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Difu-Berichte 4/1999 - Gemeinschaftsinitiative "URBAN": Europäische Strukturpolitik für die Stadterneuerung in Ostdeutschland

Europäische Strukturpolitik für die Stadterneuerung in Ostdeutschland Evaluierung der Gemeinschaftsinitiative URBA

Mit der Gemeinschaftsinitiative URBAN fördert die EU erstmals Maßnahmen für städtische Quartiere. Das Ziel dabei ist, die in zahlreichen Stadtquartieren bestehende kritische soziale und wirtschaftliche Lage zu verbessern. Im Rahmen integrierter Konzepte werden innovative Projekte gefördert: beispielsweise der Anstoß neuer wirtschaftlicher Aktivitäten, Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, Verbesserung der soziokulturellen Infrastruktur, umweltverbessernde Maßnahmen, Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung von Planungskonzepten und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Großer Wert wurde dabei auf die Förderung solcher Initiativen gelegt, die in dem Gebiet selbst entwickelt wurden. Im ersten Programmplanungszeitraum 1994-1999 wurden Programme in 116 europäischen Stadtquartieren gefördert. In Deutschland sind zwölf Städte an dem Programm beteiligt (Duisburg, Saarbrücken, Bremen, Kiel, Berlin, Brandenburg/ Havel, Chemnitz, Erfurt, Magdeburg, Halle/Saale, Rostock, Zwickau).

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Difu im Rahmen einer Zwischenevaluierung für die ostdeutschen Programm-Städte die Wirksamkeit des URBAN-Programms untersucht. Die jetzt vorliegende Studie enthält die Forschungsergebnisse und Empfehlungen an die EU zur Weiterführung der URBAN-Gemeinschaftsinitiative. Die Untersuchung basiert auf der Analyse einer Vielzahl von Dokumenten der beteiligten Städte, auf Ortsbegehungen sowie auf Interviews mit Akteuren vor Ort in Stadtquartieren, in Stadtverwaltungen sowie auf Bundes- und Länderebene.

Aus der Untersuchung wird deutlich, dass trotz erheblicher Anlaufschwierigkeiten, bei der Beantragung von Programmmitteln und der Etablierung der Umsetzungsstrukturen, der integrierte Ansatz der Bündelung von Mitteln und Maßnahmen in Problemquartieren sehr erfolgreich ist und zur Lösung komplexer Problemsituationen beitragen kann. Die Komplexität der Programmumsetzung ergibt sich nicht nur ausden Problemsituationen vor Ort selbst, sondern auch aus der Vielzahl unterschiedlicher Akteure, Ämter und Einrichtungen, die zusammenwirken müssen. Von zentraler Bedeutung war hier die Motivierung der Bewohner und weiterer Akteure im Quartier für eigene Initiativen und für Aktivitäten im Rahmen von Beteiligungs- und Abstimmungsverfahren für das Quartier insgesamt.

Bei der Umsetzung des integrierten Ansatzes sind in den Städten ähnliche Muster erkennbar. In unterschiedlichen Zusammenhängen werden baulichräumliche, baulichsoziale und sozialbeschäftigungspolitische sowie sozialökologische Maßnahmenkonzepte realisiert, sowohl im Rahmen von Um- und Wiedernutzungen alter Bausubstanz, bei der Aufbereitung und Neunutzung von Industriebrachen als auch durch Neubauten von Infrastruktureinrichtungen und im Rahmen von Wohnumfeldverbesserungen. Erfolgreiche Strategien können sowohl die Umsetzung einer Vielzahl kleiner Projekte im gesamten Quartier sein als auch einzelne zentrale "Leuchtturm-Projekte", die häufig als Infrastruktureinrichtung dem ganzen Quartier zugute kommen.

Als wesentlich für das Gelingen derartiger Programme ist herauszustellen, dass Motivation und Beteiligung der Bewohner gegeben sein müssen, kurze und schnelle Entscheidungswege für die Bewilligung von Projekten erforderlich sind, die Quartiere überschaubar abgegrenzt sind und damit eine Identifikation der Bewohner mit "ihrem" Quartier möglich ist und dass ein Quartiersmanagement als Anlauf- und Koordinationsstelle und Initiator für Anstoßprojekte vorhanden ist. Als wichtig für die Weiterführung derartiger Programme wird der Aufbau eines Stadtteilmonitorings angesehen, durch das eine kontinuierliche Beobachtung von Veränderungen ermöglicht und damit frühzeitig erforderliche Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden können. Schließlich erscheint eine Evaluation wichtig, um Aufschlüsse über die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen zu erhalten.

EU–Gemeinschaftsinitiative für städtische Gebiete: URBAN

Kathleen Töpel, Robert Sander, Wolf-Christian Strauss

Die Studie ist im  Peter Lang Verlag Berlin, erschienen.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Soz. Robert Sander Telefon: 030/39001-267 E-Mail: sander@difu.de