Printexemplare bestellen

Warenkorb

eBooks bestellen

Difu-Berichte 2/2011 - Evaluierung der Programmumsetzung Soziale Stadt im Leipziger Osten

Nach nunmehr elf Jahren integrierter Stadtteilentwicklung im Programmgebiet Leipziger Osten beauftragte das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) der Stadt Leipzig das Difu mit der Durchführung einer Evaluation zu Umsetzungserfolg und Nachholbedarf. Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung, die im Zeitraum April bis Dezember 2010 durchgeführt wurde, werden als Kurzfassung des Evaluationsberichts auf der Website www.leipziger-osten.de veröffentlicht.

Ziel der Evaluation war es, Grundlagen für die Fortschreibung des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) zu erarbeiten, das seit seiner Erstellung im Jahr 2000 als Basis für die Umsetzung des Programms Soziale Stadt im Leipziger Osten dient und seitdem nur leicht modifiziert wurde. Methodisch standen Dokumentenanalysen, leitfadengestützte Experten- bzw. Gruppeninterviews sowie eine rückkoppelnde Gruppendiskussion mit ausgewählten Akteuren der Programmumsetzung im Vordergrund.

Foto: Leipziger Osten

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass sich der Leipziger Osten in den vergangenen elf Jahren seit Beginn der integrierten Quartiersentwicklung in vielen Teilbereichen positiv entwickelt hat: Der öffentliche Raum ist wieder erlebbar geworden, attraktive Grünund gemeinschaftlich nutzbare Flächen sind hinzugekommen, vielerorts sind Sanierungserfolge zu sehen, und vielfältige Angebote im sozialen, Freizeit- und Kulturbereich sind entstanden. Vor allem in den Handlungsfeldern „Wohnumfeld und städtebauliches Erscheinungsbild“, „Wohnen und Wohnungsqualität“ sowie „Freizeit und Sport“ konnten im Leipziger Osten zahlreiche Erfolge erzielt werden, was in starkem Maße auf eine rege Akteursszene vor Ort sowie das Engagement von Mitarbeitern der Verwaltung zurückzuführen ist.

Gleichwohl zeigt sich vor allem im sozialintegrativen Bereich noch Handlungsbedarf, beispielsweise bei der Ansprache und den Teilhabemöglichkeiten von Zuwanderern, deren Anteil im Leipziger Osten sehr deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt liegt. Die Aktivierung und Beteiligung der Quartiersbewohner sowie anderer lokaler Akteure kann über diese Zielgruppe hinaus generell intensiviert werden. Im Handlungsfeld „Wirtschaft und Beschäftigung“ konnte trotz ungünstiger Rahmenbedingungen eine Stabilisierung der Situation auf vergleichsweise niedrigem Niveau erreicht werden – weitere Entwicklungen sind wünschenswert. Im Bereich „Schule und (Aus-) Bildung“ geht es in der lokalen Bildungslandschaft, die insbesondere durch die Schließung des einzigen Gymnasiums im Stadtteil geschwächt ist, um die Erprobung neuer Lehrkonzepte, die Sanierung von Schulgebäuden, die (weitere) Vernetzung von Bildungsträgern, die Öffnung von Kitas und Schulen in den Stadtteil, eine stärkere Ansprache von Eltern sowie die Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf. Nachholbedarf bzw. eine Intensivierung bisheriger Maßnahmen und Projekte wird auch beim Thema „Gesundheit“ und bei der Entwicklung des Gebietsimages gesehen.

Insgesamt stellt sich die Stadt Leipzig diesen Herausforderungen unter anderem durch die Entwicklung von Verstetigungsstrategien, wozu die Aufrechterhaltung eines kooperativen Verwaltungshandelns sowie die Unterstützung von Akteursvernetzung und -beteiligung vor Ort gehören.

Erfolg werden diese Bemühungen vor allem dann haben, wenn die Integrationsfunktion des Leipziger Ostens für die Gesamtstadt von der Verwaltung und vor allem der Politik in noch stärkerem Maße als bisher wertgeschätzt wird.

Dr. rer. nat. Thomas Franke
Telefon: 030/39001-107
E-Mail: franke@difu.de

Dipl.-Ing. Christa Böhme
Telefon: 030/39001-291
E-Mail: boehme@difu.de

Weitere Informationen: 

Dr. rer. nat. Thomas Franke
Telefon: 030/39001-107
E-Mail: franke@difu.de

Dipl.-Ing. Christa Böhme
Telefon: 030/39001-291
E-Mail: boehme@difu.de

[vorhergehender Artikel | Übersicht | nächster Artikel]