Printexemplare bestellen

Warenkorb

Kontakt für Fragen zur Bestellung von Publikationen:

Heidi Espei
Tel.: +49 30 39001-253
Fax: +49 30 39001-275
E-Mail: vertrieb@difu.de

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Vertrieb
Zimmerstraße 13-15
10969 Berlin

eBooks bestellen

Difu-Berichte 3/2006 - Stadtpolitik und das neue Wohnen in der Innenstadt: Anforderungen, Möglichkeiten, Probleme

Berlin (Foto: Wolf-Christian Strauss) Die außerordentliche Resonanz auf die Difu-Studie "Wohnen in der Innenstadt - eine Renaissance?" (Difu-Beiträge zur Stadtforschung, Berlin 2005) erforderte schon ein halbes Jahr nach Erscheinen einen Nachdruck. Und es scheint sich zu bestätigen: Die Innenstadt als Wohnort erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Zumindest ist eine lebhafte öffentliche Diskussion über die Wiederkehr der Wohnfunktion der Innenstadt in Gang gekommen. Auch bei Planern und Stadtpolitikern besteht die Hoffnung, mit der neu entfachten Debatte das Wohnen in die Innenstädte zurück zu holen und die "Verödung" durch "neue Urbanität" wenn nicht zu beenden, so ihr doch wenigstens entgegenwirken zu können.

 Zunehmend veranstalten Städte öffentliche Workshops und Hearings, um in ihrer Stadt das Bewusstsein für neue Möglichkeiten des Innenstadtwohnens zu wecken und die Bedingungen für eine Realisierung auszuloten. Die fachliche Debatte zu dieser neuen Entwicklung verläuft noch recht zurückhaltend, denn die Datenbasis für die Behauptung einer Rückkehr der Wohnbevölkerung in die Stadt - hier: in die Innenstadt - erscheint noch zu ungenügend, um auf einen generellen Trend schließen zu können. Stadtplanung ist jedoch immer auch ein Geschäft, das von den Möglichkeiten künftiger Entwicklungen handelt und entsprechendes Bewusstsein bei - allen - Akteuren schärfen will. Über die Aufwertung einzelner Areale und Quartiere hinaus gibt es indes handfeste Gründe, die dem Ziel "Neues Wohnen in der Innenstadt" förderlich sind. Sie beruhen - anders als in den vergangenen Jahrzehnten - nicht auf Wünschen, Hoffnungen und Forderungen einzelner Fachexperten und den von Ihnen vertretenen Fachdisziplinen, sondern auf veränderten Rahmenbedingungen, die dieser Absicht bzw. Hoffnung einen realen Hintergrund verleihen und neue Möglichkeiten für das Wohnen in der Innenstadt eröffnen.

Esslingen (Foto: Wolf-Christian Strauss)Die Difu-Studie "Wohnen in der Innenstadt - eine Renaissance?" hat grundlegende Ergebnisse und Überlegungen aus Großstädten vorgestellt, aber es zeigte sich bald, dass auch mittlere Großstädte und kleinere Städte sich mit dem Thema und der damit verbundenen Problematik auseinandersetzen. Deshalb wird in einem weiteren Forschungsprojekt (Arbeitstitel: "Stadtpolitik und das neue Wohnen in der Innenstadt - Anforderungen, Möglichkeiten, Probleme") untersucht, welche Bedingungen für innenstadtnahes Wohnen in Städten unterschiedlicher Größe vorliegen, was die Städte tun können, um die Wohnfunktion der Innenstadt zu stärken und welche Hindernisse und Probleme es dabei zu bewältigen gilt. Folgende Themenkomplexe und Fragen stehen im Vordergrund des Interesses des neuen Difu- Projekts, das unter der Beteiligung und dem Engagement von sieben Städten (Dresden, Braunschweig, Frankfurt/M, Kassel, Köln, Schwäbisch-Gmünd, Wetzlar) bearbeitet wird und dessen Ergebnisse Ende 2007 vorliegen sollen:

  • Welche stadtentwicklungspolitischen Ziele sollen mit einer Aufwertung der Innenstadt als Wohnstandort verfolgt werden? Welche Möglichkeiten und welche Instrumente gibt es zur Erreichung dieser Ziele? Welche Anforderungen und Konflikte ergeben sich daraus?
  • Die Informationsgesellschaft führt zu einer neuen räumlichen Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten, teilweise setzt sie die räumliche Nähe der Wirtschaftssubjekte voraus. Lässt sich diese These in Bezug auf innenstadtnahes Wohnen belegen? Gibt es einen relevanten Zusammenhang zwischen Wohnangebot und der Entwicklung von (qualifizierten) Arbeitsplätzen in der Innenstadt bzw. im innenstadtnahen Bereich?
  • Es bilden sich neue Wohnbedürfnisse und neue Wohnpräferenzen heraus (Demographischer Wandel, Wertewandel, Ausdifferenzierung der Lebensstile). Inwieweit kann die Stadtplanung diesen Bedürfnissen und Präferenzen durch eine gezielte Planung nachkommen?
  • Welchen Einfluss hat die Eigentumsstruktur auf die Entwicklung des Wohnens im Innenstadtbereich? Welche Folgen sind für die Innenstadt aufgrund der Privatisierung von kommunalem Wohnungsbestand zu erwarten?
  • Es besteht die Gefahr, dass in Innenstadtquartieren vor allem teurer Wohnraum entsteht. Diesen Wohnraum können sich oftmals Angehörige unterhalb der (gehobenen) Mittelschicht nicht leisten. Welche sozialräumlichen Folgen sind für die Stadtentwicklung zu erwarten, wenn aufgrund der steigenden Mieten im Innenstadtbereich die nicht im gesicherten Wohlstand Lebenden schrittweise an den Stadtrand verdrängt werden? Welche Möglichkeiten der Stadtpolitik werden gesehen, auf diese Entwicklung steuernd einzuwirken und kostengünstigen Wohnraum für breitere Schichten in den Innenstädten bereitzustellen (Wohnungspolitik als sozialintegratives Steuerungsinstrument)?
  • Welche Finanzierungskonzepte (u. a. öffentliche Wohnbaufördermittel, Erbpacht) sind denkbar?
  • Es scheint ein unausgesprochener Konsens der Fachleute darüber zu bestehen, dass für Familien die Innenstadt und innenstadtnahe Gebiete ein ungeeigneter Ort zum Wohnen sind. Es zeigt sich jedoch, dass auch junge Familien in der Innenstadt wohnen wollen. Was ist zu tun bzw. kann getan werden, um ihnen das Wohnen hier hinsichtlich Wohnung und Wohnumfeld zu ermöglichen?
  • Welche Anforderungen an das Wohnumfeld müssen gestellt werden, um das Interesse am Wohnstandort "Innenstadt" zu erhalten und zu fördern?
  • Welche Wohnmodelle (Stadthäuser, Mietwohnungsbau, kostengünstiges Bauen) sind für den Innenstadtbereich denkbar?
Weitere Informationen: 

Dipl.-Sozialwirt Hasso Brühl
Telefon: 030/39001-243
E-Mail: bruehl@difu.de