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Difu-Berichte 4/2010 - Herausforderungen des demografischen Wandels bewältigen

Kommunale Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten

Städte und Stadtregionen haben nach wie vor ein hohes Interesse an Informationen über erfolgreich realisierte Maßnahmen, deren Grundlagen und Konsequenzen im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel und seine Auswirkungen auf die verschiedenen Handlungsebenen.

Die Fachkommission "Stadtentwicklungsplanung" des Deutschen Städtetages (DST) regte daher eine Untersuchung durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) an. Ziel war es, die in Bezug auf den demografischen Wandel entwickelten Handlungsweisen in unterschiedlichen Kommunen zu ermitteln, aufzubereiten sowie Schlussfolgerungen und Empfehlungen für den künftigen Umgang zu erarbeiten.

Im Projekt wirkten als Fallstudienstädte Bielefeld, Dresden, Gera, Köln, München, Münster, Wolfsburg mit, die durch sehr unterschiedliche demografische Ausgangssituationen – im Hinblick auf Bevölkerungsverluste oder -gewinne, Alterung oder Zuwanderung – gekennzeichnet sind.

Zudem enthält die Studie eine Fülle von Beispielen zu ausgewählten Handlungsfeldern im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel. Viele davon sind seit langem wichtige kommunale Themen, nicht nur im Kontext des demografischen Wandels. Zahlreiche Kommunen erweitern jedoch gegenwärtig den Themenzuschnitt. Teilweise erhalten Themen in der stadtinternen Diskussion durch die Verknüpfung mit dem demografischen Wandel neue Bedeutung. Das Spektrum reicht von Fragen aus den Bereichen Wirtschaft und Arbeitsmarkt, über Bildung und Integration, Familienpolitik,  Gesundheitspolitik bis hin zu Infrastruktur und Mobilitätsfragen. Wichtig ist, die Handlungsfelder jeweils an die Situation und Fragestellungen der jeweiligen Stadt anzupassen. Da viele Bereiche von den Folgen der demografischen Veränderungen betroffen sind, ist es wichtig, Prioritäten zu setzen.

Weitere zentrale Aspekte, für die Handlungsempfehlungen entwickelt werden, sind Fragen der Leitbildentwicklung, der Zielfindung und -festlegung, der Organisation und Steuerung des Prozesses, der Kooperation mit unterschiedlichen Akteuren, der Relevanz von Datengrundlagen und eines Monitoring sowie der Evaluierung. Danach ist es mit Blick auf den demografischen Wandel nicht zwingend erforderlich, neue oder eigene Leitbilder zu entwickeln. Vielfach liegen in Kommunen bereits Leitbilder vor, an die angeknüpft werden kann. Wichtig ist, dass sich Akteure und Entscheidungsträger zu Beginn eines Prozesses über die Ziele verständigen und sie in einem Zielkatalog festhalten.

Organisationstheoretisch betrachtet, ist demografischer Wandel in der kommunalen Verwaltung ein Querschnittsthema. Es sind verschiedene Bereiche betroffen, die ihre Aktivitäten koordinieren sollten. Die Ressortorientierung der Verwaltung erschwert allerdings eine integrierte Bearbeitung. Umso notwendiger sind eine fachbereichs- und ämterübergreifende Abstimmung und die Unterstützung des Themas durch die politische Spitze. Wichtig ist es, eindeutige Zuständigkeiten, eine klare Aufgabenteilung und Kompetenzverteilung festzulegen und demografiebezogene Steuerungs- und Koordinationsaktivitäten zentral zu verankern.

Fundierte Daten zur Entwicklung von Bevölkerung und Arbeitsmarkt sowie belastbare Prognosen im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung gehören zu den elementaren Grundlagen, wenn es gilt, zielgerichtete Strategien und Konzepte im Umgang mit dem demografischen Wandel zu entwickeln und umzusetzen. Diese Datengrundlagen halten Akteure aus Politik und Verwaltung insbesondere dann in der Verantwortung, wenn sie langfristig angelegt sind. Analysen und Prognosen sollten sowohl für die Gesamtstadt als auch für städtische Teilräume vorliegen, da in vielen Städten auch zwischen einzelnen Stadtquartieren unterschiedliche demografische Entwicklungen festzustellen sind.
Erforderlich sind eine kontinuierliche Beobachtung der relevanten Daten und Entwicklungen sowie, auf dieser Grundlage, eine regelmäßige Fortschreibung der Prognosen. Die "Nachverfolgung" der Ergebnisse, die Erfolgskontrolle, gilt gemeinhin als wichtiger Bestandteil von Projekten und (Planungs-) Prozessen. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass eine Evaluierung kaum oder auf einem nur geringen Niveau realisiert wird. Hier sind noch Verbesserungen erforderlich.

Weitere Informationen: 

Dr. rer. nat. Beate Hollbach-Grömig
Telefon: 030/39001-293, E-Mail: hollbach-groemig@difu.de

Dr. rer. soc. Bettina Reimann
Telefon: 030/39001-191, E-Mail: reimann@difu.de

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