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Difu-Berichte 3/2015 - Empfehlungen für eine integrierte Lärmaktionsplanung in Kommunen

Ergebnisse eines Planspiels in Nordrhein-Westfalen

Cover der PublikationMöglichkeiten einer Integration von Daten zur sozialen und gesundheitlichen Lage in die Lärmaktionsplanung waren Gegenstand eines im März 2015 abgeschlossenen Projekts, das das Deutsche Institut für Urbanistik und das Büro LK Argus im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV) durchgeführt haben. In Planspielen mit den Städten Aachen, Bielefeld, Bochum, Bottrop und Köln wurden Aspekte der Erarbeitung von Lärmaktionsplänen sowie der Realisierung darin festgelegter Lärmminderungsmaßnahmen untersucht. Hieraus wurden Empfehlungen für eine Datenintegration in die Lärmaktionsplanung der Kommunen abgeleitet.

Planspiel „Lärmaktionsplanung“ im Rahmen des Masterplans Umwelt und Gesundheit NRW (Abschlussbericht)

Planspiel „Lärmaktionsplanung“ im Rahmen des Masterplans Umwelt und Gesundheit NRW (Difu)

Grundsätzlich sollten Kommunen Mehrwert und Grad einer Integration von Daten zur sozialen und gesundheitlichen Lage in die Lärmaktionsplanung prüfen. So kann die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten bei der Integration sozialer und gesundheitlicher Belange in die Lärmaktionsplanung von der verbal argumentativen Erwähnung sozialer und gesundheitlicher Belastungen bis zu einem Handlungsprogramm reichen. Synergien lassen sich vielfach erschließen, wenn eine Datenintegration nicht auf die Lärmaktionsplanung beschränkt bleibt sondern ebenso als möglicher Mehrwert für andere Planungen wie z.B. Stadt(teil)entwicklungsplanung, Straßenunterhaltungs- und Verkehrsentwicklungsplanung, Sozial- und Gesundheitsplanung oder Luftreinhalteplanung betrachtet wird.

Gerade in Bezug auf die Realisierung von lärmmindernden Maßnahmen sollte eine Festlegung von räumlichen Handlungsprioritäten entsprechend der Problemlagen in den mehrfachbelasteten Gebieten erfolgen, die durch die Datenintegration identifiziert werden konnten. Die Chancen für die Maßnahmenumsetzung steigen, wenn eine enge Verzahnung von Lärmaktionsplanung mit anderen relevanten Planungen gelingt. Als Bezugsraum hierfür bietet sich die Quartiersebene an. Es sollte geprüft werden, ob und in welchen Quartieren der Stadt Umsetzungsaktivitäten sowie finanzielle Ressourcen bzw. Fördermittel zielgenau auf Bereiche mit Mehrfachbelastungen gelenkt werden können. In diesem Zusammenhang sollte eruiert werden, inwiefern Schnittstellen zu anderen Planungen wie z.B. integrierte Stadt(teil)entwicklungsplanung, Straßenunterhaltung, Verkehrsentwicklungsplanung oder Luftreinhalteplanung stärker dafür genutzt werden können, eine Finanzierung konkreter Einzelmaßnahmen zur Lärmminderung unter gleichzeitiger Berücksichtigung von Belangen der sozialen und gesundheitlichen Lage zu erreichen.

Weitere Empfehlungen beziehen sich auf die Identifizierung ruhiger Gebiete, Aspekte der Ämterzusammenarbeit, die Öffentlichkeitsbeteiligung und die Einbindung der Kommunalpolitik vor Ort. Schließlich werden dem Land NRW Empfehlungen für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, z.B. des Rahmens für geschwindigkeitssenkende Maßnahmen oder für stärker auf die Belange der Lärmminderung ausgerichtete Fördermöglichkeiten gegeben.

Das Vorhaben ist Bestandteil des „Masterplans Umwelt und Gesundheit NRW“, in welchem die Landesregierung NRW unter anderem Möglichkeiten der Implementierung des Themas Umweltgerechtigkeit in die kommunale Praxis prüft. Die Ergebnisse des Vorhabens sowie die Handlungsempfehlungen für Kommunen und das Land wurden im Abschlussbericht veröffentlicht. Der Bericht ist online verfügbar.

Grafik

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. agr. Thomas Preuß
Telefon: 030/39001-265
E-Mail: preuss@difu.de

Dipl.-Geogr. Kathrin Schormüller
Telefon: 0221/340308-11
E-Mail: schormueller@difu.de

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