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Difu-Berichte 2/2013 - Wettbewerb Kommunale Suchtprävention

Preisträger ausgezeichnet

Cover des Heftes

Im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betreute das Deutsche Institut für Urbanistik den bundesweiten Wettbewerb "Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention" bereits zum sechsten Mal organisatorisch und inhaltlich. Mit dem Thema "Alkoholprävention im öffentlichen Raum" wurden beim diesjährigen Wettbewerb insbesondere jene Modelle und Strategien zur kommunalen Suchtprävention in den Fokus gerückt, die mit abgestimmten ordnungs-, sozial- und gesundheitspolitischen Maßnahmen präventiv auf den zunehmenden Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit einwirken. Zugleich umfasst Alkoholprävention auch Aktivitäten, die auf die Verbesserung von Strukturen zielen, indem z.B. suchtpräventiv wirksame Netzwerke aufgebaut werden oder Präventionsarbeit nachhaltig an Schulen verankert wird.

Für die prämierten Wettbewerbsbeiträge stellte die BZgA ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 60 000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich wurde vom GKV-Spitzenverband ein Sonderpreis zum Thema "Vorbildliche Regelungen der Zusammenarbeit von Kommunen und Krankenkassen bei der Alkoholprävention im öffentlichen Raum" in Höhe von 10.000 Euro ausgelobt.

Der Wettbewerb stieß auf eine hohe Beteiligung. Bis zum Ende der Ausschreibungsfrist am 14. Januar 2013 wurden insgesamt 99 ausschreibungskonforme Beiträge aus Städten, Gemeinden und Kreisen des gesamten Bundesgebiets eingereicht. Kreisangehörige Kommunen stellten hierbei die stärkste Teilnehmergruppe. Bewertet wurden die Beiträge von einer unabhängigen Jury, die im Vorfeld von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und der BZgA ausgewählt wurde.

Preisträger
Zwölf Städte, Gemeinden und Landkreise wurden am 3. Juni 2013 im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin für ihre vorbildlichen Aktivitäten zur Alkoholprävention im öffentlichen Raum ausgezeichnet. Die Preisverleihung erfolgte durch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans und die Direktorin der BZgA Prof. Dr. Elisabeth Pott.

Die Preisträger 2013

Kreisfreie Städte

Die Stadt Leipzig wird für das Projekt "Von der Straße ins Leben – Aufsuchende Hilfen für erwachsene Alkoholabhängige im öffentlichen Raum" mit dem 1. Platz (10.000 Euro) in der Kategorie "Kreisfreie Städte" ausgezeichnet. Das Modellprojekt der aufsuchenden Straßensozialarbeit für erwachsene alkoholkranke Menschen verknüpft suchtpräventive Maßnahmen mit Modellen der integrierten Stadtteilentwicklung und fokussiert bei der (Weiter)Entwicklung von Maßnahmen und Kooperationen auf den öffentlichen Raum.

Die Stadt Freiburg im Breisgau (Platz 2, 5.000 Euro) erhält für ihren Beitrag "PräRIE – Kommunale Alkoholpolitik und Prävention in Freiburg" einen Preis. PräRIE wurde bereits 2008 als Modellprojekt im Rahmen der "Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg" gefördert und ist seit 2011 mit seinen Teilprojekten, die u.a. den Einsatz von Peer- Beratern im "Partyviertel" der Stadt und Projekte im öffentlichen Nahverkehr unter Beteiligung von Ehrenamtlichen umfassen, in der Stadt fest verankert.

Die Landeshauptstadt München (Platz 3, 4.000 Euro) wird für das "Münchner Programm zur Prävention des Missbrauchs von Alkohol und anderen Suchtmitteln bei Kindern und Jugendlichen" prämiert. In diesem Gesamtkonzept zur Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen stellt der öffentliche Raum einen integralen Baustein dar, der strategisch unterlegt ist und eine Reihe von aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen umfasst.

Die Stadt Göttingen (Platz 4, 3.500 Euro) wird für das Projekt "Go Willi!" und dessen Weiterentwicklung in der Stadt Göttingen ausgezeichnet. Räumlich im Fokus steht der für die Namensgebung des Projekts dienende "Wilhelmsplatz", ein Innenstadttreffpunkt für junge Menschen, insbesondere in den Abend- und Nachstunden. Neben Streetwork stellt die umfassende Netzwerkarbeit ein Kernelement der beteiligungsorientierten alkohol- und kriminalpräventiven Arbeit der Stadt Göttingen dar, die seit 2006 weiterentwickelt wird.

Kreisangehörige Städte und Gemeinden

Die Stadt Marburg wird für ihren Beitrag "„suPPOrdJu – Ein ungewöhnliches Team auf Erfolgskurs" mit dem 1. Platz (10.000 Euro) prämiert. Im Projekt "suPPOrdJu" kooperieren Polizei, Ordnungsamt und Jugendamt, um mit präventiven und repressiven Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation im Jugendschutz und beim Alkoholmissbrauch am "Marktdreieck" in der Marburger Innenstadt beizutragen.

