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Difu-Berichte 2/2011 - Friedhofsentwicklung in Kommunen

Stand und Perspektiven

Im Rahmen einer Untersuchung zur kommunalen Friedhofsentwicklung wurden die bundesdeutschen Städte und Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern zur aktuellen Situation und zum Veränderungsbedarf auf Friedhöfen befragt. Im Fokus der auch Fallstudien einschließenden Untersuchung standen dabei der Beisetzungs- und Bestattungsbedarf, der Flächen- und Gebäudebestand auf Friedhöfen, die Organisation und der Stellenwert der Friedhofsverwaltung in den Kommunalverwaltungen sowie Aufgabenfelder und Schwerpunkte der Friedhofsentwicklungsplanung.

Fotos: Muslimisches Grab auf dem Friedhof Berlin-Neukölln/Urnengrab in der Josef Grabeskirche Aachen

Muslimisches Grab auf dem Friedhof Berlin-Neukölln

Urnengrab in der Josef Grabeskirche Aachen

Die Studie verdeutlicht, dass durch den demographischen Wandel, finanzielle Sparzwänge sowie verändertes Bestattungsverhalten in relevantem Umfang Flächenüberhänge entstehen werden und bereits entstanden sind. Strategien zur Entwidmung, Schließung und innovativen Nah- und Umnutzung von Friedhofsflächen und Gebäuden gehören (noch) nicht zum „Tagesgeschäft“ der Kommunen. Auf neue Anforderungen im Friedhofswesen, verbunden mit neuen und spezifischen Anforderungen an die Bestattungskultur auch von andersgläubigen Personengruppen, reagieren die kommunalen Friedhofsträger aber bereits mit einer Diversifizierung von Bestattungsangeboten. Wichtigstes Handlungsfeld ist aber nach wie vor die Optimierung der Bewirtschaftung von Friedhöfen. Im Bereich der kommunalen Friedhöfe soll eine Kostendeckung erreicht werden, ohne „sozial unverträgliche“ Gebühren erheben zu müssen.

Foto:Friedhofspark Pappelallee

Friedhofspark Pappelallee

Friedhofsentwicklungsplanung ist heute eine Querschnittsaufgabe in der Verwaltung. Zudem existiert eine Vielfalt an Initiativen und Netzwerken, die sich mit Fragen der Friedhofsentwicklung beschäftigen. Das Interesse der Bürgerschaft ist dabei groß. Patenschaftsgruppen, Fördervereine, nachbarschaftliche Netzwerke und Stadtteilgruppen bringen sich in die Entwicklung von Friedhöfen ein. Das zeigt sich auch in der Trägerlandschaft von Friedhöfen, die um neue Trägerkonstellationen auf teilweise neuen oder reaktivierten Friedhöfen (z.B. Friedhöfe in Trägerschaft/ Kooperation mit einem Bürgerverein oder jüdischen, muslimischen, orthodoxen Religionsgemeinschaften) ergänzt wird. Private Friedhöfe bleiben dagegen in den befragten Kommunen bis dato eine Randerscheinung. Auch der Privatisierungstrend öffentlicher Aufgaben ist im Bereich der kommunalen Friedhofsverwaltung noch nicht zu verzeichnen. In keiner der befragten Kommunen erfolgt die Friedhofsverwaltung durch eine privatrechtliche Gesellschaft ohne städtische Beteiligung.

Die Umfrage und die Fallstudien verdeutlichen, dass es in den Kommunen strategische Vorschläge gibt, wie eine vorausschauende Friedhofsplanung/-entwicklung in Kommunen erfolgen kann. Trotz vieler Neuerungen verfügen aber nur wenige Städte und Gemeinden über Friedhofsentwicklungsplanungen, die auf aktuellen Grunddaten und Prognosen zu Einwohnerentwicklung und Sterbefällen sowie auf Erhebungen von Bestattungen im Gemeindegebiet basieren. Mit Handlungsempfehlungen zur Qualifizierung der Friedhofsentwicklungsplanung, zur Weiterentwicklung von Friedhofsflächen sowie zur Sicherung von Kooperation und Arbeitsprozessen ist die Publikation vor allem für kommunale und kirchliche Friedhofsverwaltungen interessant.

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