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Difu-Berichte 4/2002 - Regionale Netzwerke als Handlungskonzept

Erfolg versprechender Weg einer innovationsorientierten
Regionalentwicklung?

Wann immer Auswege aus politischen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen diskutiert werden, taucht früher oder später das Schlagwort "Netzwerk" auf. So gelten Regionale Netzwerke in der kommunalund regionalwissenschaftlichen Diskussion als zukunftsträchtige Strategie zur endogenen innovationsorientierten Regionalentwicklung und damit auch zur nachhaltigen Positionierung von Regionen im schärfer werdenden internationalen Wettbewerb.

Was aber steht dahinter? Begriffe und Inhalte werden durchaus kontrovers diskutiert. Nicht alle messen Regionalen Netzwerken eine hohe Bedeutung für die Innovationskraft und damit die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Regionen bei. Manche halten sowohl den Bedeutungsgewinn als auch die Leistungskraft, die solchen Kooperationsmustern zugeschrieben werden, für einen Mythos. Insbesondere für kommunale Akteure stellt sich zudem über die Frage nach deren Erfolgswahrscheinlichkeiten hinaus die Frage nach Produzierbarkeit und Steuerbarkeit dieser Netzwerke.

Ziel der in Kürze in der Reihe Difu-Materialien erscheinenden Studie "Regionale Netzwerke als Handlungskonzept - Erfolg versprechender Weg einer innovationsorientierten Regionalentwicklung?" war es, die wichtigsten theoretischen Grundlagen und Diskussionslinien nachzuzeichnen, den Stand der Forschung zu Nachweisbarkeit und Nutzen sowie Erkenntnisse über die Erfolgsvoraussetzungen und die Architektur solcher Netzwerke zusammenzutragen und schließlich daraus Handlungskorridore für die kommunale Praxis abzuleiten.

Insgesamt zeigt sich, dass das Thema Netzwerke nach wie vor ein sehr weicher Gegenstand ist; einzelne Facetten sind gut aufgearbeitet, viele Fragen bleiben jedoch (noch) offen. Weiterhin wird deutlich, dass kommunale Netzwerkarbeit als eine Art ergebnisoffene Hintergrundstrategie zu verstehen ist, das heißt als Instrument für klassisch fixierte Ziel-Mittel-Aufgaben ungeeignet ist. Dabei geht der strategische Ansatz weit über traditionelle Clusterförderung, über gezielte Vernetzungsstrategien von Unternehmen und Aufgaben der klassischen Wirtschaftsförderung hinaus. Er richtet sich nicht nur auf wirtschaftspolitisches Agieren im engeren Sinne, sondern auf die Mobilisierung aller Wissensressourcen und -kulturen, aller informellen und formellen Beziehungen und Kooperationen sowie Kreativitäts- und Innovationspotenziale. Der Kerngedanke des Konzepts ist der der Einbettung der Unternehmen und Unternehmensnetzwerke in ein innovatives regionales Milieu, das weit mehr als das ökonomische Umfeld umfasst. Strategien fußen hier auf einer Mischung aus Prozess- und Projektorientierung, die in erster Linie das Ziel verfolgen, ungerichtet an möglichst vielen Punkten "Bewegung" zu erzeugen und Kontakte herzustellen und damit die Möglichkeit zu schaffen, dass sich Neues und Überraschendes ergibt, das dann gegebenenfalls mit gezielten Förderstrategien unterstützt werden kann.

Natürlich sind viele Aufgaben eher "diffus" und die Strategien eher experimenteller Natur; sie versprechen - wenn überhaupt etwas versprochen werden kann - kaum kurzfristige Erfolge. Wenn Innovation als Zufallsprodukt evolutionsähnlicher Prozesse begriffen wird, bedeutet dies gleichzeitig, dass Sackgassen in Kauf genommen werden müssen und der Faktor Zeit eine große Rolle spielt. Auch ersetzen Netzwerkstrategien klassische Strategien nicht, sondern stellen vielmehr alte Aufgaben in ein neues Denkgerüst. Es kommt dabei zu einem weiteren Bedeutungsgewinn weicher Instrumente und transversaler Politiken; es verschiebt sich die Rolle der Kommunen weiter hin zu der eines Mittlers und Moderators, Initiators und Partners.

Weitere Informationen:
Dipl.-Geogr. Luise Adrian
Telefon: 030/39001-202
E-Mail:
petukat@difu.de

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