung durch. Zentrale Frage der Veranstaltung war, wie die Akteure aus Stadtentwicklung und -planung einerseits und aus Versorgungsunternehmen andererseits zusammenarbeiten müssen, damit die mit der Energiewende beschlossenen Ziele erreicht werden können. Die Veranstaltung knüpfte an das Difu-Seminar „Energie- und Ressourceneffiziente Siedlungsentwicklung“ vom November 2009 sowie ein Expertengespräch von Difu und BBSR zum Thema „Das stadttechnische Versorgungskonzept von morgen – Herausforderungen in der Wärmeversorgung“ an, das im März 2011 (vgl. Difu-Berichte 3/2011) durchgeführt wurde. Neben dem für das Difu typischen Erfahrungsaustausch wurde eine umfassende thematische Breite präsentiert, die neben Potenzialen, Praxisbeispielen und rechtlichem Instrumentarium auch Konzepte und Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz im Wärmesektor einschloss. Nachstehend werden einige zentrale Aspekte aufgeführt:

  • Die Ziele hinsichtlich der Reduktion von Treibhausgasen und des Ausbaus erneuerbarer Energien lassen bereits heute klar die Zeitpunkte des notwendigen Ausstiegs aus fossilen Energieträgern erkennen.
  • Die große Herausforderung liegt im Bereich des Gebäude- und Siedlungsbestands. Dort vorhandene Potenziale sind bisher zu wenig und unsystematisch erschlossen. In die Betrachtung einzubeziehen ist die Gesamtstadt mit ihren verschiedenen Stadtraumtypen.
  • Wärmeversorgung ist ein Querschnittsthema, weshalb ein integrierter Ansatz zur Umsetzung von Vorhaben unter Einbeziehung aller relevanten Akteure (z.B. Stadtwerke, Energieversorger, Wohnungswirtschaft, Bürger) besonders wichtig ist. Die Nutzung des städtebaulichen Instruments der „Integrierten Stadtentwicklungskonzepte“ (INSEK) wurde in diesem Zusammenhang herausgestellt.
  • Es besteht eine große Diskrepanz zwischen dem Wissen um koordinierte und integrierte Planung und der tatsächlichen Zusammenarbeit zwischen den Akteuren.
  • Für die Wärmeversorgung in Neubaugebieten stehen verschiedene Wege zur Verfügung, wie der Bau im Passivhausstandard, die de- bzw. semizentrale Versorgung und die zentrale Versorgung über Fernwärme. Je nach Ausgangslage können die aufgeführten Wege jeweils als die effizientere Wärmeversorgung gelten.
  • Weitere Sektoren, wie möglicherweise die Wärmenutzung aus Abwasser, können mittelfristig eine Rolle bei der Wärmeversorgung einnehmen (Beispiel Konstanz).
  • Die Zeitfenster für Investitionstätigkeiten müssen berücksichtigt werden. Anders als in der Stadtplanung, wo Langfristperspektiven ca. 20 Jahre umfassen, liegen die Zeithorizonte bei der Nutzung technischer Infrastruktur mitunter bei 60-80 Jahren. Entscheidungen, die heute getroffen werden, sollten dies berücksichtigen.
  • Als voraussetzungsvoll werden die Einflussmöglichkeiten der Kommunen bei den Gebäuden im Bestand gesehen, die sich in Privatbesitz befinden. Um hier Optimierungen zu erreichen, sollten vor allem Anreizmöglichkeiten geschaffen werden.

Das Zusammenwirken zwischen Stadtentwicklung und -planung sowie Infrastrukturbetreibern bei der mittel- und langfristigen Planung der Wärmeversorgung bzw. dem Umbau vorhandener Systeme auf regenerative Energieträger wird auch künftig ein Thema in der Fortbildung des Difu bleiben. So hat der AGFW in Kooperation mit dem Difu eine Weiterbildungsmaßnahme ab 2012 explizit für Stadtentwickler und -planer sowie für Fachverantwortliche in den Versorgungsunternehmen vorgesehen (vgl. Artikel Stadtentwicklung für mehr Energieeffizienz in diesem Heft).

Weitere Informationen: 

Dipl.-Sozial-Ökonom/Dipl.-Volkswirt Jens Libbe
Telefon: 030/39001-115
E-Mail: libbe@difu.de

Dipl.-Ing. (FH) Maic Verbücheln
Telefon: 030/37711-263
E-Mail: verbuecheln@difu.de

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