Die Stadt Rastatt erhält für ihr Konzept "Lokale Alkoholpolitik" den zweiten Platz (5.000 Euro). Das Konzept sieht geeignete Umsetzungsschritte vor, die auf eine nachhaltige Einstellungsänderung im Umgang mit Alkohol hinwirken und die Frühintervention bei Jugendlichen und Erwachsenen mit auffälligem Alkoholkonsum fördern sollen.

Die Stadt Rothenburg ob der Tauber mit dem Landkreis Ansbach (Platz 3, 4.000 Euro) wird für ihr Projekt "Tanzen statt Torkeln" ausgezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Alkoholpräventionsprojekt zum "Taubertalfestival", das auf Jugendliche und junge Erwachsene zielt und methodisch auf einem Peer-Ansatz fußt.

Die Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim (Platz 4, 3.500 Euro) wird für ihr Konzept "Free Room – Alkoholfrei feiern nicht nur für junge Besucher. 0% Alkohol – 100% Genuss" prämiert. "Free Room" bündelt mit Hilfe verschiedener Kooperationspartner alkoholpräventive Aktionen und Angebote im Vorfeld und während Festveranstaltungen unter einem insbesondere für ländliche Regionen umsetzbaren Rahmen.

Landkreise

In der Kategorie "Landkreise" wurden zwei erste Plätze vergeben: Der Landkreis Esslingen (7.500 Euro) wird für sein "Maßnahmennetz zur Alkoholprävention im öffentlichen Raum im Landkreis Esslingen" ausgezeichnet. Der Landkreis hat umfassende Netzwerkstrukturen sowie ein breites Spektrum an Maßnahmen und Aktionen zur Alkoholprävention im öffentlichen Raum aufgebaut. Räumliche Schwerpunkte bilden hierbei sowohl Stadtteile und Gemeinden, als auch Feste und der Straßenverkehr.

Der Landkreis Weilheim-Schongau (7.500 Euro) wird für seinen Beitrag "Wir geben Halt – Eine Aktion des Präventionskreises Sucht gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen im Landkreis Weilheim-Schongau" prämiert. Hierbei handelt es sich um ein Programm zur Prävention von riskantem Alkoholgebrauch von Kindern und Jugendlichen, das explizit auf den öffentlichen Raum fokussiert. Die programmatische Ausrichtung stellt sicher, dass eine Vielzahl von Einzelprojekten zielgerichtet weiterentwickelt und miteinander verknüpft wird und dass es einen verbindlichen Rahmen für die Zusammenarbeit gibt.

Sonderpreis des GKV-Spitzenverbandes

Auch beim Sonderpreis des GKV-Spitzenverbandes wurden zwei erste Plätze vergeben: Der Main-Tauber-Kreis (5.000 Euro) wird für seinen Beitrag "Alkoholprävention im öffentlichen Raum für den Main-Tauber-Kreis" gewürdigt. In dem Gesamtkonzept zu Alkoholprävention mit dem Schwerpunkt Jugendliche im öffentlichen Raum werden verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen kombiniert. Hervorzuheben sind das finanzielle Engagement und die inhaltliche Kooperation der Krankenkassen, insbesondere der AOK, die anteilig das Projekt "HaLT" und die Stelle der Kommunalen Suchtbeauftragten unterstützt und neben drei weiteren Krankenkassen im Kommunalen Suchthilfenetzwerk mitwirkt.

Die Stadt Münster (5.000 Euro) wurde für ihren Beitrag "VOLL ist OUT – eine Kampagne zur Alkoholprävention" ausgezeichnet. Die Kampagne zielt vor allem auf alkoholpräventive Maßnahmen bei öffentlichen Veranstaltungen und Festen im Rahmen des Karnevals ab und nimmt dabei Jugendliche und junge Erwachsene, Handel und Gastronomie sowie Multiplikatoren in den Blick. Hauptpartner der Kampagne ist bereits seit 2006 die Krankenkasse IKK classic.

Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse

Um die Breite der eingereichten Beiträge für den Wettbewerb und die insgesamt herausragenden Aktivitäten in der kommunalen Alkoholprävention einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und anderen Kommunen einen Anreiz zu geben und von den Erfahrungen zu profitieren, werden die Wettbewerbsergebnisse in einer Dokumentation veröffentlicht. Außerdem können alle Wettbewerbsbeiträge sowie die Wettbewerbsdokumentation und Fotos von der Preisverleihung im Internet abgerufen werden.

Weitere Informationen: 

Dipl.-Ing. Christa Böhme
Telefon: 030/39001-291
E-Mail: boehme@difu.de

Dr. Bettina Reimann
Telefon: 030/39001-191
E-Mail: reimann@difu.de

Bestellung der Wettbewerbsdokumentation:
BZgA, 51101 Köln
E-Mail: order@bzga.de
Fax: 0221/8992-257
Bestellnummer 33961000

Internetportal zum Wettbewerb:
kommunale-suchtpraevention.de

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