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Difu-Berichte 2/2011 - Baustelle für den Nationalen Radverkehrsplan 2020

Ideenwand beim Nationalen Radverkehrskongress 2011

Auf rund 450 bunten Blättern notierten die Kongressteilnehmer Ende Mai in Nürnberg ihre Erwartungen an den neuen Nationalen Radverkehrsplan 2013-2020 (NRVP 2020) und befestigten sie an einer 20 Meter langen Ideenwand. Das Bauzaun-Ambiente im Nürnberger Kongresszentrum machte deutlich, dass der Prozess ausdrücklich offen ist für die Einschätzungen der lokalen Praxis. Somit gibt es nach dem Kongress viele Anforderungen und Ideen „zu verbauen“, bis im Spätsommer die Leitthesen einer neue Radverkehrsstrategie für Bund, Länder und Kommunen formuliert sind. Besonderes Anliegen der Praktiker ist eine aktive Kommunikation des Themas Fahrrad, um den Imagegewinn des Fahrrads in der Gesellschaft zu verstärken und auch in ländlichen Kommunen eine aktive Fahrradpolitik anzustoßen.

Expertise für die Fahrradthemen unter veränderten Bedingungen

Nach den MID-Erhebungen (Mobilität in Deutschland) nahm die Zahl der Wege mit dem Fahrrad in wenigen Jahren (2002-2008) um 17 Prozent zu. Die Wertschätzung des Fahrrads in der Gesellschaft wird vor allem im stark gewandelten Mobilitätsverhalten der jüngeren Generation in den Städten messbar. Entsprechend der Koalitionsvereinbarung auf Bundesebene soll der laufende NRVP 2002- 2012 weiter entwickelt werden. Hierzu hat Bundesminister Dr. Ramsauer einen Expertenkreis berufen, der bis zur Sommerpause 2011 den Stand der Fahrradpolitik bewertet und eine strategische Neuausrichtung vorschlägt. Das Difu moderiert den Prozess und erstellt daraus zusammen mit dem Fachreferat im BMVBS einen Entwurf des NRVP 2020. Bei der Fahrradkommunalkonferenz im November 2011 in Kassel wird der neue NRVP 2020 „im Rohbau“ mit den kommunalen Praktikern diskutiert. Die neue Radverkehrsstrategie soll auf veränderte Rahmenbedingungen und Ziele u.a. aus Stadtentwicklung, Gesundheitsförderung und Klimaschutz reagieren. Für die Radverkehrsinfrastruktur ergibt sich Anpassungsbedarf: aus dem neuen Stand der Technik und der Marktentwicklung bei den elektrisch unterstützten Fahrrädern (Pedelecs) sowie der Zunahme des Radverkehrs in städtischen Straßennetzen.

Fahrradmobilität ist viel mehr als nur Mobilität. Dass Fahrradpolitik nicht mehr nur ein Thema der „Fahrradcommunity“ ist, wurde auch beim ersten Entscheider- und Verbändeforum deutlich. Es wird diskutiert, wie mehr Radverkehr verschiedenen Branchen zu Gute kommt und wie Organisationen und Branchen den Radverkehr in ihre Nachhaltigkeitsstrategien und Aktionen einbauen können.

Foto

Ideenwand zum NRVP 2020

Aktuelles Fahrradwissen für die Kommunen

Beim Radverkehrskongress in Nürnberg präsentierten die Bundesländer ihre fahrradpolitischen Schwerpunkte, außerdem weitere im Bund-Länder-Arbeitskreis Radverkehr vertretene Organisationen und Institutionen. Am Stand des Difu – Motto „Fahrradwissen“ – wurden das Fahrradportal, die Fahrradakademie sowie weitere Fahrradprojekte des Difu vorgestellt.

Die Reihe „Forschung Radverkehr“ fasst aktuelle internationale Erfahrungen der Radverkehrsförderung für die kommunale Praxis in Deutschland in kompakter Form zusammen. Aktuell sind fünf weitere Ausgaben erschienen und stehen zum Download im Fahrradportal www.nrvp.de bereit:

  • Pedelecs – Rad fahren mit Elektrounterstützung, Integration ins Verkehrssystem
  • Fahrradparken in Wohngebieten
  • Mit dem Fahrrad zum Einkaufen
  • Ökonomische Effekte des Radverkehrs
  • Klimaschutz durch stärkere Fahrradnutzung
Weitere Informationen: 

Jörg Thiemann-Linden
Telefon: 030/39001-138
E-Mail: thiemann-linden@difu.de
www.nrvp.de

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