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Difu-Berichte 2/2012 - Internationale Konferenz Städtischer Wirtschaftsverkehr

Foto: LKWAm 6. und 7.2. diskutierten im Rahmen einer internationalen Konferenz im Difu rund 80 Wissenschaftler, Planer, Verbands- und Vertreter von Logistikunternehmen sowie Berater über aktuelle Themen des städtischen Wirtschaftsverkehrs. Die französischen Institute LET und CERTU, das europäische Netzwerk POLIS und das Difu haben diese trilinguale Konferenz gemeinsam organisiert. In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer mit fünf Themenblöcken:

  • Entwicklungstendenzen und Problemfelder im städtischen Wirtschaftsverkehr
  • Datenbedarf und Indikatoren des städtischen Wirtschaftsverkehrs für Verkehrspolitik und ‑planung
  • Strategien und Maßnahmen für die Gestaltung eines nachhaltigen städtischen Wirtschaftsverkehrs
  • Vergleich der rechtlichen Rahmen in der EU für Planungsmaßnahmen im städtischen Wirtschaftsverkehr
  • Integration des Wirtschaftsverkehrs in städtische Planungsprozesse (Synergien zwischen Maßnahmen für privaten und Wirtschaftsverkehr)

Aktuelle gesellschaftliche Trends wie Alterung der Bevölkerung, Verkleinerung der Haushaltsgrößen, Schrumpfung der Bevölkerungszahl und abnehmende Siedlungsdichte, aber auch neue Produktionstechnologien und neue Distributionsoptionen wie Internethandel, Interneteinkauf, 24h-Lieferservice- Erwartung führen zu neuen Herausforderungen an den Wirtschaftsverkehr. In der Folge wird der Handlungsdruck für die Transportunternehmen größer. Die Kosten der Auslieferung insbesondere auf der "letzten Meile" bis zum Endkunden im städtischen Raum machen 50 Prozent und mehr der gesamten Transportkosten der Wertschöpfungskette aus. Logistikbetreiber versuchen diese Kosten durch Effizienzsteigerungen in der Fahrzeugtechnik, durch intelligente Anlieferlogistik und im Fahrzeugeinsatz zu senken. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist jedoch abhängig von infrastrukturellen Voraussetzungen und verkehrlichen Bedingungen sowie der Unterstützung durch städtische Verkehrspolitik und -planung.

Ein Drittel des städtischen Verkehrs wird dem Wirtschaftsverkehr zugeordnet. Doch schon in der Definition beginnen die Probleme. In einigen Ländern wird ausschließlich Güterverkehr darunter verstanden. Doch auch Dienstleis-tungs- und Geschäftsfahrten sowie Sonderverkehr gehören dazu. Erhebungsmethoden für den Wirtschaftsverkehr können nicht einfach vom Personenverkehr übernommen werden. Für Güterverkehr, insbesondere Lkw-Fahrten, gibt es mittlerweile insbesondere in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden eine Reihe von elaborierten Erhebungsverfahren, die teilweise periodisch durchgeführt werden. Die Datenerfassung zum Dienstleistungs- und Personenwirtschaftsverkehr dagegen steckt in den Kinderschuhen. Insbesondere die Zunahme von Lkw-Fahrten im Güterverkehr führen zu steigenden ökologischen Problemen in Städten. Viele Städte versuchen, die Auswirkungen dieser Fahrzeuge mit Umweltzonen, Lkw-Führungsrouten oder Benutzervorteilen für schadstoff- und lärmarme Antriebstechniken zu begrenzen. Aber auch City-Logistikkonzepte erleben in Form neuer Ansätze des "Urban Goods Management" eine Renaissance.

Verschärfte Grenzwerte für Luftschadstoffe und Verkehrslärm, die EU-Umgebungslärmrichtline u.a. aktuelle Änderungen rechtlicher Regelungen unterstreichen die Bedeutung, den Wirtschaftsverkehr stärker als bisher in die Planungsprozesse zu integrieren. Das Thema ist auf kommunaler Ebene jedoch noch selten Planungsgegenstand. Die Notwendigkeiten, aber auch Möglichkeiten für die Integration dieser Verkehrsart wurden vor allem in Workshops der Konferenz betrachtet. Dabei standen neben dem rechtlichen Rahmen im Vergleich von verschiedenen Ländern auch praktische Beispiele für Strategien und Maßnahmen sowie Umsetzungsmöglichkeiten im Vordergrund. In Frankreich besteht durch den formellen Plan de Déplacements Urbains (PDU) ein adäquates Planungsinstrument auch für den städtischen Güterverkehr.

Einigkeit bestand unter den Teilnehmern, dass die Thematik und die Entwicklung von Gestaltungsmaßnahmen im Wirtschaftsverkehr Wissenschaft, Kommunen, Stadt- und Verkehrspolitik in den nächsten Jahren weiter zunehmend beschäftigten werden. Das Difu wird die begonnene internationale Kooperation vertiefen und in weiteren Veranstaltungen Wissen vermitteln und Erfahrungsaustausch organisieren.

Weitere Informationen: 

Dr.-Ing. Wulf-Holger Arndt
Telefon: 030/39001-252
E-Mail: arndt@difu.de

Dr. Jürgen Gies
Telefon: 030/39001-240
E-Mail: gies@difu.de

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